Frauenfeld · 11.02.2026
Neuer Standort in der Grossen Allmend
Aussiedlung Werkhof und Stadtbusdepot
Der Werkhof und das Stadtbusdepot der Stadt Frauenfeld sollen auf dem Areal der Grosse-Allmend-Strasse einen neuen Platz erhalten. Der Stadtrat hat die Vorlage mit einem Kredit von 11 Millionen Franken an den Gemeinderat überwiesen. Eine Volksabstimmung ist im September 2026 geplant.

«Die heutige Situation an der Gaswerkstrasse ist für den Werkhof und das Stadtbusdepot nicht mehr tragfähig», sagte Stadträtin Andrea Hofmann Kolb, Vorsteherin Departement für Bau und Verkehr an einer Medienorientierung. Die Gebäude sind zu klein, sanierungsbedürftig und erfüllen teilweise gesetzliche Anforderungen nicht mehr. Eine Sanierung wäre teuer und würde die betrieblichen Probleme nicht lösen. Stadträtin Hofmann Kolb ergänzte: «Wir haben nun eine gesamtheitliche Lösung, die gut für die städtischen Nutzungen, aber auch finanziell interessant ist». Damit würden für die beiden Betriebe optimale Bedingungen geschaffen. Gleichzeitig geht es um die Entlastung und Aufwertung der Innenstadt. Die Planer sind überzeugt, dass dies zu weniger Nutzungskonflikten und mehr Raum für attraktives Wohnen und Arbeiten führt.
Bekannt ist, dass sich der aktuelle Standort von Werkhof und Stadtbusdepot an der Gaswerkstrasse in einem Wohnquartier inmitten der Innenstadt befindet. Diese soll entlastet werden. «Schon früh am Morgen sorgt der Betrieb für Lärm», sagte Sascha Bundi, Leiter Amt für Tiefbau und Verkehr. Das sei auch für die Anwohner unangenehm. Gemäss Bundi funktioniert der Betrieb am aktuellen Standort noch. Die Liegenschaften seien jedoch in die Jahre gekommen, die Infrastruktur nicht mehr zeitgemäss. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte werde damit stark eingeschränkt.
Bei einem Rundgang zeigte Bundi Garderobe mit fehlenden geschlechtergetrennten Garderoben. Mit einem Neubau können optimierte Lösungen geschaffen werden. Von einer Sanierung riet Robert Scherzinger, Leiter Amt für Hochbau und Stadtplanung, gänzlich ab. «Das ist nicht nachhaltig und kostet viel Geld», sagte Scherzinger weiter. Selbst dann fehle genügend Platz. 1991 hat die Stadt Frauenfeld das rund 20 000 Quadratmeter grosse Grundstück an der Gaswerkstrasse in einem Tauschgeschäft von der Hugelshofer Logistik AG erworben.
Neue Erschliessungsstrasse
Mit der geplanten Aussiedlung und dem Landkauf sollen Werkhof und Stadtbusdepot an den Stadtrand umziehen. Das Areal auf der Grossen Allmend umfasst rund 40 000 Quadratmeter. Seit 1987 befindet sich das Areal in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Die neue Grosse-Allmend-Strasse liegt dann nördlich der Stadt zwischen Langdorfstrasse, Waffenplatzstrasse, Autobahn A7 und Oststrasse beim ehemaligen Hotel Domicil.
Am neuen Standort können Synergien genutzt, Abläufe optimiert und die Elektrifizierung der Busflotte langfristig umgesetzt werden, heisst es weiter. Die neue Erschliessungsstrasse sorgt zudem für eine verlässliche Anbindung und entlaste wichtige Hauptverkehrsachsen ins Zentrum. Das Vorhaben schaffe zudem Handlungsspielraum für künftige Entwicklungen beim Werkhof und beim Stadtbusdepot. Auch für die Feuerwehr und Thurplus entstehen Optionen, wenn in Zukunft mehr Platz benötigt wird. Die Stadt sei im engen Austausch mit Armee und Pferdesportverein, ergänzte Hofmann Kolb ihre Aussagen.
Wohn- und Mischnutzung
Mit der Aussiedlung von Werkhof und Stadtbusdepot wird das Areal Gaswerkstrasse frei. Die frei werdenden Parzellen an zentraler Lage, sozusagen das «Filetstück», wie Stadtpräsident Claudio Bernold erklärte, könne weiterentwickelt werden. Mit neuen Wohn- und Mischnutzungen mitten in der Stadt gebe es weitere finanzielle Vorteile. Konkrete Pläne liegen nicht vor. Gemäss Stadträtin sollen diese Investitionen den Betrieb für die nächsten Jahrzehnte sichern und es der Stadt ermöglichen, flexibel und bedarfsgerecht auf die Anforderungen zu reagieren.
Volksabstimmung im September
Ende 2024 hat die Bevölkerung die Vorfinanzierung von 14 Millionen Franken für den neuen Werkhof und das neue Stadtbusdepot gutgeheissen. Seither wurde das Vorhaben überarbeitet und vertieft, sodass jetzt die Grundlagen vorliegen. «Die Stadt profitiert gleich mehrfach von diesem Projekt. Es ist eine grosse Chance», sagte Stadtpräsident Claudio Bernold.
Im nächsten Schritt berät der Gemeinderat die Vorlage über einen Kredit von 11 Millionen Franken. Dieser beinhaltet 8,3 Millionen Franken für den Kauf der nötigen Parzellen sowie 2,7 Millionen Franken für die Planung und Projektierung. Die Stimmbevölkerung befindet voraussichtlich im September 2026 über das Kreditbegehren.
Text und Bild: Manuela Olgiati