Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 01.07.2026

Rechnung schliesst deutlich besser als erwartet ab

Politische Gemeinde Hüttlingen Rechnungsversammlung

An der Rechnungsgemeindeversammlung vom 23. Juni genehmigten 67 Stimmberechtigte die Jahresrechnung 2025 sowie drei Kreditvorlagen. Für lebendige Diskussionen sorgten die Pläne der SBB zur möglichen Schliessung der alten Bahnunterführung in Eschikofen.

 

 

Die Rechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn von 354 490 Franken deutlich besser ab als budgetiert. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Einnahmen aus Entgelten und Steuern. Gemeindepräsident Peter Maag wies jedoch darauf hin, dass die Verschuldung der Gemeinde aufgrund laufender und geplanter Investitionen – insbesondere beim Elektrizitätswerk und bei Infrastrukturprojekten – weiterhin ein wichtiges Thema bleibe.


Hohe Investitionen
Die Stimmberechtigten hiessen die Rechnung und die Gewinnverwendung gut und genehmigten zudem zwei Nachtragskredite für den Gemeindeanteil am Velounterstand beim Bahnhof von 29 622 Franken sowie für die Trafostation am Kirchweg in Hüttlingen von brutto 242 220 Franken. Weil der bereits bewilligte Kredit von 149 200 Franken für die Ergänzung der Mittelspannungsanlage bei der Messstation Eschikofen nicht ausreicht, bewilligen die Stimmberechtigten eine Krediterhöhung von 60 000 Franken. Ebenso hiessen sie einen Kreditantrag von 283 000 Franken für die Erschliessung der Neuhofstrasse in Harenwilen gut. Zustimmung fand ebenso die Ergänzung des Unterhaltsreglements für Flur- und Waldstrassen sowie Entwässerungsanlagen.


Unterführung Eschikofen
Die 1855 erbaute Unterführung befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Eine Schliessung käme laut den Verantwortlichen frühestens im Jahr 2030 infrage. An der Versammlung in der Mehrzweckhalle Hüttlingen stellten sich die SBB-Vertreter Tobias Nippe und Michael Fischer den Fragen der Bevölkerung. Im Vorfeld hatten Anwohnerinnen und Anwohner eine Petition mit 93 Unterschriften gegen die geplante Schliessung eingereicht. Mehrere Votanten machten deutlich, dass die benachbarte Unterführung «Spitzäcker» für sie keine gleichwertige Alternative darstelle. Zudem wurden Sicherheitsbedenken für Auto-, Velo- und Fussverkehr geäussert. Michael Fischer hielt dagegen, dass die Unterführung Spitzäcker breiter, höher und übersichtlicher sei. Ein Votant brachte noch ein, anstatt eine Schliessung vorzunehmen einen schmalen Fussgängerbereich offen zu halten. Die SBB versicherten, gemeinsam mit der Gemeinde nach den bestmöglichen Lösungen zu suchen.


Dave Senn neuer Gemeinderat
Nach dem Rücktritt von Frank Zehnle stand zudem eine Ersatzwahl für den Gemeinderat an. In geheimer Abstimmung wählten die Stimmberechtigten den 33-jährigen Softwareentwickler Dave Senn in das Gremium. Zum Abschluss informierte Gemeindepräsident Peter Maag darüber, dass er bei den Gesamterneuerungswahlen an der Berchtoldsgemeindeversammlung vom 2. Januar 2027 nicht mehr kandidieren werde. Der 47-jährige Gemeinderat Raffael Wäspe hat seine Kandidatur für das Gemeindepräsidium angekündigt. Maag betonte, dass sich weitere Personen zur Wahl stellen können.


Text und Bild: Manuela Olgiati