Frauenfelder Woche

Frauenfeld

Museumshäppli: Vormundschaft 1962–2012

Schloss Frauenfeld

Entmündigt im Thurgau
Vormundschaftsakten, Staatsarchiv Thurgau.
mit Karin Bauer, Historikerin und Präsidentin Historischen Verein Thurgau

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.


1912 tritt das Schweizerische Zivilgesetzbuch in Kraft. Es regelt bis 2012 das Vormundschaftswesen auf der Grundlage von Wertvorstellungen des 19. Jahrhunderts. Was dies für Menschen bedeutet, die nicht der gesellschaftlichen Norm entspre- chen, rollt Historikerin und Buch- autorin Karin Bauer am Museums- häppli im Historischen Museum Thurgau vom Donnerstag, 26. Janu- ar 2023 auf.
Man solle ihn einfach in Ruhe lassen, so wie jeden anderen Bürger, der sich nichts zu Schulden habe kommen lassen. Das fordert Georg Strasser 1969 in einem Brief an das für ihn zuständige Waisenamt. Er fühlt sich geärgert und geplagt, beklagt sich über die Bevormundung, bittet um deren Aufhebung.
Nonkonformes Verhalten
Die Behörden entmündigten bis 2012 nicht nur Menschen mit einer Geistes- schwäche oder -krankheit, sondern auch solche, die wie Georg Strasser wegen «Trunksucht», «lasterhaftem Lebenswandel» oder «Verschwen- dung» auffielen.
Karin Bauer analysiert in ihrem Buch «Im Spannungsfeld privater Anliegen und öffentlicher Interessen. Vormund- schaft im Kanton Thurgau, 1962– 2012» Akten von Thurgauerinnen und Thurgauern, die in der zweiten Hälf- te des 20. Jahrhunderts ins Visier vormundschaftlicher Behörden geraten sind.
Am Museumshäppli gibt sie Einblick in diese Fälle und zeigt auf, wie Betroffene mit ihrer Situation umgegangen sind.

Die Veranstaltung findet um 12.30 Uhr im Schloss Frauenfeld statt.
Die Anmeldung erfolgt über: www.historisches-museum.tg.ch
Donnerstag, 26. Januar 2023, 12.30 – 13 Uhr

 

 

Daten und Zeiten

26.01.2023
12:30 - bis 13:00 Uhr

 

Weitere Informationen

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