Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 27.05.2026

Kräuliger-Pferde holen sich an den Pfingstrennen gleich drei Siege

Ein Renntag, wie aus dem Bilderbuch: 12 000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen an die Pfingstrennen in Frauenfeld und sahen spannende Rennen und Einläufe. Bei den Galoppern gewannen Pferde von Anton und Vreni Kräuliger dreimal. Das wichtigste Trabrennen ging an den Favoriten Enattof. 

 

 

Kann Singledon seinen Sieg vom Vorjahr im 94. Grossen Flachrennen am Pfingstmontag wiederholen? Die Wetterinnen und Wetter glaubten an den Favoriten. Ganz reichte es dem Achtjährigen aus dem Stall von Claudia Erni diesmal aber nicht. Denn auf der letzten Runde setzte sich Saadi mit Karin Zwahlen im Sattel resolut an die Spitze und verteidigte diese bis ins Ziel. Singledon kämpfte, kam aber nicht mehr vorbei. Platz drei im Hauptereignis des Tages (2400 m, 15 000 Franken Dotation) teilten sich De Florio und Spinello, die auf dem Zielfoto nicht zu trennen waren. «Ich habe kurz vor dem Ziel die anderen Pferde gehört, aber nicht gesehen und dachte: Es muss reichen», sagte Karin Zwahlen und strahlte. «Für Saadi hat das Rennen heute super gepasst und er hat gekämpft. Er ist der Beste.»


Muhalif zeigt sein Potenzial
Die Reiterin durfte sich über einen zweiten Tageserfolg freuen: Mit Muhalif gewann sie den Zawawi Cup über 1600 Meter. Der sechsjährige Wallach sicherte sich den Erfolg mit einem starken Schlussspurt gegen Tortuguero und Roaa. «Im letzten Rennen wurden wir knapp geschlagen Zweite», erzählt Zwahlen. «Diesmal musste ich nicht an der Spitze gehen, was gut war. Denn Muhalif ist vorne heftig und schwer zu handeln. Heute hat es super geklappt und ich freue mich sehr über diesen Erfolg.»


Auch Kräuligers Derbypferd gewinnt
Auch Besitzer Anton Kräuliger strahlte. Er durfte insgesamt drei Siege bejubeln. Im letzten Rennen setzte sich im Rennen der Dreijährigen (2000 m) sein Milano mit Clément Lheureux im Sattel gegen Edelrose und Sylvan Snow durch. «Ein super Tag natürlich», sagte er. Am meisten freute er sich über den Sieg von Muhalif. «Er ist der Liebling im Stall und ein ganz gutes Pferd, das sich noch nicht richtig beweisen konnte.» Über Saadi sagte er kurz: «Er ist ein Überflieger. Einfach toll.» Der Erfolg von Milano freute Kräuliger ebenfalls sehr. «Das ist mein diesjähriges Derbypferd. Er war noch sieglos. Schön, hat es nun geklappt.» Der Hengst sei aus der Zucht des Gestüts Söhrenhof in Niedergösgen. 


Enattof zeigte allen den Meister
Im Hauptrennen der Traber, dem Grossen Grasbahnpreis über 2400 Meter, hiess es: Alle gegen Enattof. Der «Meister der Traber» zeigt in Frauenfeld jeweils starke Leistungen, musste sich vor Jahresfrist aber Gitano geschlagen geben. Diesmal lief der Zwölfjährige mit Besitzer Henri Turrettini im Sulky sehr stark und wies alle Angriffe der Gegnerschaft ab und siegte klar. Rang zwei ging an Greco Bello, Dritter wurde Gitano. «Das Pferd ist super und schon wieder in Bestform. Bei den beiden letzten Starts habe ich Fahrfehler gemacht, heute ging alles auf», sagte Turrettini und lachte. «Auf Gras geht er sehr gut und Frauenfeld gefällt ihm. Er betonte, dass der Sieg dem Team um Trainer Vitor Nunes de Oliveira zu verdanken sei. «Sie machen die ganze Arbeit, ich folge im Rennen einfach dem Pferd.»


Mit letztem Galoppsprung vorne
Ein erfolgreicher und emotionaler Tag war es auch für Rennreiterin Sally Langhard aus Oberstammheim, die sich über einen Sieg und zwei dritte Plätze freuen durfte. Sie vertritt erstmals die Schweiz im Fegentri, der Weltmeisterschaft der Amateurrennreiterinnen. Im Lauf in Frauenfeld (1850 m) musste sie mit Theworldsnotenough bis ins Ziel hart kämpfen. Sozusagen mit dem letzten Galoppsprung überholte das Paar noch Sogno Giallorosso und die Deutsche Nora Cronauer, die das ganze Rennen über geführt hatten. Der Jubel auf der Bahn war riesig. Rang drei belegte Pontero mit der Norwegerin Mie Blichfeldt. Pontero wird in Gerlikon bei Frauenfeld von Urs Muntwyler trainiert. «Es ist wunderschön, das eigene Land vertreten zu dürfen und hier vor Heimpublikum zu gewinnen», schwärmte Langhard. «Die Stute ist etwas schwierig zu reiten, hat Charakter. Aber heute hat sie gekämpft und wollte den Sieg unbedingt. Das war toll.» Sie war auch mit den zwei dritten Plätzen mit Nonsuch Lad und Roaa sehr zufrieden.
Das erste Rennen (1850 m) sicherten sich South Carolina und Lathisha Huber vor Shining Yellow und Nonsuch Lad. Die zwei weiteren Trabrennen gewannen Sir Express mit Renaud Pujol vor Soundtrack und Hideira sowie der grosse Favorit Distillato (2400m) vor Iattix und Général Marceaux.


Frauenfeld gewinnt erstmals Cup
Im Rahmenprogramm wurde der 19. Gemeinde-Cup der Regio Frauenfeld gelaufen. Am Start waren Pferde und Reiterinnen und Reiter der Traingesellschaft Nord-, Ost- und Zentralschweiz. Clive Hotz und Campino setzten sich dabei für die Stadt Frauenfeld klar durch, was das Publikum mit einem riesigen Applaus quittierte. Für Frauenfeld war es der erste Sieg.
Der Rennverein Frauenfeld freute sich über 12’000 Besucherinnen und Besucher. Der Umsatz an den Wettschaltern betrug rund 88’000 Franken. «Wir haben einen tollen, reibungslosen und unfallfreien Renntag erleben dürfen. Es war schön zu sehen, wie viele Besucherinnen und Besucher trotz der heissen Temperaturen auf den Rennplatz gekommen sind und eine gute Zeit hatten. Wir sind sehr zufrieden und freuen und schon aufs nächste Jahr», resümierte Peter Meuli, Co-Präsident des Rennvereins Frauenfeld.


Text: Nicole D’Orazio
Bild: Christian Mettler