Frauenfeld · 20.05.2026
Viel erreicht in kurzer Zeit
Genossenschaft Steinberg Reckenwil
Rund 50 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich kürzlich zur zweiten Informationsveranstaltung der Genossenschaft Steinberg Reckenwil im neu renovierten Steinberg ein. Nach fünf Monaten Leerstand des Restaurants informierte der Vorstand über den aktuellen Stand des Projekts, die nächsten Entwicklungsschritte sowie die finanzielle Situation der Genossenschaft.

Co-Präsident Thomas Imhof gab einen Überblick über die abgeschlossenen Renovationsarbeiten, die unter der Leitung der Architektin Carola Eigenmann noch vor Jahresende stattfanden. In den vergangenen Monaten wurden umfassende Malerarbeiten ausgeführt, Bodenbeläge ersetzt, Sanierungen in der Gastronomieküche vorgenommen sowie die Beleuchtung im Restaurant erneuert. Ergänzt wurden die Arbeiten durch Massnahmen zur Verbesserung der Akustik und die Instandsetzung des Gartensitzplatzes. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten die Anwesenden die renovierten Räumlichkeiten besichtigen.
Mehrfamilienhaus in Planung
Mit dem Abschluss der Sanierung rückt der nächste Meilenstein in den Fokus: Auf der Parzelle soll künftig ein Mehrfamilienhaus entstehen. Dazu plant die Genossenschaft einen Architekturwettbewerb, bei dem verschiedene Büros ihre Ideen einreichen und präsentieren. Aus den Projekten sollen anschliessend die besten Ansätze für die konkrete Entwicklung des Vorhabens übernommen werden. Conrad Schneider informierte in diesem Zusammenhang über mögliche Unterstützungsbeiträge von Stiftungen im Bereich Wohnbauförderung. Solche Förderungen seien jedoch an klare Vorgaben geknüpft, etwa bezüglich Wohnungsgrössen und Nutzungskonzepten.
Ausgaben verursachen Defizit
Cyrill Zoller erläuterte die finanzielle Ausgangslage. Die Genossenschaft konnte beträchtliche Mittel über Anteilscheine, Darlehen und kurzfristige Überbrückungsfinanzierungen sichern. Zusammen mit einer Bankfinanzierung war damit der Erwerb von Restaurant und Scheune Ende vergangenen Jahres möglich. Bis Ende April hat die Genossenschaft bereits erhebliche Mittel in die Renovation des Restaurants und in die Wirtewohnung investiert.
Aufgrund der laufenden Investitionsphase wird für das Geschäftsjahr mit einem Defizit gerechnet. Sibylle Bassetto betonte, dass finanzielle Mittel notwendig seien. Ein im Februar 2026 bei der Gemeinde Homburg eingereichtes Gesuch für ein zinsloses Darlehen über 150 000 Franken wurde abgelehnt. Der Gemeinderat signalisierte die Möglichkeit, ein neues Gesuch mit höherem Finanzierungsbeitrag an einer Gemeindeversammlung einzureichen. Deshalb werde die Genossenschaft beantragen, dass die Gemeinde Genossenschaftsanteilscheine im Umfang von 250 000 Franken zeichne.
Mit rund 130 Genossenschaftern, grösstenteils aus Gemeinde und Region, unterstrich Bassetto die Bedeutung des Projekts. Ziel sei es, das Restaurant als wichtigen Dorf-Treffpunkt langfristig zu sichern und gleichzeitig neuen Wohnraum zu schaffen. Co-Präsident Peter Schoch informierte über die Suche nach einer neuen Pächterschaft. Trotz zahlreicher Gespräche in den vergangenen Monaten konnte bisher kein Vertragsabschluss erzielt werden.
Text: red
Bild: zvg