Frauenfeld · 03.09.2025
Hauptlauf bei besten Bedingungen
44. Stadtlauf Frauenfeld
Der 44. Frauenfelder Stadtlauf vom vergangenen Samstag war ein voller Erfolg. Rund 1000 Läuferinnen und Läufer gingen bei sonnigem, mildem Wetter auf die Strecke durch die Alt- und Innenstadt. Den Sieg holten sich Samira Schnüriger (LC Regensdorf) aus Einsiedeln in 25:45.5 und der in St. Gallen lebende Brite Jack Wood (LC Brühl Leichtathletik) in 22:35.5. Die bestehenden Streckenrekorde von Fabienne Vonlanthen und Seare Weldezghi blieben unangetastet.

OK-Präsident Beat Ambühl blickte hocherfreut in die Runde: «1070 Anmeldungen begrüssen wir an dieser 44. Ausgabe des Frauenfelder Stadtlaufs.» Zahlreich waren die Helferinnen und Helfer auf Streckenposten in der Altstadt im Einsatz.
Die Sanität hatte fast am Schluss der sportlichen Veranstaltung alle Hände voll zu tun. Bei einigen Läufern haben sich Blasen an den Füssen gebildet, es braucht Heftpflaster und Zuspruch. Eigentlich stimmte alles. Das Mitmachen stand mehr im Vordergrund als sportliche Ambitionen.
Fans feuern die Läufer an
In verschiedenen Kategorien waren Kinder, Frauen, Männer und Familien am Start. Der jüngste Teilnehmer, ein Baby, wurde von der Mutter im Kinderwagen ins Ziel geschoben. Über die Altersgrenze nach oben, diskutierten Zuschauer im Zielgelände. Bei den Veteranen war ein 88-jähriger Läufer aus Zürich am Start. Im Publikum fanden die ehemaligen Stadtlauf-OK-Chefs Nicole und Philipp Lohri den Teilnehmern zu.
Zuschauer verteilen sich
Die historische Innenstadt verwandelte sich in ein sportliches Zentrum, das rund 2500 Besucherinnen und Besucher anlockte – zum Mitlaufen, Anfeuern oder Verweilen. Im Festzelt in der Vorstadt sassen die Gäste inzwischen an Tischen, Heini Bertschi heizte auf der Handharmonika ein. Die Sprinter eilten an den Tischreihen vorbei.
Bereits bei den Jüngsten hatte sich eine grosse Gruppe von Menschen beim Start am Soldatendenkmal versammelt. Hier und da ein Lächeln und ein Winken, ein Lob vom Gotti oder Götti. Bei den grösseren Kindern feuerten Väter die jungen Läufer an. Am Ziel warteten Mütter und Grosseltern auf den sportlichen Nachwuchs. Speakerin Eveline Bachmann motivierte am Mikrofon. Die Teilnehmenden wurden mit Getränken, einem «GoodieBag», mit Geschenken der Sponsoren, einem Finisher-Shirt und einer Medaille empfangen.
Hauptlauf sorgt für Nervenkitzel
Ein packendes Rennen war es bei den Herren – ein klarer Sieg bei den Frauen. Der Hauptlauf über 7525 Meter (fünf Runden) startete um 18 Uhr. Bei den Herren bildete sich schon früh eine Spitzengruppe mit Jack Wood, dem Kenianer Eric Muthomi Riungu (LA Mutschellen), Duathlon-WM-Bronzemedaillengewinner Jens-Michael Gossauer (LC Uster) sowie Triathlet Patrick Benz (Tricademy – School of Movement). Nach spannenden Führungswechseln lieferten sich Wood, Riungu und Gossauer bis in die letzte Runde ein enges Duell. Ein Sturz bremste Gossauer, sodass Wood sich auf den letzten Metern gegen Riungu durchsetzte und mit 6.8 Sekunden Vorsprung gewann. Gossauer erreichte den dritten Rang mit 18.5 Sekunden Rückstand. Bei den Damen dominierte Samira Schnüriger von Beginn an und distanzierte die Eritreerin Sina Michael (STB Leichtathletik), die das Rennen 2023 für sich entschied, um 80 Sekunden. Auf Rang drei lief die erst 18-jährige Rahel Good (thurgorienta), zweifache Juniorinnen-OL-Europameisterin, aus Nussbaumen.
Stadtlauf im Zeichen der Inklusion
Wie bereits in den vergangenen Jahren stand der Stadtlauf auch dieses Mal unter dem Label «UNIFIED». Dank der Kooperation mit Special Olympics Switzerland war der Lauf offen für alle – unabhängig von einer Beeinträchtigung. Auch Läuferinnen und Läufer der Bildungsstätte Sommeri waren zahlreich vertreten. In der Kategorie «JoggerIn» starteten Unified-Teilnehmende gemeinsam mit anderen Sportlerinnen und Sportlern – gelebte Inklusion auf Augenhöhe. Die Rangverkündigung führte das OK unter den lauschigen Bäumen auf der Promenade durch. «Ein guter Platz wiederum für diesen Stadtlauf», sagte Gemeinderatvizepräsident Reto Brunschweiler. Der Stadtlauf-Präsident Beat Ambühl nickt zufrieden. «Läuft es rund wie dieses Mal, macht es doppelt so viel Spass.» Ambühl lobte das eingespielte Helferteam, 121 freiwillige Helferinnen und Helfer sorgten für einen gelungenen Anlass. Die Veranstalter ziehen eine äusserst positive Bilanz und richten den Blick bereits auf die 45. Ausgabe des Frauenfelder Stadtlaufs am 29. August 2026. Die Ranglisten sind hier abrufbar: www.datasport.com
Text: Manuela Olgiati und Bild: Emma Ramsauer