Frauenfeld · 12.11.2025
Hippie-Flair am Fasnachtsjubiläum
Murganesen eröffnen die närrische Zeit in Frauenfeld
Die einen fürchten sie wie der Teufel das Weihwasser, die anderen zelebrieren sie mit grossem Knall und Konfettiregen. Seit gestern, dem 11. November, ist Fasnacht! Pünktlich um 19.13 Uhr fiel der Startschuss zur Fasnachtssaison in Frauenfeld. Beim Peggy’s eröffneten die Murganesen die fünfte Jahreszeit mit einer bunten Party und präsentierten ihr Motto «Love, Peace und Konfetti».

Ausserdem trat Sandro Erné sein Amt als Obernarr an. Während der närrischen Tage wird Obernarr Sandro Erné (Sandro I.) die Stadt Frauenfeld regieren. Ob er nun Lautsprecher für den Flüsterbelag auf Frauenfelds Strassen installieren wird, und warum er die Fasnacht für wichtig hält – das und mehr verrät er im «Under üs» auf der letzten Seite dieser Ausgabe. Das Programm der Fasnacht 2026 ist ein besonderes, feiern die Murganesen doch ihren 60. Geburtstag. 1966 wurde der Grundstein für die Gründung der Narrengesellschaft Murganesen gelegt. «Die Fasnacht 2026 blickt auf ihre Geschichte zurück und schreitet mit grossen Schritten in die Zukunft», heisst es in einer Medienmitteilung der Murganesen. Das Epizentrum der Frauenfelder Fasnacht wird die Festhalle Rüegerholz sein. Hier wird Kult-Komiker Peter Pfändler an der Comedy Night auftreten. Noch mehr Höhepunkte, Programm und alles, was Fasnachtsbegeisterte und solche, die es werden wollen, noch wissen sollen, lesen Sie auf Seite drei.
Die 60er-Jahre waren eine Zeit der Befreiung. Die Musik der Beatles prägte das Jahrzehnt, ebenso wie die Hippie-Bewegung und Woodstock. Auch in Frauenfeld wurde Geschichte geschrieben, als fünf Fasnachtsbegeisterte, allen voran Werner Rösch, 1966 den Grundstein für die Murganesen legten.
Rückblick auf 60 Jahre
Passend zum Gründungsjahrzehnt haben die Murganesen das Motto «Love, Peace und Konfetti» gewählt. Für die Kostüme bieten die 60er-Jahre eine grosse Bandbreite; von bunten Hippiehemden über Schlaghosen und Blumenkleider bis zu übergrossen Sonnenbrillen und langen Haaren.
Präsident der Murganesen, Ivan Gubler, blickt mit Freude auf das Jubiläum: «Es erfüllt mich mit Stolz, dass die Murganesen und die Frauenfelder Fasnacht bereits so lang bestehen. Mit unserem Narrenschiff haben wir in den vergangenen 60 Jahren schon mehrmals stürmische See erlebt.» Dennoch hatten die Narren keinen Schiffbruch erlitten, sondern tapfer weiter Fasnacht zelebriert.
Ivan Gubler selbst ist ein unermüdlicher Fasnachtler: Er war von 1992 bis 2006 bei der Guggemusig Rungglä-Süüder dabei. Seit 2007 ist er bei den Murganesen und seit 2008 deren Präsident. «Als Kind bin ich schon immer verkleidet an die Fasnacht gegangen. In der Jugendzeit war ich bei den Tambouren in der Jugendmusik Frauenfeld. Mit unserer Tambourengruppe haben wir auch mit Larven und Kostümen an Fasnachtsumzügen teilgenommen. Wir sind damals auch auf meine Initiative in dekorierte Restaurants gegangen, haben dort unsere Stücke aufgeführt und danach Geld gesammelt, welches wir uns dann untereinander aufgeteilt haben», erinnert er sich.
Sandro I übernimmt
Auch Sandro Erné hat sich der Fasnacht verschrieben. Er wird vom 12. bis 17. Februar 2026 das Zepter in die Hand nehmen und die Stadt Frauenfeld regieren. Der gelernte Hochbauzeichner und Dachdecker führt die Beerli & Erné AG in Frauenfeld. Er bezeichnet sich als stolzer Erchinger. Ausserdem ist er Schlagzeuger bei den legendären Funkeys, Eishockeyspieler und ehemaliger Gemeinderat.
Die offizielle Amtseinsetzung wird traditionell am Schmutzigen Donnerstag, 12. Februar, um 19.13 Uhr vor dem Rathaus Frauenfeld stattfinden. Erstmals wird Stadtpräsident Claudio Bernold das Zepter und den Kelch, die Insignien der Macht, und somit die Regierung der Stadt Frauenfeld an das närrische Oberhaupt übergeben, heisst es in der Medienmitteilung der Murganesen. Zusammen mit der Maskengruppe Murgratzen präsentieren sie ihr Programm.
Highlights zum Jubiläum
Das Jubiläum bietet einige besondere Höhepunkte. Für die Comedynight konnten die Murganesen den Kult-Komiker Peter Pfändler als Headliner gewinnen. Bekannt aus mehr als 1700 Bühnenshows und mit über 400 TV-Auftritten zählt Peter Pfändler zu den besten Schweizer Komikern des Landes. Er wurde unter anderem mit dem höchsten Preis im Showbusiness, dem «Prix Walo», ausgezeichnet. Gemeinsam mit diversen regionalen Künstlern wird er für beste Unterhaltung sorgen.
Neu in diesem Jahr findet zudem die Frauenfelder «BassNacht» am Samstag, 14. Februar, statt. Top-DJs legen Party-Sound mit fetten Beats auf und bringen das Partyvolk und die Festhalle Rüegerholz zum Kochen. Ein Joy-Bereich mit Beerpong-Tischen und weiteren Fun-Aktivitäten sorgt zusätzlich für ein cooles Erlebnis. Headliner ist das weibliche DJ Duo Anvee aus Deutschland. Co-Headliner ist DJ Max Lean, weitere Acts sind noch offen. Kostümiert oder nicht: Alle sind herzlich willkommen, heisst es von den Murganesen. Für Tanz und Partysound sorgt Reto Eigenmann.
Programm für Gross und Klein
Am Samstag, 14. Februar, findet der Kinderumzug statt. Von der Freie Strasse führt dieser via Promenadenstrasse zum Marktplatz. Anschliessend kann sich der Narrennachwuchs in der Kinderdisco austoben und bei der Maskenprämierung in der Festhalle Rüegerholz tolle Preise gewinnen.
Auf einer Strecke von 1 111 Metern führt am Sonntag, 15. Februar, der grosse Fasnachtsumzug durch die Kantonshauptstadt und endet mit Guggenkonzerten und Festwirtschaft ebenfalls in der Festhalle.
Bestimmt ausgepowert, jedoch stolz auf die erbrachte Leistung, geben die Narren am Dienstag, 17. Februar, die Regierung an den Stadtpräsidenten und den Stadtrat zurück. Die Frauenfelder Fasnachtsvereine freuen sich auf die närrischen Tage 2026 mit vielen begeisterten Besuchern.
Text: Elke Reinauer
Bild: FW-Archiv