Frauenfeld · 03.09.2025
Millionen-Umbau der Passage Frauenfeld startet Ende September
Gesamtsanierung des Einkaufzentrums soll rund 24 Monate dauern, der Betrieb geht dabei weiter
Gesamtsanierung und Neupositionierung der Passage in den nächsten zwei Jahren als regionales Versorgungszentrum: Dies haben die beiden Eigentümerinnen des Einkaufszentrums, Räschle Stiftung und die Helvetia Lebensversicherungsgesellschaft AG, gemeinsam entschieden.

Die Baubewilligung wurde im April erteilt. Als offizieller Baustart ist der 29. September vorgesehen, wobei im Vorfeld Vorbereitungsarbeiten in Form von Bauplatzinstallationen erfolgen. Die Bauarbeiten des Grundausbaus und der gesamten Mieterausbauten werden rund 24 Monate dauern, heisst es in einer Medienmitteilung.
Umfang des Projekts
Aufgrund der Lage der Liegenschaft stellt das Bauvorhaben für alle Beteiligten eine organisatorische und logistische Herausforderung dar. Die Ladengeschäfte bleiben während der Umbauzeit geöffnet und werden vorübergehend in provisorische Flächen innerhalb des Einkaufszentrums umziehen, bis ihre definitive Fläche fertiggestellt und bezugsbereit sein wird. Dies hat zur Folge, dass sowohl für den Verkaufsbetrieb, den Grundausbau und den Mieterausbau die Logistik über den Bereich der heutigen Anlieferung zu erfolgen hat. Für das Einbringen von Baumaterial oder Haustechnikanlagen werden in zwei angrenzenden Innenhöfen zwei Krane gestellt, wobei der eine Ausladung von 65 und der andere von 75 Metern hat. Um die Bauteile respektive das Abbruchmaterial aus dem Gebäude zu bringen, wird das Glasdach über dem Innenhof partiell demontiert.
Es werden folgende, bauliche Massnahmen in 15 Etappen umgesetzt, wobei zwei Etappen jeweils parallel erfolgen werden: Die Sanierung der beiden Parkingebenen umfasst den Bodenbelagsersatz, ein neues Parkingsystem sowie neue Barrieren- und Kassenanlagen mit Zahlmöglichkeiten für alle heute bekannten Zahlungsmittel. Zusätzlich werden neue Beleuchtung und Lüftung, Brandschutz sowie eine helle Gestaltung realisiert. Die beiden Kundenaufzugszonen werden zu einer zusammengelegt und die Parkingtore ersetzt.
Bei der Sanierung werden Bodenbelag, Decken, Beleuchtung und Klima sowie Lüftung erneuert. Die bestehende Treppe wird durch eine geradläufige Treppe ersetzt, die Rolltreppen und die vier bestehenden Kundenaufzüge saniert. Die Panoramaaufzüge werden abgebrochen und durch einen neuen leistungsfähigeren Aufzug vom dritten Untergeschoss bis ins erste Obergeschoss ersetzt. Beide Haupteingänge werden saniert, im Innenhof werden Decken über dem dritten und zweiten Untergeschoss eingebaut sowie eine Decke über einen Teil des Innenhofs über dem ersten Untergeschoss als Sitzbereich für ein Café. Zudem erfolgt die Sanierung der Nottreppenhäuser, Kundentoiletten und der Einbau eines separaten Wickelraums.
Haustechnik erneuert
Der Anlieferungsbereich erhält neue Anliefertore und Hebebühnen, zusätzlich wird eine weitere Hebebühne eingebaut. Die Warenaufzüge werden saniert und der Palettenaufzug ersetzt. Alle Flachdächer werden saniert, die Schrägdächer teilweise geöffnet, um Haustechnikkomponenten einzubringen.
Die gesamte Haustechnik wird erneuert: Die Heizung wird durch Fernheizung ersetzt, neue Klima- und Lüftungsanlagen installiert sowie die Sprinkler- und Brandmeldeanlage und die sicherheitsrelevante Videoüberwachung ersetzt. Alle elektrischen Installationen und Wasser- und Abwasseranlagen werden neu erstellt. Schließlich bauen alle Mieter ihre Mietflächen komplett neu aus.
Betrieb geht weiter
Aufgrund des baulichen Eingriffs wird es nicht zu vermeiden sein, dass sowohl Mieter wie Kunden und Passanten die baulichen Massnahmen wahrnehmen. Etwa durch die Sanierung der beiden Parkingebenen, die dazu führen, dass während der Bauarbeiten die möglichen Parkfelder und die Verkehrsführung wiederholt verändert werden müssen. Die Gesamtsanierung werde für alle Beteiligten und Betroffenen eine Herausforderung, heisst es in der Medienmitteilung. Seitens des Grundausbaus werde alles unternommen, dass die Belastung durch Lärm und Staub sowie die immer wieder auftretenden Veränderungen der Liegenschaft möglichst gering sei. Für die Kundenführung werde für die Orientierung vor Ort ein Kundenführungssystem installiert. Für Kunden werde immer Aufzüge zur Verfügung stehen, wenn auch in reduzierter Anzahl, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die Eigentümerinnen Räschle Stiftung und die Helvetia Lebensversicherungsgesellschaft AG haben die EBV Immobilien AG aus Urdorf mit Generalvollmacht mit der Bauherrenvertretung, der Verwaltung und der Vermietung beauftragt.
Für die Projektleitung, Planung und Bauführung zeichnet W+P Weber und Partner AG aus Wil als Generalplaner verantwortlich. Mithilfe von Baustelleninformationen werden Interessierte regelmässig über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und die nächsten Schritte des Projektes informiert.
Lidl zieht ein
Während die meisten aktuellen Mieterinnen und Mieter im Einkaufszentrum bleiben werden, verlassen mit Baubeginn einzelne Geschäfte das Center und ermöglichen so eine Neupositionierung durch die beiden Eigentümerinnen.
Die beiden Eigentümerinnen sind stolz, mit Lidl Schweiz eine starke, neue Retail-Mieterin gewonnen zu haben. Lidl Schweiz wird nach Abschluss der Sanierung eine Filiale im Erdgeschoss eröffnen und damit das Angebot im Detailhandelsbereich erweitern, heisst es in der Mitteilung.
Die Migros Ostschweiz wird ihren Migros-Supermarkt und das Migros-Restaurant am bestehenden Standort im Einkaufszentrum Passage modernisieren.
Der Migros-Take-Away bezieht einen neuen Standort mit direktem Zugang vom Bahnhofplatz aus, die Klubschule erhält im Rahmen des Umbaus vier neue Unterrichtszimmer. Über Details dazu wird die Migros Ostschweiz mit Einreichung ihres Gesuches für den Innenausbau informieren.
Die Ziele
Das Einkaufszentrum Passage soll als regionales Versorgungszentrum für den täglichen Gebrauch gestärkt werden. Durch Umbau und Modernisierung der aktuellen Angebote wird das Gastronomieangebot und das Einkaufserlebnis erweitert.
Zudem wird die Aufenthaltsqualität erhöht. Die Kundentoiletten werden umplatziert und neu gebaut, familienfreundliche Infrastruktur wie separate Wickelräume oder Kinderspielgelegenheiten eingerichtet. Das gesamte Gebäude wird rollstuhlgängig über alle Geschosse gestaltet.
Text und Bild: zvg