Frauenfelder Woche

Warth

Vernissage: Harald F. Müller – MONDIA

Kartause Ittingen

Am 3. Oktober 2021 eröffnet im Kunstmuseum Thurgau die Ausstellung "MONDIA" von Harald F. Müller. Der in Singen wohnhafte Künstler arbeitet mit Bild- und Textzitaten, die er zu gleichermassen attraktiven wie komplexen Schaubildern zusammenstellt. Mit der in der Kartause Ittingen gezeigten Auswahl seiner Werke demonstriert er modellhaft die Funktionsweise heutiger Kunst und entwickelt in Verbindung mit Aktivitäten in seinem Atelier stratozero und Arbeiten im öffentlichen Raum eine innovative Vorstellung davon, was eine Kunstausstellung heute sein kann.

Den Kern der Ausstellung MONDIA bildet eine grossformatige Fotografie mit dem Titel "musique non stop", die Harald F. Müller 2020 für das Kunstmuseum Thurgau schuf. In dieser neuesten Arbeit des Künstlers bilden ein Schallplattencover der deutschen Musikgruppe "Kraftwerk", zwei amerikanische Glühbirnen und der barocke Kirchenraum der Kartause Ittingen ein komplexes Vexierbild. Die drei Elemente verweisen auf die Digitalisierung der Bilder, die Erfindung des elektrischen Lichts und die Raumerfahrung als eine der universellen Grundbedingungen des Seins. Diese Verweise laden Besucherinnen und Besucher zu einem offenen Reflexionsprozess über das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit ein.
Die Arbeiten von Harald F. Müller lassen sich nicht auf den ersten Blick verstehen und dennoch zeigen sie eingängig unser Verhältnis zur Welt der Bilder. Der Künstler versteht sich nicht als Maler und reflektiert doch die Farbmagier der Vergangenheit wie Tizian, Cézanne, Matisse, Le Corbusier oder Mark Rothko. In MONDIA inszeniert er seine Fotografie- und Textarbeiten auf intensiv eingefärbten Wänden, was Suggestivräume schafft, in dem sich Besucherinnen und Besucher immer wieder grundsätzliche Frage stellen wie: Was ist denn überhaupt ein Bild? Was sehen wir, wenn wir ein Bild betrachten, und wie verhält sich dieses zur Wirklichkeit?

Harald F. Müller, geboren 1950 in Karlsruhe, lebt und arbeitet zwischen Zürich und Stuttgart in Singen und gehört zu den profiliertesten Künstlern der Region. Er konnte mehrere Kunstwerke im öffentlichen Raum realisieren – etwa in Kreuzlingen, im Prime Tower in Zürich oder auf dem Campus der Universität Stuttgart. Seit einigen Jahren nutzt der Künstler sein Atelier stratozero als Ort für eine grenzüberschreitende Auseinandersetzung von Kultur, Wissenschaft und Politik.

Die Vernissage am 3. Oktober beginnt um 11.30 Uhr mit einer Begrüssung und Einführung von Museumsdirektor Markus Landert. Sie findet ihre Fortsetzung in einem Gespräch mit Harald F. Müller um 15 Uhr im stratozero, Josef-Schüttler-Strasse 45, 78224 Singen.

Eine Anmeldung zur Vernissage erforderlich: sekretariat.kunstmuseum@tg.ch

 

 

Daten und Zeiten

03.10.2021
11:30 Uhr

 

Weitere Informationen

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