Frauenfeld · 24.09.2025
Dorfzentrum Stettfurt muss warten
Weiterentwicklung in der Gemeinde Stettfurt
Nach jahrelanger Planung und schliesslich Ablehnung sistiert der Gemeinderat Stettfurt die Neugestaltung des Dorfzentrums für mindestens zwei Jahre.

An der Gemeindeversammlung vom Mai 2025 haben die Stimmberechtigten die Landumlegung im Dorfzentrum mit einer kleinen Mehrheit abgelehnt. Auch die Baurechtsverträge mit der Genossenschaft «Stöpfert Mitti» fanden keine Mehrheit. Die Landumlegung war Bestandteil des Gestaltungsplans Dorfzentrum, der zur öffentlichen Auflage bereit war. Ohne Landumlegung lässt sich der Gestaltungsplan nicht realisieren, schreibt der Gemeinderat Stettfurt in einer Mitteilung. Die Enttäuschung nach der Versammlung war bei Gemeindepräsident Markus Bürgi gross. Somit ist der Gestaltungsplan Dorfzentrum in dieser detailliert ausgearbeiteten Variante vorerst vom Tisch. Der Gemeinderat bedauert dies sehr, da er weiterhin von der Qualität der Planung überzeugt ist, ebenso viel Arbeit, Geld und Energie in die Planung investierte.
Weiterhin Entwicklungspotenzial
Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage hat der Gemeinderat seit der Versammlung mit den Grundeigentümern gesprochen und auch die Genossenschaft in diese Gespräche miteinbezogen. Für den Gemeinderat ist das betroffene Gebiet im Dorfzentrum unverändert ein für eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern geeigneter Bereich des Dorfs. «Es eignet sich für eine verdichtete Bebauung», schreibt der Gemeinderat weiter. Die Arbeiten für den Gestaltungsplan, besonders die Testplanung und das Richtprojekt, haben gezeigt, dass eine qualitativ sehr gute und eingepasste Bebauung möglich ist. Für den Gemeinderat steht weiterhin fest, dass dieses Gebiet entwickelt werden sollte. Es biete Stettfurt an zentraler Lage, einen vielfältigen Wohnraum sowie die Möglichkeit gewerblicher und öffentlicher Nutzung.
Der Gemeinderat hatte jedoch an der Gemeindeversammlung den Eindruck, dass der Widerstand gegen den Gestaltungsplan und die Idee des genossenschaftlichen Wohnens nicht aus einem bestimmten Grund erfolgte, vielmehr wurden verschiedene Interessen laut. Allgemein entstand der Eindruck, dass die Stimmberechtigten der baulichen Weiterentwicklung der Gemeinde kritisch gegenüberstehen.
Wiederaufnahme verschoben
Nach den Gesprächen mit den Eigentümern und den Vertretern der Genossenschaft, auch im Hinblick auf die Situation ist der Gemeinderat zum Schluss gekommen, die Planung des Gebiets im Dorfzentrum nicht gleich wieder aufzunehmen. Da das Gebiet wegen der bestehenden Gestaltungsplanpflicht einen Gestaltungsplan benötigt und die Entwicklung trotz allem nicht stehen bleiben soll, möchte der Gemeinderat dies nicht zu lange hinauszögern. Mit Blick auf die neue Legislatur sei es sinnvoll, dann über eine Wiederaufnahme der Arbeit nachzudenken.
Der Gemeinderat dankt den Grundeigentümern für ihre über Jahre konstruktive und auch intensive Mitarbeit an dieser Planung. Ein Dank geht auch an Architekt Tom Munz und sein Team und Landschaftsarchitektin Rita Mettler, die beide mit ihrem Richtprojekt bis tief ins Detail aufgezeigt haben, wie qualitative Entwicklung möglich ist. Für «sein» Stettfurt hat Raumplaner Hanspeter Woodtli über sein Pensionsalter hinaus mit seiner ganzen Erfahrung den Gemeinderat in der Planungsarbeit begleitet und unterstützt. Es war immer zu spüren, dass ihm dieses Projekt besonders am Herzen lag.
Text und Bild: Manuela Olgiati