Frauenfeld · 01.10.2025
Frauenfeld «ON FIRE» Ein kurzer Blick aufs Generations Jazz Festival im Eisenwerk
Einmal eingetaucht, immer dabei. So fühlt es sich an, wenn man einmal auf dem Frauenfelder Jazz Festival gewesen ist. Es packt einen und lässt nicht mehr los. Schon jetzt fett markiert in die Agenda: die nächste Ausgabe 2027. Das Generations Jazz Festival in der light Version ist am Wochenende zu Ende gegangen, doch die verschiedenen Klänge werden seine BesucherInnen und KünstlerInnen noch länger im Herzen tragen.

Obwohl die diesjährige Ausgabe nur fünf Konzerte umfasste, bot sie ein breites Spektrum an musikalischen Höhepunkten. So überraschten etwa die heissen Elektrobeats von Egopusher, die das Publikum zum Mittanzen brachten. Oder das Konzert «Leviation» mit Truhenorgel am späten Abend, eine Art Klangmeditation, wie man sie sonst nur in Kirchen erlebt.
Vom Mitwirkenden zum prägenden Gesicht: «Für einige Menschen ist Jazz ihre Sprache», so der musikalische Leiter Dominik Deuber. Das Generations Jazz Festival bietet unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten, für den neugierigen Laien bis hin zum Kenner. Für Deuber steht fest: Der Fokus des Festivals liegt und bleibt auf dem «aktuellen Jazz», fern vom rein traditionellen Jazz. Hier konnte man nicht nur Musik erleben, sondern auch Menschen und ihre Geschichten kennenlernen.
Deuber selber könnte man als Urgestein des Festivals bezeichnen, seit 1998 kennt er das Festival und ist seit 2002 in der Organisation dabei. Im Gespräch gibt Deuber preis, dass ihn die Arbeit beim Festival in jungen Jahren nachhaltig geprägt hat und ihn bis heute beruflich beeinflusst. Er wünscht sich, dass mehr junge Menschen aus der Region die Chance einer freiwilligen Festivalarbeit nutzen und schätzen, weil man auf vielen Ebenen profitieren kann. Für ihn zählt dabei vor allem: Spass haben, Begegnung mit unterschiedlichen Menschen und Kunst machen.
Wenn Musik zum Abschied spricht
Zum Höhepunkt wurde das Abschiedskonzert «What remains is Sound», gespielt von Pianist Stefan Rusconi, eine Hommage an den verstorbenen Vereinspräsidenten Robert ‚Röbi‘ Fürer, die an die Endlichkeit des Seins erinnerte. Sein intensives Klavierspiel, teils im Solo, liess das Publikum den Atem anhalten. Nebelschwaden im Scheinwerferlicht bewegten sich mit den Klängen seines Stücks «Leaving Earth» und verstärkten die Stimmung des Loslassens. Als besondere Überraschung trat Geiger Tobias Preisig hinzu und verlieh dem Abschiedskonzert eine zusätzliche Klangfarbe.
Jazz, der verbindet
Eine Entdeckungsreise, die Frauenfelder und Thurgauer bereichert. Das Festival, die Künstler, der Jazz- sie lassen den Alltag vergessen. Jazz eröffnet unendliche Ausdrucksmöglichkeiten. Nicht nur Stefan Rusconi verliess die Bühne mit einem Lächeln: Auch der Applaus zeigte, wie Musik Herzen öffnet und Menschen verbindet.
Text: Maria Naschke-Baasner
Bild: Alexander Ponet