Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 27.08.2025

Wird diesmal wieder ein Ostschweizer König?

Die 67 Teilnehmer aus der Nordostschweiz für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest vom 30./31. August in Mollis sind bekannt.

 

 

Es gab Zeiten, da waren die Schwinger aus der Nordostschweiz die Dominatoren am Eidgenössischen. Der letzte König aus der Ostschweiz war 2007 in Aarau Jörg Abderhalden, der insgesamt dreimal (auch 1998 und 2004) triumphierte. Zuvor liessen sich auch Thomas Suter 1995 und Nöldi Forrer 2001 die begehrteste Krone aufsetzen. Und wann ist endlich der Thurgau an der Reihe?


Elf Thurgauer sind dabei
Aus dem Nordostschweizer Verband werden 67 Schwinger nach Mollis entsendet. Insgesamt kämpfen im Glarnerland 274 Athleten um Ruhm und Ehre. Das sind die 11 Thurgauer: Burkhalter Thomas, Homburg. Giger Samuel, Märstetten. Habegger Andrin, Tägerschen. Kiser Aron, Weinfelden. Kolb Kilian, Affeltrangen. Kolb This, Rossrüti. Kundert Elias, Sirnach. Oettli Silvio, Bussnang. Schneider Domenic, Friltschen. Schneider Mario, Rothenhausen. Schönholzer Aaron, Schönholzerswilen. Als insgesamt fünfter Ersatz hofft auch Kolb Pirmin aus Tuttwil noch auf einen Einsatz.


Alle blicken auf Giger
Bisher hat Samuel Giger an einem Eidgenössischen einfach nie sein wirklich grossartiges Können beweisen können. Der Märstetter hat eigentlich schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nur die nationale Königskrone fehlt noch. Der 27-Jährige ist allerdings dreifacher Eidgenosse, hat insgesamt schon 72 Kränze geholt und ist 47-facher Kranzfestsieger. Ob es nun endlich in Mollis klappt? Oder springt möglicherweise sogar Domenic Schneider aus Friltschen in die Bresche? Auch sein Bruder Mario aus Rotenhausen könnte zum Spielverderber für einige Favoriten werden.


Zahlreiche Aushängeschilder
Aus der Nordostschweiz ist der 194 Zentimeter grosse und 125 Kilogramm schwere Giger längst nicht der einzige ganz grosse Trumpf. Armon Orlik aus Maienfeld, Werner Schlegel aus Hemberg und Damian Ott aus Dreien sind ebenfalls ganz heisse Kandidaten auf den Titel. Giger (bezwang am Fusse des Säntis Ott) und Schlegel standen auf der Schwägalp im Schlussgang, ohne Resultat. Deshalb wurde Marcel Räbsamen sogar Co-Sieger. Muss man ihn nun im Glarnerland auch auf der Rechnung haben?
Der König selber, der Innerschweizer Joel Wicki, hat sich zuletzt in bestechender Form gezeigt. Immer auf der Rechnung haben muss man die Berner. Hier gilt Fabian Staudenmann – der zuletzt allerdings plötzlich etwas schwächelte - als der Stärkste. Auch Routinier Matthias Aeschbacher und der junge Michael Moser, um nur zwei weitere Stars aus dem 63-köpfigen Aufgebot zu nennen, sind immer für Spitzenplätze gut.


Erinnerung an Frauenfeld 2010
Es ist aber durchaus möglich, dass ein krasser Aussenseiter triumphiert. Wie etwa 2010, als der erst 20-jährige Berner Kilian Wenger in acht Gängen in Frauenfeld absolut makellos blieb. Im Schlussgang bettete das an diesen zwei Tagen enorm fokussierte Talent auch den klar favorisierten Martin Grab ins Kurzholz und die 50 000 Fans machten die Arena zu einem Berner Tollhaus. Schon am Sonntagmorgen im fünften Gang hatte Wenger zudem Titelverteidiger Jörg Abderhalden (doch noch Zweiter) mit einem Sieg aus dem Königsrennen genommen.


 Text und Bild: Ruedi Stettler

 

 

Wird diesmal wieder ein Ostschweizer König?