Frauenfeld · 08.04.2026
«HCT möchte etwas mega-cooles aufbauen»
Die Eishockey-Saison für die HC Thurgau Ladies hat mit einem Triumph in der C-Liga und dem Aufstieg in die B-Klasse geendet. Mittendrin waren die Hüttwilerin Selina Burren und die Frauenfelderin Leoni Zwart.

Nach nur einer sehr erfolgreichen Saison in der C-Klasse freuen sich die HCT Ladies schon auf die Partien in der B-Liga im Herbst. Vor allem auch Selina Burren, obwohl sie vermutet: «Headcoach Emanuel Karrer wird vermutlich im Training noch etwas strenger werden. Das finde ich absolut in Ordnung, denn wir wollen ja alle besser werden».
Die Anforderungen wurden schon vor der letzten Saison nach oben geschraubt. Vor allem mit einem zusätzlichen Eis-Training am Morgen von sechs bis sieben Uhr. Am Montag stand neben der Ausdauer jeweils ein Abstecher in den HCT-Kraftraum auf dem Programm. Am Dienstag und Mittwoch trafen sich die Ladies auf dem Eis in der Weinfelder Güttingersreuti. Am Freitag immer in Wil und dazu kam danach stets eine Stunde für mentale Übungen.
Bleibt die am 23. Januar 18 Jahre alt gewordene Hüttwilerin Selina Burren weiterhin bei den HCT Ladies? «Ja, sicher. Mein Zweijahres-Vertrag läuft sowieso noch eine weitere Saison. Zudem will der HCT mit uns wirklich etwas mega-cooles aufbauen. Da möchte ich logischerweise weiterhin dabei sein, denn ich fühle mich hier äusserst wohl».
Ein riesiger Unterschied
Beim Abstieg in der letzten Saison mussten die HCT Ladies zahllose Niederlagen einstecken. Vor allem auch darum, weil sie kaum Tore erzielten. Das war in diesem Winter ganz anders. Auch deshalb, weil Trainer Karrer aus der Verteidigerin Burren (Bild) eine Stürmerin geformt hat: «Die neue Position gefällt mir sehr gut. Ich möchte nicht mehr auf meine vorherige Stelle zurück». Was die junge Frau dabei verschweigt, sie ist im Team jetzt die zweitbeste Skorerin. Eigentlich kein Wunder, schoss sie im Final gegen Servette sogar zwei Treffer: «Dass es auch noch der Game-Winner zum 3:0 kurz vor Schluss ins verlassende Gäste-Gehäuse war, hat sich besonders gut angefühlt».
Warum aber dieser eklatante Unterschied im Gegensatz zum letzten Jahr? Selina Burren ist ehrlich: «Natürlich haben wir selber auch nicht damit gerechnet, dass es immer so super läuft. Aber die vielen Siege haben uns als Team richtig zusammen geschweisst. Vom Niveau her waren wir jetzt beinahe schon ein B-Team».
Team-Zusammenhalt grandios
Seit Beginn der HCT Ladies ist auch Leoni Zwart mit dabei. Warum war die Equipe so viel stärker als im Vorjahr? Die Verteidigerin muss nicht lange überlegen: «Wir haben viel intensiver trainiert. Weil der Team-Zusammenhalt wirklich extrem gut war, warfen uns auch Gegentore nicht mehr aus der Bahn». Und dann schiebt die am 25. Juli 23 Jahre alt werdende Frauenfelderin einen speziellen Satz nach: «Vielleicht haben wir den Abstieg in eine tiefere Liga gebraucht, um zu merken, dass wir uns um einiges steigern müssen». Das ist mit einer super Saison und nur einer Niederlage bestens gelungen.
Dass es zwischen Staff und Spielerinnen bestens funktioniert, beweist auch eine weitere Aussage von Leoni Zwart: «Obwohl ich im Januar noch nicht wusste, in welcher Liga wir in der nächsten Saison spielen, habe ich für ein weiteres Jahr bei den HCT Ladies unterschrieben. Es gefällt mir hier u-guet».
Sogar doppelten Druck
Wie war es, als vor dem Final-Match gegen das ambitionierte Servette in der Weinfelder Güttingersreuti die Schweizer Nationalhymne gespielt wurde? «War schon speziell, aber ich habe das ja schon einmal mit den SCW Ladies erlebt. Aber natürlich war der Druck sogar doppelt, es ging ja um den C-Meistertitel und den Aufstieg. Dass es geklappt hat, dürfen wir auch unserer Torhüterin Gianna Madella verdanken, die eine phantastische Partie zeigte».
Leoni Zwart (Bild) hat im Eishockey schon einiges erlebt. Als Zwölfjährige begann sie mit diesem Sport beim EHC Frauenfeld. Eine Saison absolvierte sie auch bei den Young Lions in Frauenfeld und zog dann für ein Jahr nach Schaffhausen, wo sie mit den Jungs im Einsatz stand. Die Rückkehr in den Thurgau machte sie zu den SCW Ladies in Weinfelden und anschliessend stiess sie zu den HCT Ladies.
Hoffentlich können die junge Selina Burren und die schon routiniertere Leoni Zwart auch eine Liga höher für Furore sorgen.
Text: Ruedi Stettler
Bild: Charpy Sportsphotography