Frauenfelder Woche

Frauenfeld

Der Schwyzer Landvogt Josef Amberg im Thurgau

Schloss

Ein Tyrann im Thurgau?
Von 1534 bis 1798 leiten eidgenössische Landvögte die Geschicke im Thurgau. Einer von ihnen ist der katholische Landvogt Josef Amberg aus Schwyz. Wie dieser mit einem eigentlichen Paukenschlag seine Amtszeit eröffnet, thematisiert Oliver Landolt, wissenschaftlicher Archivar im Staatsarchiv Schwyz, an seinem Abendvortrag vom Donnerstag, 24. Oktober 2019 im Historischen Museum Thurgau.

1524 tritt der Schwyzer Katholik Josef Amberg sein Amt als Landvogt im Thurgau an. Gleichzeitig entzünden sich in der Region die Wirren der Reformation, die mit der Plünderung und Verwüstung des Kartäuserklosters Ittingen, dem Ittinger Sturm, ihren Höhepunkt finden. An diesem Ereignis ist Josef Amberg massgeblich beteiligt: Er verbietet das Lesen von reformatorischen Schriften und ordnet die Verhaftung des reformatorisch gesinnten Pfarrers Johannes Öchslin an. Schnell rotten sich mehrere tausend Menschen zusammen, um den Priester zu befreien. Die Thur stoppt die aufgebrachte Menge, ein Weiterziehen nach Frauenfeld ist nicht möglich. Daraufhin gerät die die wilde Schar ausser Kontrolle und stürmt die Kartause Ittingen.

Ein Entscheid mit Folgen

Am Abendvortrag beleuchtet Oliver Landolt, wie die Folgen dieses Sturms die Amtszeit von Josef Amberg überschatten. Obwohl Amberg wiederholt betont, auf Veranlassung der eidgenössischen Tagsatzung gehandelt zu haben, wird er zur Zielscheibe reformatorischer Kritik und von Chronisten gar als «tyrannen» bezeichnet.

Das Referat gibt zudem Einblick in die Biografie und Karriere des Landvogts Amberg und thematisiert die Bedeutung der Landvogtei Thurgau für den Länderort Schwyz im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.

Der Vortrag findet um 18 Uhr im Schloss Frauenfeld statt und im Anschluss wird ein Apéro offeriert. Eintritt frei, ohne Anmeldung

 

 

Daten und Zeiten

24.10.2019
18:00 Uhr

 

Weitere Informationen

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