Frauenfelder Woche

Frauenfeld

Museumshäppli: Der verschwundene Palmesel

Schloss

Der verschwundene Palmesel
Bildwerke von Christus auf dem Palmesel waren im Mittelalter weit verbreitet und beliebt, denn sie standen symbolisch für ein biblisches Ereignis: der triumphale Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem am Palmsonntag. Aus dem späten 15. Jahrhundert stammt eine solche Christusfigur im Besitz des Historischen Museums Thurgau – das Tier jedoch ist verschwunden.
Am Palmsonntag, eine Woche vor Ostern, gedenken die Christen dem Einritt Jesu in die Heilige Stadt. Die Darstellung dieser biblischen Szene war ein gängiges Motiv in der mittelalterlichen Kunst. Eine Christusfigur im Historischen Museum Thurgau dürfte in dieser Tradition stehen – erhalten jedoch ist sie nur als Fragment. Am Museumshäppli nach Ostern richtet Kunsthistorikerin Dr. Margrit Früh die Aufmerksamkeit auf diese Figur und beleuchtet die Pflege des Palmsonntagsbrauchs in der christlichen Welt.
Jahrhundertealtes Brauchtum
Seit dem ausgehenden 10. Jahrhundert sind in Schriftzeugnissen sogenannte Palmsonntagsprozessionen belegt, an denen Christen den Empfang Jesu in Jerusalem nachstellten. An diesen Prozessionen mitgeführt wurden zwei- oder dreidimensionale, oft lebensgrosse Darstellungen Christi mit Esel – bisweilen führte sogar ein Schauspieler auf einem lebendigen Esel die Prozession an.
Verschmähte Esel
Doch vor rund 500 Jahren gerieten die Palmesel in Gefahr: Die Reformatoren lehnten die Figuren und die dazu gehörenden Bräuche ab. Auch im Thurgau kam es zu Ereignissen rund um Palmesel, die dem amtierenden Landvogt grosse Sorgen bereiteten. Heute ist im Schloss Frauenfeld eine Christusskulptur in der Ausstellung zu sehen, die Teil einer solchen Palmesel-Darstellung gewesen sein dürfte. Erhalten ist nur der Oberkörper, doch weisen die majestätische Haltung und stattliche Höhe der Figur darauf hin, dass es sich um ein fast lebensgrosses Bildwerk gehandelt haben dürfte. Am Museumshäppli skizziert Margrit Früh, wie diese Figur im Original ausgesehen haben mag und führt aus, wo der Palmsonntagsbrauch heute noch lebendig ist.


Der Eintritt ist frei, ohne Anmeldung.

 

 

Daten und Zeiten

25.04.2019
12:30 Uhr

 

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