Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 03.09.2025

«Es war wirklich ein grandioser Anlass»

Die formidablen Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften der Aktiven in Frauenfeld haben landesweit ein grosses Echo ausgelöst. OK-Präsident Matthias Gredig darf eigentlich nur Positives vermelden.

 

 

Nach ihrem Sieg im Speerwerfen wurde Selina Capaul auf der Kleinen Allmend in Frauenfeld nach ihrem Befinden gefragt. Die Churerin sprach das aus, was unzählige andere Teilnehmer ebenfalls äusserten: «Auf dieser neuen Anlage habe ich mich extrem wohl gefühlt. Unglaublich, die vielen Zuschauer. Diese stimmungsvolle Ambiance. Ich möchte mich bei allen ganz herzlich für die famose Unterstützung bedanken».
Vom Organisator LC Frauenfeld war OK-Präsident Matthias Gredig immer mittendrin im Geschehen und mit den zahlreichen Aushängeschildern eng im Kontakt: «Keiner hatte etwas zu mäkeln. Stabhochsprung-Meisterin Angelica Moser hat sich am Sonntagabend nochmals extra per SMS für die super Organisation bedankt. Marcel Hug lobte nach dem Rennen der Rollstuhl-Sportler die exzellente Ambiance. Hürden-Spezialist Jason Joseph war trotz Sieg über seine Finalzeit enttäuscht, erwähnte aber die perfekte Organisation».
Nach einer kurzen Verschnaufpause darf Gredig anfügen: «Unser Konzept ist voll aufgegangen. Natürlich auch dank den wunderbaren Wetter-Bedingungen und den fast schon enthusiastisch mitgehenden Zuschauern. 8150 Fans an zwei Tagen auf der Kleinen Allmend, das ist grandios».


Feuerwerk zum Abschluss
Die Wettkämpfe wurden auf einem wirklich hohen Niveau ausgetragen. Man darf getrost sagen, nicht nur die Stars haben nach Athletissima in Lausanne und vor Weltklasse Zürich geliefert. Auch einige Aussenseiter wussten ihre Chance zu nutzen. Einen Wettkampf möchte Gredig herausheben: «Was zum Abschluss der Titelkämpfe beim 800-Meter-Lauf der Frauen passierte, das war einfach genial. Nicht nur Siegerin Audrey Werro lief in 1:56,29 eine Fabelzeit, auch die dahinter klassierten Lore Hoffmann (1:58,90) und Veronica Vancardo (1:59,10) erzielten neue persönliche Bestzeiten. Die drei dürfen sich jetzt an der WM in Tokio zeigen».


Das Glück des Tüchtigen
Zum gewaltigen Zuschauer-Aufmarsch hält der 59-jährige Gredig fest: «Das war das Glück des Tüchtigen infolge des herrlichen Wetters. Zweifellos sind viele Leute wohl sogar erstmals ins Stadion gekommen, ganz einfach um zu sehen, wie sich die neue Anlage präsentiert. Und natürlich, weil sie wussten, dass sie hautnah an die Stars herankamen». Gab es auch heikle Situationen? «Als Stella Derungs im Hürden-Vorlauf schwer auf den Kopf stürzte und fast regungslos liegen blieb, getraute ich mich nicht, sie hochzuheben. Zum Glück eilte sofort der Vater von Siebenkämpferin Annik Kälin herbei. Er wusste als Arzt, was mit dem verletzten Halswirbel zu tun ist. Wir brachten sie ins Spital, das sie aber am Abend wieder verlassen konnte».


Anlage hat sich bewährt
Nicht nur zur Organisation, sondern ebenso zur brandneuen Anlage gab es viele positive Rückmeldungen. Da war selbst Matthias Gredig im Vorfeld etwas skeptisch: «Auf einer neuen Anlage ist der Belag noch etwas weich, weil er eine gewisse Elastizität braucht. Er wird erst im Verlaufe der Zeit etwas härter und damit auch schneller. Die vielen Spitzenzeiten deuten darauf hin, dass wir hier vor erfreulichen Tatsachen stehen. Die Anlage hat sich total bewährt». In zwei Jahren steigt übrigens wieder eine Schweizer Meisterschaft in Frauenfeld, diesmal für den Nachwuchs.


Lob an die vielen Helfer
Seit dem Jahr 2000 amtet bei Gross-Veranstaltungen Matthias Gredig als OK-Präsident. Der jetzige Aktiv-Titelkampf war für ihn nach 2003 und 2014 bereits der Dritte. Eines will er noch loswerden: «Wir haben auch diesmal eine riesige Infrastruktur aufgebaut. Da möchte ich den unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfer ein Sonderlob aussprechen. Sie haben im Vorfeld schon Grandioses geleistet und der Abbau, der war einfach sensationell. Gleich nach Wettkampf-Schluss am Sonntag begann das Abräumen und am Montagmittag sah die Kleine Allmend tatsächlich schon wieder so wie immer aus. 
Chapeau».


Text und Bild: Ruedi Stettler