Frauenfelder Woche

Regina Masuhr - Flowing Roses & Senol Tatli - Lightful Shadows

Diessenhofen – Museum kunst + wissen

Senol Tatli wurde 1964 in Bülach geboren und verbrachte seine ersten fünf Lebensjahre in Istanbul, danach wuchs er in Rafz auf. Nach einer Berufslehre als Feinmechaniker entschied er sich 1986 für eine künstlerische Ausbildung an der F + F Schule für Kunst und Design in Zürich. Weil dort weder Kurse in Papier- bzw. Scherenschnitt noch in Papiergestaltung angeboten wurden, eignete er sich nebenher diese Techniken autodidaktisch an und verliess nach zwei Jahren die Schule.

Nach einem längeren Unterbruch und Umzug nach Freienstein-Teufen ZH wandte sich Senol Tatli 2013 wieder der bildenden Kunst zu und studierte während drei Jahren Papierschnitt und Buch- und Papiergestaltung an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. Seither beteiligt er sich regelmässig an internationalen Papierkunst-Biennalen und Triennalen. Im Sommer 2022 hat er sich an der Lucca Biennale Cartasia, einem renommierten Papierkunstfestival, ausgestellt.

Senol Tatli ist Mitglied der International Association of Hand Papermakers und Paper Artists sowie der International European Turkish Contemporary Artists. Schon in seinen frühen, grossformatigen Zeichnungen, die Senol Tatli mit ultrafeinen Tuschstiften ausgeführt hat, zeigt sich das Faszinosum seiner Kunst: Die unglaublich präzise Ausführung, die eine ruhige Hand, scharfe Augen und scheinbar unendliche Geduld bzw. Konzentration erfordert.

Seine künstlerischen Utensilien sind denn auch Skalpell und Schere. Mit seiner aufwändigen Papierschnitttechnik arbeitet er traditionelle orientalische Ornamente in filigrane und zugleich vielschichtige Wandreliefs und Objekte ein.

Senol Tatlis Werke – in Zeitlupentempo entstanden – strahlen eine meditative Ruhe aus und versetzen einen aufgrund ihrer perfekten Handfertigkeit ins Staunen. (pointfou.ch)

Regina Masuh: Flowing Roses
Regina Masuhr wurde 1963 als Tochter eines Pianisten in Pori/Finnland geboren und erlebte dort die ersten vier Jahre ihrer Kindheit. Während der Schulzeit lebte sie in Deutschland, später in der Schweiz. Sie nahm Ballettunterricht, schrieb schon früh eigene Lyrik und erfand für sich selbst eine aus Lauten und Tönen bestehende Geheimsprache, um ihre intensiven Gefühle und Eindrücke, die das Leben mit sich bringt, zu fassen und als Ausdruck ihrer inneren Welt zu äussern.

Diese ureigene Form der Wahrnehmung, Verarbeitung und Äusserung einhergehend mit einer starken Feinfühligkeit für Stimmungen, Schönheit und das Wesentliche hat sie zur japanischen Kultur geführt.

2013 begann sie ihre Ausbildung in Butoh bei Atsushi Takenouchi in Warschau. In den vergangenen neun Jahren entwickelte sie ihren persönlichen Stil von Butoh, wobei sie sich an Kazuo Ohnos orientiert, der 1956 mit Tatsumi Hijikata den Butoh als Kunstform ins Leben rief. Regina Masuhr erklärt die Kunstform wie folgt: «Bei Butoh geht es nicht um Tanzschritte, sondern um das nicht Lernbare, um die Seele, die durch Gestik und Bewegung Ausdruck findet.

Butoh ist die Rückbesinnung auf das wahre Selbst. Das Erkennen dieser inneren Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist eine treibende Kraft für meine Arbeit als Künstlerin. Butoh sollte man nicht nur mit den Augen sehen, sondern mit dem ganzen Wesen.» Regina Masuhr ist eine vielseitige Künstlerin: Sie verbindet Performance, Malerei, Installation, Collage, Fotografie, kreiert Kostüme und schreibt Lyrik.

Für die Ausstellung im Museum kunst + wissen hat sie neue Arbeiten erstellt und bezieht sich zudem auf vier Werke von Carl Roesch (1884–1979), der sich selbst mit fernöstlichem Gedankengut auseinandergesetzt hat.

Rahmenprogramm:
Vernissage: Samstag, 8. Oktober 2022, 16 Uhr
Grusswort: Yvonne Melone, Stadträtin Diessenhofen
Laudatio: Tanja Scartazzini, Leiterin Amt für Kultur, Kanton St. Gallen / Lucia Angela Cavegn, Ausstellungskuratorin

 

 

Daten und Zeiten

08.10.2022
16:00 - bis 18:00 Uhr

 

Weitere Informationen

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