Frauenfeld · 27.08.2025
Neue Bahn ist schnell
Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften in Frauenfeld
Bei besten Bedingungen erlebten die total revidierten Leichtathletik-Anlagen auf der Kleinen Allmend ihre Feuertaufe gleich mit den nationalen Titelkämpfen.

Als Präsident des Organisators LC Frauenfeld, durfte Jörg Engeler nach einer Nacht Schlaf ein zufriedenes Fazit ziehen: «Das OK und die vielen Helferinnen und Helfer haben grossartige Arbeit geleistet. Wir haben viel Lob erhalten. Von den Zuschauern und den Sportlern. Alle waren begeistert von der stimmungsvollen Ambiance in den zwei Tagen vor der Rekordkulisse von insgesamt 8150 Zuschauern».
Werro mit krönendem Abschluss
Auch der für den Sport zuständige Matthias Gredig bilanzierte: «Es gab überall wirklich nur zufriedene Gesichter. Ausser logischerweise bei jenen, die halt eine Medaille knapp verpasst haben».
Für viele Athleten ging es in Frauenfeld auch noch um ein Ticket an die Weltmeisterschaften in Tokio. Und das bei besten Bedingungen mit einem nur selten wechselnden leichten Rücken- auf etwas Gegenwind. Darum fielen auch die Zeiten meistens hervorragend aus. Bei zahlreichen Lauf-Wettbewerben bedeutete die Siegerzeit zugleich eine persönliche Bestleistung. So auch im allerletzten Rennen dieser Meisterschaften, dem 800-Meter-Lauf der Frauen. Den Sieg holte sich überlegen die junge Freiburgerin Audrey Werro mit einem sensationellen neuen Schweizer Rekord.
Für den organisierenden Verein LC Frauenfeld realisierte Melissa Wohlwend im Hammerwerfen mit Silber die einzige Medaille. Im 110-Meter Hürden-Final fehlten Mathieu Jaquet als Vierter nur zwei Hundertstel für Bronze. Auch über 400 Meter Hürden gab es für Debby Schenk Platz vier.
Ein zufriedener Bundesrat
Am ersten Tag weilte auch Bundesrat Martin Pfister einige Stunden auf der nigelnagelneuen Anlage. Er erfreute sich zusammen mit seiner Gattin an den vielen guten Darbietungen. Der Sportminister liess es sich nicht nehmen, nach 21 Uhr noch die Siegerehrung für die Frauen über 100 Meter vorzunehmen.
Hat er möglicherweise sogar einmal in Frauenfeld Militärdienst geleistet? «Ich war tatsächlich in vielen Kasernen, aber nie in Frauenfeld». Ebenfalls vor Ort war die ehemalige Bundesrätin Ruth Metzler in ihrer neuen Funktion als Präsidentin von Swiss Olympic. Die erste Frau überhaupt in diesem Amt.
Text und Bild: Ruedi Stettler