Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 29.04.2026

Wertvoller Beitrag zu einer tierfreundlicheren Welt

Tierschutzverein Frauenfeld und Umgebung

58 Mitglieder und 16 Gäste haben am vergangenen Donnerstagabend an der 64. Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Frauenfeld und Umgebung im Stadtcasino teilgenommen. Der Verein zog dabei eine positive Bilanz des vergangenen Jahres, verwies auch auf Herausforderungen im Bereich Tierbetreuung.

 

 

Präsidentin Monika Frei dankte den zahlreichen Freiwilligen für ihren unermüdlichen Einsatz. «Ohne das grosse Engagement unserer Helferinnen und Helfer wäre unsere Arbeit nicht möglich», betonte sie. Im vergangenen Jahr nahm der Verein 29 Heimtiere auf. Die Meldestelle verzeichnete 500 Tiere, im Jahr 2023 waren es 750. Der Anteil der Wildtiere sei hoch. Die Präsidentin erwähnte die erfolgreiche Amphibienrettung mit insgesamt 7000 Fröschen und Kröten. 6971 Amphibien schafften so einen Weg zum Laichplatz.Gleichzeitig konnten Tiere erfolgreich vermittelt werden. Die 80-jährige Margrit Bachmann hat mit Aron, dem fast 12 Jahre alten Labrador-Mix einen neuen Gefährten gefunden. Die Frau sagte: «Es war Liebe auf den ersten Blick.» Sie sorgt liebevoll für ihn und Aron begleitet sie durch den Alltag.


Rückblick und Ausblick
«Wir blicken zurück auf ein finanziell gutes Jahr mit einem erfreulichen Gewinn», freute sich die Präsidentin am Jahresergebnis. Dies sei einem Legat über 400 000 Franken zu verdanken. Wie Kassier Walter Bannwart erläuterte, weist der Verein ein Vermögen von rund 2,66 Millionen Franken aus. Bannwart sagte: «Wir haben keine Schulden.» Der Tierschutzverein unterstützt die Stiftung Tierschutzzentrum Thurgau mit 200 000 Franken. Im Budget 2026 ist bei Ausgaben von 320 100 Franken ein Verlust von 215 800 Franken veranschlagt. Jahresrechnung und Budget hiessen die Stimmberechtigten einstimmig gut.


Präsidentin seit 24 Jahren
Im statutarischen Teil wurden Vorstand und Präsidium wiedergewählt. Präsidentin Monika Frei übt ihr Amt seit 24 Jahren aus. Für ihre umsichtige Arbeit – Vizepräsident Marcel Ogg lobte die Präsidentin als «Kapitänin» – erhielt sie grossen Applaus. Nach dem Rücktritt aus dem Vorstand von Trudi Schär wählten die Mitglieder neu Serge Deville. Trudi Schär wurde zum Ehrenmitglied erkoren. Sie wird weiterhin im Verein die Notfall- und Meldestelle betreuen. Neu im elfköpfigen Vorstand ist ebenfalls Caroline Forrer als Aktuarin. Bei den Rechnungsrevisoren gab 
Richard Ehrat seinen Rücktritt. Als Nachfolger gewählt wurde Manuel Rüedi, die zweite Revisorin ist Carmen Hviid und Ersatzrevisor ist Ruedi Weber.


Igelstation professionalisieren
Zudem gab es keine Änderungen bei den Jahresbeiträgen für das Jahr 2027. Die Ausgabenkompetenzgrenze für den Vorstand pro Objekt bleibt wie bisher bei 10 000 Franken. Den Antrag die Ausgabenkompetenz für den Lohn der Tierärztin Claudia Volz auf 15 000 Franken zu erhöhen, hiessen die Mitglieder einstimmig gut. Volz leitet seit März 2026 die Igelstation 
in einem Teilpensum. Gemäss Präsidentin seien hier die gesetzlichen Auflagen und Rahmenbedingungen um einiges angestiegen, weshalb es eine professionelle Betreuung brauche. Präsidentin Monika Frei ergänzte: «Tierliebe reicht nicht, es braucht Fachpersonal.» Neben der Zusammenarbeit mit Gemeinden und Tierärzten will der Verein die Bevölkerung für verantwortungsvolle Tierhaltung sensibilsieren.
Nach dem geschäftlichen Teil referierte Fabienne Häberli vom Schweizerischen Tierschutz (STS) zum Thema «Tiere und ältere Menschen». Der Kontakt zu Tieren wirke sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Tiere fördern die körperliche Aktivität, durch Spaziergänge mit dem Hund, und sind gleichzeitig beruhigend und stressreduzierend. Auch in Alters- und Pflegeheimen zeige sich die besondere Wirkung von Tieren. Die Mitglieder tauschten sich im Anschluss bei gemütlichem Beisammensein aus. 


Text und Bild: Manuela Olgiati