Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 20.05.2026

Geschichten auf Rädern

Campingurlaub im Fokus

Jetzt rollen sie wieder, Camper, Wohnmobile, Vans. Mit der Ferienzeit kehren sie zurück auf die Strassen und mit ihnen die Frage: Ist Campingurlaub Freiheit oder Zumutung?

 

 

Egal, wo man steht: Camping bietet unerschöpflichen Stoff für Geschichten. Diese hat die frisch gebackene Frauenfelder Autorin Andrea Ruh Woodtli auf Lager. Deren  Romantitel «Liebe trotz (t) Campingurlaub» schon verrät, dass hier das Trotzdem gross geschrieben wird. Sie nimmt die Leser mit auf den Campingplatz, inklusive einer rasanten Flucht von Italien an die Nordsee. Im Gespräch mit der Frauenfelder Woche gab sie so einiges zum Besten. Der Camper, der auf Teufel komm raus nicht möchte, dass die Familie die Chemietoilette benutzt. Oder die Frau, die eine enorme Insektenangst hat und beim Camping das Schlimmste befürchtet. Den Blick auf die Branche liefert Oliver Gerig, Geschäftsführer von Wirth Camping in Frauenfeld: Camping boomte während der Pandemie, doch dieser Trend hat sich inzwischen wieder beruhigt, ist sogar am Abflauen. Was boomt, was sich verändert hat und was Camper heute wirklich wollen, erzählt er im Gespräch mit der Frauenfelder Woche.
Die Parkplatzsituation in Frauenfeld ist entspannt, doch sie befindet sich klar im Wandel. Die Stadt verfolgt eine Strategie: nicht primär mehr Parkplätze bauen, sondern Nutzung effizienter steuern. Von über 2000 Parkplätzen in der Stadt finden Autofahrer über die Regio App noch Parkmöglichkeiten.
Es ist kurz nach sieben Uhr morgens in Frauenfeld. Die ersten Pendler rollen durch die Zürcherstrasse, Lieferwagen halten vor den Geschäften in der Altstadt, bald klappern in den Beizen die ersten Kaffeetassen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sucht nach einem freien Parkplatz und findet ihn. Hier in der Stadt hat es noch genügend Parkraum. Am 31. Juli 2025 waren in Frauenfeld 2109 öffentlich nutzbare Parkplätze vorhanden. Das Parkplatzangebot ist mehr als ausreichend.
Als Vorsteherin des Departements für Bau und Verkehr ist Andrea Hofmann Kolb seit 2023 für Mobilitätsfragen zuständig. Die Diskussion rund um Parkplätze begleitet sie beinahe täglich. «Mobilität ist wichtig für die Lebensqualität, gleichzeitig belastet Verkehr viele Menschen», sagt Stadträtin Andrea Hofmann Kolb. Ziel sei deshalb eine ausgewogene Entwicklung zwischen Auto-, Velo- und öffentlichem Verkehr.
Für das Stadtleben setzt sich unter anderen auch die IG Stadtleben ein. Vor kurzem wurde die Interessengemeinschaft mit 35 Mitgliedern neu gegründet. Diese setzt sich für eine lebenswerte, vielfältige und zukunftsfähige Stadt ein. Die IG fordert, dass oberirdische Parkplätze in der Innenstadt konsequent unter den Boden verlegt werden. CH-Gemeinderat und IG Stadtleben-Mitglied Tobias Lenggenhager betont: «Es braucht nicht mehr Parkplätze.» Auch sollte der «Suchverkehr», mit einem oder mehrmaligem Rundenfahren um ein freies Parkfeld ausfindig zu machen, gar nicht erst stattfinden. Dafür wäre ein Verkehrsleitsystem denkbar.


Richtplan öffentliche Mitwirkung
Im Vordergrund der IG stehen die oberirdischen Parkplätze auf Marktplatz und Mätteli, welche unterirdisch angelegt werden könnten. Der Bau von unterirdischen Parkhäusern liesse sich mit Gebühreneinnahmen, also den Mitteln der Spezialfinanzierung Parkierung fördern. Der IG ist es ebenso ein grosses Anliegen, dass die Bevölkerung bei Planungsprozessen mitwirken kann. Das kommt der Stadt Frauenfeld entgegen. Stadträtin Andrea Hofmann Kolb spricht vom Richtplan, der zur Mitwirkung einlädt. Die Stadträtin sagt: «Die Bedürfnisse der Bevölkerung verändern sich und die Anforderungen an das Leben in der Stadt nehmen zu.»
Der Stadtrat hat den Richtplan aus dem Jahr 2011 überarbeitet. Zu den Inhalten kann die Bevölkerung mitwirken. Zum Auftakt der Mitwirkung lädt die Stadt interessierte Kreise zu einem Informationsanlass am 26. Mai 2026 um 19 Uhr ins Casino Frauenfeld ein. Die öffentliche Mitwirkung dauert vom 27. Mai bis 31. August 2026.
Die Stadt wächst und mit ihr der Verkehr. Frauenfeld ist Verwaltungszentrum des Kantons Thurgau, Einkaufsort und Arbeitsstandort zugleich. Viele Menschen kommen täglich mit dem Auto in die Stadt, obwohl der öffentliche Verkehr gut ausgebaut ist.
Besonders rund um den Bahnhof, das Einkaufszentrum Passage oder die Altstadt könnten sich Fahrzeuge zu Spitzenzeiten stauen. Kaum alle sehen ein Problem. Für viele gehört das Auto selbstverständlich zum Alltag. Eine Autofahrerin bringt es auf den Punkt: «Ich finde immer einen Parkplatz.» Wer sich auskennt, peilt das entsprechende Parkhaus oder Parkfeld an. Eine ältere Besucherin aus dem Nachbardorf erklärt: «Mit dem Bus müsste ich zweimal umsteigen. Da fahre ich lieber direkt in die Stadt.»
Auch die Preise beschäftigen viele Autofahrer. Kurzparkplätze sind beliebt, doch wer länger bleibt, zahlt schnell mehrere Franken. Besonders kritisch sehen nach einer Umfrage unter Autofahrern die Situation in Parkhäusern während Veranstaltungen oder an Samstagen. Etwas fraglich sei auch die Parksituation in der Altstadt. Manche nutzen diese lediglich für eine Durchfahrt, als Abkürzung, um auf die Rheinstrasse zu gelangen. Andrea Hofman Kolb spricht dann auch die dortige Parksituation an, welche einige Gefahren für einen sicheren Überblick berge.


Fortschrittliche Lösungen
Die Stadt versucht seit Jahren, einen Mittelweg zu finden mit Velowegen, guten Busverbindungen und gleichzeitig genügend Parkraum anzubieten – welcher ja bereits vorhanden ist. Die Regio App zeigt freie Parkplätze an, Park-and-Ride-Angebote sollen den Verkehr im Zentrum entlasten. So bleibt die Parkplatzsuche ein Nullproblem. Die Zukunft der Innenstadt kann nicht über Parkplätze gelöst werden. Längerfristig lässt sich Verkehrspolitik lösen, wenn alle bereit sind, etwas beizutragen.


Text: Manuela Olgiati
Bild: Jpavaliuk/Envato