Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 04.03.2026

Olympia-Lady mit einem bleibenden Erlebnis

Ein besonderer Eishockey-Fan auf der Tribüne in Frauenfeld beim Viertelfinal-Match gegen Huttwil (5:3) war Stefanie Wetli. Die 26-Jährige hatte mit dem Schweizer Nationalteam bei Olympia Bronze ergattert.

 

 

Warum aber war Stefanie Wetli überhaupt am Match in Frauenfeld? Diese Frage ist für die Gewinnerin von Olympia-Bronze in Mailand relativ leicht zu beantworten: «Weil mein Bruder Adrian beim EHCF spielt». Als Präsident der EHCF-Donatoren-Vereinigung 99er liess es sich René Weber nicht nehmen, mit der Olympia-Lady in der KEB ein Selfie zu machen. Schade, schaute sich die am 4. Februar 26 Jahre alt gewordene Zürcherin aus Sulz nur eine Viertelfinal-Partie des EHCF an, vielleicht wäre dann eine weitere Überraschung gegen Huttwil möglich gewesen.


Früh in den Thurgau gewechselt
Stefanie Wetli begann zwar ihre Karriere beim EHC Winterthur. Doch bereits als 16-Jährige spielte sie ab 2016 im Fanionteam des SC Weinfelden. Ab 2020 war sie für die Thurgau Indien Ladies im Einsatz. Als die Equipe drei Jahre später an den HC Davos ging, zog sie mit ins Bündnerland. Seit 2025 heisst ihr neuer Klub SC Bern und natürlich wurden die SCB-Bronzegewinnerinnen auch vom Verein bereits geehrt.
Doch jetzt ist wieder der Alltag eingekehrt. Seit gestern Dienstag wird wieder voll trainiert, denn ab dem Freitag beginnen die Playoffs gegen Ambri-Piotta. Und da gelten die Bernerinnen natürlich als Favoritinnen. Doch Wetli warnt: «In der Qualifikation haben wir gegen sie drei von vier Partien gewonnen. Die Playoffs haben aber schon ganz verschiedene Geschichten geschrieben».


Verantwortung übernommen
Schon in jungen Jahren bewies die Verteidigerin ihr Talent. Bei den Olympischen Jugendspielen 2016 in Lillehammer war sie dabei, als die U16 der Schweiz Bronze holte. Mit der U18 nahm sie viermal an Weltmeisterschaften teil und war 2018 sogar Captain. Im selben Jahr stieg sie in die A-«Nati» auf und stand bei Olympia in Pyeongchang und vier Jahre später auch in Peking im Einsatz. Erst vor wenigen Tagen folgte nun für die 173 Zentimeter grosse und 71 Kilogramm schwere Schweizerin die absolute Krönung mit Olympia-Bronze an den Winterspielen in Mailand mit einem 2:1 nach Verlängerung über Schweden.


Unbeschreiblicher Moment
Stefanie Wetli hat für die Schweiz schon über 150 Länderspiele absolviert, doch einen Ausreisser nach oben wird sie nie vergessen: Olympia in Mailand. Was war das für ein Gefühl, als Alina Müller den entscheidenden Treffer erzielt hatte? «Wir sind in der Verlängerung natürlich schon längst immer an der Bande gestanden. Nach dem Goal sind alle aufs Eis gerannt, haben Helme, Handschuhe und Stöcke einfach weggeworfen und vor Freude nur noch geschrien».
Auch jetzt kann die Zürcherin immer noch nur den Kopf schütteln: «Denke ich an diesen speziellen Moment zurück, ist das Gefühl einfach immer noch unglaublich schön. Unbeschreiblich». An einem Team-Event des SC Bern durften die Spielerinnen schon vor den Olympischen Spielen dem Bundeshaus einen Besuch abstatten. Mit der Zusage: «Wenn ihr eine Medaille gewinnt, dürft ihr noch einmal kommen».


Ruedi Stettler