Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 20.05.2026

Wenn Träume wahr werden

Campingurlaub im Fokus

Alptraum oder Traum? Diese Frage stellt sich für Oliver Gerig, Geschäftsführer von Wirth Camping AG in Frauenfeld, nicht. Zu Wirth Camping AG kommt, wer seinen Traum vom Campingurlaub wahr werden lassen möchte.

 

 

Ein Besuch bei Wirth Camping AG: An diesem Nachmittag wird gerade ein Wohnmobil gereinigt, ein Ehepaar meldet sich zur Beratung an und aus der Werkstatt dringt ein Rattern. Oliver Gerig führt den Besucher zwischen den Wohnmobilen und Wohnwagen umher. «Wir bieten den klassischen Familiengrundriss», sagt er und öffnet die Tür zu einem Wohnwagen mit solchem. Hier ist Platz für eine vierköpfige Familie: vorne ein Längsbett für die Eltern, hinten ein Stockbett für die Kinder. «Unsere Miet-Mobile sind sehr gut gebucht», sagt er. Sechs bis neun Monate im Voraus müsse man diese reservieren. Ein Wohnmobil und drei Wohnwagen stehen bei Wirth zur Miete bereit.


Der Markt
«Der Markt hat sich nach dem extremen Boom während der Corona-Pandemie spürbar verändert», sagt Gerig. Der Markt sei gesättigt, es herrsche sogar ein Überangebot der Händler. Auch Privatleute, die sich während der Pandemie ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zugelegt hatten, verkauften dieses oft wieder. Hinzu komme, dass die Kundschaft älter werde und aus gesundheitlichen Gründen aufhöre zu campen. Gleichzeitig rückten neue Camper nach, junge Paare oder Familien, die das mobile Reisen für sich entdeckten.
Wohnwagen, Wohnmobil, Van oder Kastenwagen? «Interessant ist, dass in den letzten zwei Jahren Wohnwagen bei Familien sehr gefragt sind. Im Vergleich zum Wohnmobil sind sie preislich attraktiver und bieten mehr Platz», sagt der Camping-Experte. Vans und Kastenwagen blieben ein Dauerbrenner, weil sie flexibel und vor allem alltagstauglich seien.


Ohne WLAN geht es nicht
Ein Trend gehe zum Zusatzeinbau. «Anstatt ein neues Wohnmobil zu kaufen, wird das bestehende modernisiert.» PV-Anlagen oder Klimaanlagen werden angebracht. «Unsere Fachwerkstatt ist auch sehr gut gebucht», so Oliver Gerig. Viele Kunden liehen sich zuerst einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil aus, bevor sie sich für die Anschaffung entschieden. Und dann gelte es so einiges zu bedenken: Welches Bett? Längsbett oder Kajütenbett und für die Kinder ein klassisches Stockbett? Bei der Ausstattung könne man sich für hochwertige Matratzen entscheiden. «Bequemlichkeit steht im Vordergrund.» Das Reisen mit Wohnwagen, Wohnmobilen und Campern biete «Komfort und Unabhängigkeit», so Gerig. Auch die Affinität der Kunden zur Technik habe zugenommen und spiele eine wichtigere Rolle als früher: «Ein eigenes WLAN-System fürs Wohnmobil ist vielen wichtig.» Auch weil der Trend zum Homeoffice von unterwegs zunehme.
Ein weiterer Punkt sei die Sicherheit: «Eine Alarmanlage, Sicherheitsschlösser oder GPS-Tracker lassen sich viele einbauen.»
Ein Blick in die Zukunft zeigt: «Autarkie wird endgültig zum Standard werden», so Gerig. Viele Camper möchten mindestens zwei Tage ohne Stromanschluss auskommen. PV-Anlagen, modulare Konzepte, multifunktionale Möbel sowie der Fokus auf Nachhaltigkeit weisen den Weg.
Wer sich also zum Kauf eines Reisemobils entscheidet, sollte rund zwei Stunden für eine Beratung bei Wirth Camping AG mitbringen. Der Betrieb wird bereits in der dritten Generation geführt, hat ein 10-köpfiges Team, eine Fachwerkstatt, einen Laden für Zubehör und befindet sich seit 53 Jahren am gleichen Standort in der Ziegeleistrasse 7 in Frauenfeld.
Auch Oliver Gerig hat das Reisemobilfieber schon lange gepackt. Er kann sich nichts Schöneres vorstellen, als mit dem Wohnmobil nach Frankreich zu fahren. «Spanien, Italien und Frankreich sind ideale Camper-Länder.» Derzeit liege allerdings Skandinavien im Trend: «Viele fahren nach Schweden oder Norwegen, das boomt gerade.»
Wer nicht so weit fahren will und auch kein Reisemobil besitzt, der kann im Thurgau bleiben: Was es hier für Möglichkeiten gibt, lesen Sie auf Seite 15.


Text und Bild: Elke Reinauer