Frauenfeld · 01.10.2025
Ab nach Slowenien: nächste Weltmeisterschaft steht vor der Tür
«We are Hip Hop!» trainierte an diesem Mittwochabend in Luca`s Streetdance-School in Aadorf fleissig für die kommende Weltmeisterschaft. Unterrichtet von dem 42-jährigen Tanzlehrer und Tanzschulleiter Luca Scioscia bewegte sich die Gruppe in ihren violett-schwarzen Hemden im Rhythmus der Musik. Um ihrem Namen alle Ehre zu machen, steht «We are Hip Hop!» in gelber Schrift über die Brust geschrieben. Darunter tragen sie ein weisses Langarmshirt und passend dazu weisse Schuhe.

«We are Hip Hop!» ist eine aus 23 Mitgliedern bestehende Tanzgruppe aus Aadorf. 2023 hat sie den 17. Platz an der WM in Polen belegt. Die Gruppe hat sich 2023 für die diesjährige Weltmeisterschaft qualifiziert, die von 25. bis 30. Oktober in Slowenien stattfindet. Da die Mitglieder von «We are Hip Hop!» zwischen 11 und 16 Jahre alt sind, kommt eine Begleitperson mit. Neben «We are Hip Hop!» gibt es noch die Tanzgruppe «Elected». Zusammen mit Fabio Pagliarulo unterrichtet und choreografiert Luca Scioscia die Tänze für die Gruppe. Um Teil der Gruppe zu werden, sollte man mindestens 17 Jahre alt sein. Im Gegensatz zu «We are Hip Hop!» können auch externe Tänzer Mitglieder werden. Um in die Gruppen aufgenommen zu werden, muss man an einem Casting teilnehmen. Die Gruppe «Elected» qualifizierte sich ebenfalls für die Weltmeisterschaft.
Um auf einem hohen Niveau zu tanzen, arbeitet die Gruppe hart. Mittwochs probt «We are Hip Hop!» jeweils zweieinhalb Stunden. Insgesamt fünf Stunden in der Woche. Mona Sollberger, Mitglied von «We are Hip Hop!» erklärt: «Einige sind schon seit fünf oder vier Jahren in der Tanzgruppe, andere sind neu dabei.» Nervös sind die Tänzer vor einem Auftritt noch immer. Vor dem Tanzen mit der Gruppe zu reden, helfe aber, sagte Flavia Ziccardi, ebenfalls Mitglied von «We are Hip Hop!» Julian Dluzewski, Tänzer, fügt hinzu, er sei vor dem Auftritt schon nervös. «Ich vergesse die Nervosität, wenn ich auftrete.»
Flavia Ziccardi antwortet auf die Frage nach Herausforderungen, dass die Energie noch ein Problem sei. «Wir arbeiten auch am Gesichtsausdruck», erklärt sie. Dies sei aber Jammern auf hohem Niveau, so Luca Scioscia. Es gebe aber immer etwas, was man noch verbessern könne.
Weg zur Tanzschule
Luca Scioscia ist diplomierter Augenoptiker. Das Unterrichten sei mehr die künstlerische Seite seines Lebens. Scioscia habe schon als Teenager gerne getanzt. Der Tanzlehrer nahm 2007 an der Castingshow «MusicStar» teil. Dort lernte er Detlef Soost, Mitglied der Jury, kennen. Soost ist ein bekannter Choreograf und Tänzer. Er habe Scioscia den Mut gegeben seinen Traum zu verwirklichen: eine Tanzschule zu eröffnen. «Ich wollte immer eine Tanzschule eröffnen, wie ich es früher gerne gehabt hätte», erklärte Scioscia. 2007 gründete Luca Scioscia die Luca’s Streetdance-School. Anfangs unterrichtete er etwa 60 Schüler. Jetzt sind schon 160 Tänzer und Tänzerinnen Teil der Schule. Es gibt dazu vier weitere Tanzlehrer, die den Tänzern ihr Können weitergeben. Im Hip-Hop seien sie Profis. «Wir haben uns nicht nur in einer Richtung festgefahren», erklärte Scioscia. Es komme immer auch auf die Regeln eines Wettbewerbs an. Sie tanzten auch schon im Jazz- oder Contemporary-Stil.
Spass beim Unterrichten
«Das Wichtigste beim Unterrichten ist der Spass», sagte Scioscia. Ausserdem sollen die Tänzer nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert sein. Die Technik der Hip-Hop Kultur zu vermitteln, sei ebenfalls sehr wichtig. «Ein Bounce (Beugung der Knie) kann jeder», sagt er. Aber dass es auch gut aussieht, ist das Schwere daran. Um die Bewegungsqualität zu verbessern, wird repetiert. Dies sei auch das, was die Gruppen und Schüler sehr weit brachte und bringen werde. Dabei geht es darum die Bewegungen gut auszuführen und aussehen zu lassen. Am meisten Spass macht Mona Sollberger das Tanzen. «Und das Gruppengefühl», fügt sie an. In der Gruppe etwas zu erreichen, mache sehr viel Spass.
«Jeder ist willkommen», sagte Luca Scioscia. Auch für Anfänger gibt es Kurse.
Text und Bild: Emma Ramsauer