Frauenfeld · 12.11.2025
«Sang und Klang» feiert mit Schwung und Wein die Musik
Männerchor Eintracht Ettenhausen lädt zum Festival der Stimmen
Als an diesem Abend der letzte Ton von «Chore & More» im tosenden Applaus verklang und das Publikum stehend jubelte, begriff auch der Letzte: «Sang und Klang» in der Turnhalle Ettenhausen war ein voller Erfolg. Jeder der sechs Programmpunkte war auf seine Art und Weise ein Höhepunkt.

Der Männerchor Eintracht Ettenhausen hatte zum fünften Mal zu «Sang und Klang» geladen. Der Abend stand im Zeichen des Rebbergs, den der Verein seit 50 Jahren besitzt und pflegt. So gab es nicht nur Sängerwy zu trinken und zu kaufen, auch konnte man sich über den Rebberg informieren und erfahren, dass dieser nun neu bepflanzt wird. Nach 50 Jahren ist es Zeit, die Traubenstöcke zu erneuern: Mit der pilzwiderstandsfähigen weissen Traube «Solaris» wollen die Sänger die Zukunft beschreiten. Der Sängerwy floss an diesem Abend nicht nur in die Kehlen, sondern auch aus den Kehlen heraus: Der Männerchor Ettenhausen, unter der Leitung von Daniel Hegland, besang den «Saft der Reben» und forderte auf, vom Ettenhausener Wein zu trinken. Dass aus Rebstöcken nicht nur Wein, sondern auch Kunst entstehen kann, davon konnten sich die Besucher im Untergeschoss ein Bild machen: Hier präsentierte Peter Eigenmann seine aus Rebstöcken geschnitzten Engel.
Von Flaschen und Wasser
Anschliessend machte Bundesvertreter Dr. Walter B. Grünspan seine Aufwartung: Kabarettist und Schauspieler Matthias Kunz brachte das Publikum als Vertreter aus Bundesbern mit viel Wortwitz und Scharfsinn zum Lachen. Er empfahl in Reben zu investieren, dann gebe es immerhin 11 Prozent Rendite. 50 Jahre Rebberg seien «nicht nichts»: Ein paar Jahrgänge mit Kopfschmerzen und viel Freude mit den «Flaschen des Männerchors». Er spielte auf die Wasserpreise der Gemeinde Aadorf an: «Wer Wein hat, braucht kein teures Wasser», so seine Lösung zum Thema Wasserpreis.
Vielfältiges Programm
Weiter gings im Programm mit den «Sexdepps» den «Sechs Deppen, die nicht zählen können», wie sie sich vorstellten. Denn das vermeintliche Sextett ist gar keins: Zu fünft sang die a cappella-Gruppe Lieder wie «Tauben vergiften im Park» von Georg Kreisler oder ein Chanson von Edith Piaf. Anspruchsvoll mit verschiedenen Stimmlagen, die ineinandergriffen, und ganz viel Text, zeigten die Sexdepps ihr ganzes Können. Die Sänger stammen, bis auf einen, aus der Region und treten seit 27 Jahren auf.
Nach der Pause erklangen retroromanische, italienische und englische Lieder vom «Chorus Elgg», der 2015 neu gegründet wurde. Unter der Leitung von Natalia Staroverova ist der Chor mittlerweile ein fester Bestandteil im Kulturleben von Elgg.
Schwungvoll legten die Frauen der At Anwen-Zumba-Showgruppe los: Mit viel Energie und Freude an Bewegung tanzen die Zumba-Mädels bereits seit 13 Jahren und gaben dem Publikum einen Einblick, wie viel Spass Zumba bieten kann.
Alle klatschen mit
Zu guter Letzt rockten die Sängerinnen und Sänger von Chore&More unter der Leitung von Sarah Utzinger die Bühne. Mit Pop-Medleys rissen sie singend und klatschend das Publikum mit, das es bald nicht mehr auf den Stühlen hielt. Mit einem Medley aus Schweizer Liedern verabschiedeten sie sich unter tosendem Applaus.
Die Mitglieder des Männerchors hatten sich mit einem Quiz ganz schön anspruchsvolle Fragen einfallen lassen. Hier drehte sich alles um den Rebberg, seine Grösse und die vielen Arbeitsstunden der Sänger in den Wein. So hatten 131 am Wettbewerb teilgenommen und nur 29 alle richtigen Antworten gewusst, wie Präsident Pascal Mettler verkündete. Davon wurden dann fünf Gewinner gezogen, die einen Fresskorb, einen Malkurs bei Künstlerin Marianne Zehnder oder Fondue- und Raclette-Essen gewonnen hatten. Präsident des Männerchors, Pascal Mettler bedankte sich bei allen Helfern und Helferinnen des Abends, die bedient, gekocht und die Gäste mit Winzerwurst, Sängerwein, Kaffee und Kuchen versorgt hatten. Sowie allen Chorleitern, Organisatoren und Helfern auf und hinter der Bühne. Nach dem offiziellen Teil ging es dann zur After-Show-Party mit der Rebbergstreet Band ins Untergeschoss, wo die Bar bis in die frühen Morgenstunden geöffnet hatte.
Text und Bild: Elke Reinauer