Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 03.09.2025

«Spannend ist es dort, wo Natur und Technik sich überschneiden.»

Zweiter Teil unserer Künstler-Serie: der Frauenfelder Mark J. Huber, Künstler des Lichts

Als Sekundarlehrer unterrichtete Mark J. Huber, Künstler aus Frauenfeld, Kinder in den unterschiedlichen Bereichen, bis er Kunst zu seinem Beruf machte. Heute besitzt Mark J. Huber ein eigenes Atelier, stellt Kunst aus und bietet regelmässig Kurse für Erwachsene an. 

 

 

Seit sieben Jahren befindet sich das Atelier von Huber in einem Gewerbegebiet in Thundorf. Die mit seiner eigenen Kunst dekorierten Wände wirken hell und einladend. Im Eingangsbereich steht ein Tisch mit Farbtuben, Pinseln, Papieren - dem Handwerkszeug für seine Kurse. Mark Hubers Bilder hängen an den Wänden. Er führt in den zweiten Raum, dort fällt das Licht von deckenhohen Fenstern hinein. Wie passend für den Frauenfelder Künstler, der sich mit den Welten des Lichts beschäftigt.
Seit über 50 Jahren arbeitet Huber künstlerisch. Anfangs waren es Monotypen, Zufallstechniken oder Spraytechniken, dann kam die Ölmalerei hinzu. Seine erste Liebe galt jedoch dem Schlagzeug, an der Jazzschule in St. Gallen absolvierte er eine Ausbildung zum Schlagzeuger, produzierte Töne und nebenbei Malerei, wie er sagt.


Inspiration und Hauptmotiv
Er holt sich dabei von den unterschiedlichsten Orten Inspiration. Sei es von Fotos aus dem Internet, beim Spaziergang im Wald oder bei sich zu Hause. Orte sind immer eine Quelle für seine Kunst. Vor allem das Licht fasziniert ihn: «Ich dokumentiere nicht den Ort, ich bin auf der Suche nach Licht», erklärt Huber. Er arbeite dabei nicht stur nach einem Prinzip. Oft sucht er sich ein Bild aus und nutzt es als erste Quelle oder blendet mehrere Bilder übereinander. Er geht ähnlich vor, wie es bei Photoshop möglich wäre, nur auf der Leinwand; also Photoshop für Pinsel und Leinwand. Dabei beobachtet der Künstler, wie sich das Licht reflektiert und wie es vom abgebildeten Gegenstand aufgenommen und gefiltert wird. Anfangs arbeitete er weniger mit Licht, sondern mehr mit Zufalls- und Drucktechniken. Dabei spielten Strukturen eine wichtige Rolle. Auch Licht steht oft in Verbindung mit Struktur und durch diese Erkenntnis begann seine jetzige Reise. «Spannend ist es dort, wo Natur und Technik sich überschneiden», sagt Huber.
Neben natürlichem Licht interessieren ihn sogenannte «Lichtstörungen» wie sie beispielsweise bei Polaroids entstehen. Damit meint er ungewollte Licht- oder Bildfehler. Was auf Fotos stören würde, baut er absichtlich in seine Kunst ein. Sei es das eigene reflektierende Abbild im Schaufenster oder der unscharfe Rand auf einem Foto einer alten Kamera: «Alles, was ich sehe, beeinflusst mich», sagt er.


Kurse für Erwachsene
Huber unterrichtet regelmässig Erwachsene in seinen Kursen und begleitet sie auf ihrem Malprozess. So bietet er zum Beispiel ein offenes Atelier an, für alle ab 16 Jahren, die sich künstlerisch betätigen wollen. In seinen Kursen wird dabei hauptsächlich mit Öl und Acryl gearbeitet. «Viele Menschen haben Hemmungen davor, mit Öl zu malen», sagt er. Ausserdem seien Ölfarben meistens nicht zu Hause verfügbar und dies eine echte Chance für Interessierte, sich an neuen Techniken auszuprobieren.
Huber zeigt auf ein angefangenes Bild, das einen Leoparden darstellt. «Da hat jemand viel Zeit und Geduld», meint er und schmunzelt. Denn jeder Fleck im Fell des Tieres will gezeichnet und ausgemalt werden. Jeder kann seine Kurse besuchen; ob Anfänger oder Fortgeschrittene. Dabei ermutigt er seine Schüler, ihre eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Er arbeitet nicht nach einem strikten Programm, sondern passt dies den Teilnehmern seiner Kurse an. Es gibt auch einige, die noch gar keine Vorstellungen von ihrem Endprodukt haben, berichtet er.  Hier inspiriert er seine Teilnehmer und hilft ihnen in ihrem Prozess. Und wer weiss? Vielleicht hat der ein oder andere ebenfalls Lust und den Mut sich an «Lichtstörungen» zu wagen.
Weitere Informationen und Anmeldung zu den Kursen gibt es auf www.markhuber.ch.


 Text und Bild: Elke Reinauer/Emma Ramsauer