Frauenfeld · 03.06.2026
Vier Tage voller Literatur und Austausch
Das Frauenfelder Bücherfest Frauenfeld hat vom 28. bis 31. Mai die Kantonshauptstadt für vier Tage in einen literarischen Treffpunkt verwandelt. 500 Besucherinnen und Besucher zählte das OK.

Dieses Jahr wartete das Bücherfest mit einem vielfältigen Programm auf: Verena Kessler entführte ins Reich des Fitnesswahns, Iryna Fingerova las aus ihrem ersten deutschsprachigen Roman über Kriegstraumata ukrainischer Geflüchteter, und das Duo Krogerus & Tschäppeler überzeugte mit Text, Bild und Witz. Usama Al Shamani, dessen Roman «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» im Zentrum der Aktion «Frauenfeld liest ein Buch» stand, sprach über das Schweigen. Im Arabischen gebe es sieben Wörter dafür, jedes mit anderer Bedeutung. Dazwischen: Daniel Speck über elegante Autos und vergangene Zeiten, Raoul Schrott über das Firmament, Nora Gomringer mit unglaublicher Bühnenpräsenz.
Mitorganisatorin Nadia Guddelmoni zieht ein positives Fazit: «Es war einfach eine megatolle Festivalstimmung. Überall konnte man zu Fuss hin, und viele sind noch spontan zu Veranstaltungen gekommen.» Besucher lobten das vielfältige Programm und das hohe Niveau. Mit dem Kaff und dem Kunstverein konnte das OK zwei neue Kooperationspartner gewinnen.
Nächstes Bücherfest 2028
Für das nächste Bücherfest im Jahr 2028 nimmt sich das OK vor, gezielter ein jüngeres Publikum anzusprechen. Die Kinderveranstaltungen stiessen diesmal vor allem auf erwachsenes Interesse, eine geplante Übernachtungsparty bei Saxbooks fiel mangels Nachfrage aus. Auch wünscht sich Guddelmoni eine bessere Koordination mit anderen Frauenfelder Anlässen: Das Grabenfest, das Food Festival Food in Town und weitere Events fanden zeitgleich statt. «Da würden wir uns eine bessere Absprache mit den Kulturschaffenden und der Stadt wünschen.»
Bis 2028 muss niemand auf Literatur warten: Am 23. Juni liest Judith Herrmann in der Kantonsbibliothek. Ausserdem läuft gerade die Leseraktion «Buch auf!» noch bis in den Herbst können Teams aus dem ganzen Kanton ihre Lesezeit eintragen und gemeinsam 100 intensive Lesetage sammeln. «Es wird also immer gelesen», sagt Nadia Guddelmoni.
Text und Bild: Elke Reinauer