Frauenfeld · 11.03.2026
Mehr als 300 000 Einwohnerinnen und Einwohner
Im Jahr 2025 stieg die Einwohnerzahl im Kanton Thurgau um 1,1 Prozent auf 300 097 Personen. Das Bevölkerungswachstum schwächte sich ab. Immer mehr Seniorinnen und Senioren leben im Thurgau, die Zahl der Kleinkinder sinkt. Dies geht aus der kantonalen Bevölkerungsstatistik hervor, die vom Amt für Daten und Statistik soeben publiziert wurde.

Ende 2025 zählten im Kanton Thurgau 300 097 Personen zur ständigen Wohnbevölkerung. Das sind 1,1 Prozent oder 3 286 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zu den Vorjahren schwächte sich der Zuwachs etwas ab (2024: +1,3 Prozent; 2023: +1,4 Prozent).
In 19 der 80 Thurgauer Gemeinden legte die Bevölkerung um mindestens 2 Prozent zu. Besonders ausgeprägt war die relative Zunahme in den Gemeinden Uesslingen-Buch (+8,9 Prozent; +100 Personen), Matzingen (+6,2 Prozent ; +190 Personen) und Güttingen (+5,6 Prozent ; +100 Personen). In absoluten Zahlen gab es die stärksten Zuwächse in Amriswil (+270 Personen; +1,8 Prozent), Matzingen (+190 Personen; +6,2 Prozent) und Sirnach (+180 Personen; +2,2 Prozent). In 16 Gemeinden verringerte sich die Einwohnerzahl; in der Hälfte dieser Gemeinden war die Abnahme gering und lag bei weniger als zehn Personen.
Langsamere Zunahme aus Ausland
Wie stark die Bevölkerung wächst, wird hauptsächlich durch die Zuwanderung aus dem Ausland bestimmt. Auch im Jahr 2025 stieg die Zahl der ständigen ausländischen Bevölkerung deutlich, und zwar um 2,3 Prozent oder rund 1810 Personen. Zuvor lag das jährliche Wachstum bei 3 Prozent oder mehr.
Ende 2025 zählten rund 81 700 ausländische Staatsangehörige zur ständigen Bevölkerung, dies entspricht einem Anteil von 27,2 Prozent. Nicht zur ständigen Wohnbevölkerung zählen Personen im Asylprozess und Ukrainerinnen sowie Ukrainer mit Schutzstatus S. Ende Dezember wurden rund 2 030 Personen mit Schutzstatus S in den Einwohnerregistern der Thurgauer Gemeinden geführt.
Nach wie vor ziehen viele Deutsche
Deutsche Staatsangehörige bilden im Thurgau die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe. Ende 2025 lebten 27 600 Deutsche im Thurgau, was einem Drittel der ausländischen Wohnbevölkerung entspricht. Ihr Bestand nahm, wie bereits im Vorjahr, um 3,2 Prozent oder 840 Personen zu. Weitere Zuwächse verzeichneten Staatsangehörige aus Rumänien (+180 Personen), Italien (+120) und Kroatien (+100). Der Bevölkerungsbestand der Rumäninnen und Rumänen hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt (+131 Prozent; +1050 Personen), bleibt mit 1 850 Personen jedoch klein.
Die Thurgauer Bevölkerung schweizerischer Nationalität nimmt moderater zu als die ausländische Bevölkerung. 2025 wuchs die Schweizer Bevölkerung um 0,7 % oder 1’480 Personen. Ihr Wachstum ist zum Teil auf Einbürgerungen zurückzuführen.
Zahl der Kleinkinder nimmt ab
Bereits seit 2023 sinkt die Zahl der Kleinkinder. Dieser Trend verstärkte sich 2025. Ende 2025 lebten 275 Kinder unter fünf Jahren weniger im Thurgau als im Vorjahr (-1,9 Prozent). Die Gruppe der 5- bis 9-Jährigen verzeichnete zwar ein Wachstumsplus (0,4 Prozent), aber auch dieses hat sich gegenüber dem Vorjahr verlangsamt. Seniorinnen und Senioren sind die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe. 2025 nahm die Zahl der über 65-Jährigen um 3,2 Prozent zu (+1 870 Personen). Bereits seit eineinhalb Jahrzehnten wächst diese Bevölkerungsgruppe um rund 3 Prozent pro Jahr.
Die Zunahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre) schwächte sich erneut ab. 2025 nahm die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner im erwerbsfähigen Alter lediglich um 0,5 Prozent oder 900 Personen zu. Insbesondere die Zahl der 20- bis 39-Jährigen wuchs kaum noch.
Durch das starke Wachstum der über 65-Jährigen haben sie zahlenmässig die unter 20-Jährigen eingeholt: Ende 2025 lebten im Thurgau rund 60 300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre sowie 60 450 Personen im Rentenalter.
Landeskirchen verlieren Mitglieder
Die Landeskirchen verlieren weiterhin jedes Jahr Mitglieder. 2025 betrug der Rückgang in der evangelischen Landeskirche -2,2 Prozent (-1 740 Personen) und war ausgeprägter als jener der katholischen Kirche (-1,5 Prozent; -1 220 Personen). Nur noch eine knappe Mehrheit der Bevölkerung gehört einer der beiden Landeskirchen an (52 %).
Text: id
Bild: Envato