Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 15.04.2026

Kühe, Melkroboter und der Stall der Zukunft

Tag der offenen Tür im Stall von Reto und Eveline Bachmann, Rosenhuben

Über 500 Gäste besuchten bereits am Sonntagmittag den Tag der offenen Tür auf dem Milchbauernhof von Reto und Eveline Bachmann in Rosenhuben. Bis zum Abend waren es an die 1000 Besucher. Das Interesse war gross, nicht nur am neuen Kuhstall, der sich seit November auf Bachmanns Hof befindet, sondern auch an den automatisierten Arbeitsabläufen.

 

 

Vielleicht haben sich die Kühe schon ein bisschen gewundert über die vielen Besucher in ihrem Refugium. Aber stoisch und unbeeindruckt kauten sie ihr Futter, das ihnen der Roboter kurz zuvor zugeschoben hatte. Auch die Kälbchen lagen friedlich in ihren Boxen. In einer Box an der Wand gegenüber döste der jüngste Bewohner des Stalls, ein erst zweieinhalb Wochen altes Kälbchen.
Reto und Eveline Bachmann begrüssten Gäste, Kollegen, Landwirte und Freunde. Zum ersten Mal führten sie einen Tag der offenen Tür auf ihrem Hof durch. «Heute sind natürlich auch viele aus der Landwirtschaft da», sagt Eveline Bachmann. «Jeder Milchbauernhof in der Schweiz ist einzigartig.»


Roboter übernehmen Arbeit
Auf dem Hof der Bachmanns wird Industriemilch produziert, und das seit November noch ein Stück moderner. Aktuell leben 46 Milchkühe im Stall, erklärt Eveline Bachmann; in einer Aufzuchtstation kommen weitere dazu. Ein Melkroboter übernimmt das Melken. Die Kühe, ausgestattet mit einem Sensor, spazieren von sich aus zum Melken, wenn es Zeit ist. Am Bildschirm der Maschine sieht Eveline Bachmann, welche Kuh noch nicht gemolken wurde, das lässt sich auch bequem in der dazugehörigen App nachschauen. Rund um den Automaten standen die Besucherinnen und Besucher, schauten fasziniert zu und fachsimpelten über die neusten Technologien. Diese übernehmen die klassische Stallarbeit; Eveline Bachmanns Aufgaben verlagern sich damit an den PC sowie auf Reinigung und Service des Melkautomaten. Auch das Füttern erledigt der Roboter, der den Kühen ihr Futter zuschiebt.


Auf die Bedürfnisse geachtet
Besichtigen konnten die Gäste die verschiedenen Bereiche im Stall: die Milchkühe, die Kühe im «Mutterschutz», wie Bachmann schmunzelnd sagt, also jene, die kurz vor oder nach dem Kalben stehen und geschont werden, sowie die Kälberboxen, nach Alter getrennt in zwei Abteilen. Eine Besonderheit des neuen Stalls: Die Kühe haben die Möglichkeit, ihre Kälber zu besuchen, wenn sie wollen. Platz und Wege sind dafür eingeplant. «Die Kühe können nach ihren Bedürfnissen leben, die Kälber nach ihrem Bedarf trinken.»
Wer sich fachlich vertiefen wollte, fand dazu reichlich Gelegenheit. Verschiedene Firmen waren vor Ort, darunter der Hersteller des Melkautomaten, die Firma Lely, bei denen Landwirtinnen und Landwirte sich über Technik, Einrichtung und Betrieb informieren konnten.
Auch der neue Milchtank ist auf die Zukunft ausgerichtet. Er fasst 6000 Liter, derzeit wird er etwa zur Hälfte gefüllt. «Wir haben in die Zukunft gedacht», sagt Eveline Bachmann.
Den Tag der offenen Tür schloss sie zufrieden ab. Neben der Stallbesichtigung spielte eine Livekapelle in der Festwirtschaft, für das leibliche Wohl war bestens gesorgt mit Kaffee, Kuchen, Wurst und Milchshakes.


Text und Bild: Elke Reinauer