Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 16.11.2022

Erst feiern, danach die Zielgerade

Am Samstag feiert Brigitte Schüpbach das 25-Jahr-Jubiläum in der Vis-Bar

Gastgeberin Brigitte Schüpbach feiert am kommenden Samstag in der Vis-Bar ihr 25-Jahr-Jubiläum. Mit dieser bemerkenswerten Marke rückt auch ihr Finale am beliebten Treffpunkt am Kreuzplatz in Frauenfeld näher, erreicht sie im Januar doch das Pensionsalter 64 und hört im Sommer auf.

 

 

Brigitte Schüpbach ist zwar lediglich 1,57 Meter gross, ihre wirkliche Grösse freilich ist weit davon entfernt. Denn die quirlige Blondine gehört mit ihrer 25-jährigen Tätigkeit in der Vis-Bar zu den ganz Grossen in der hiesigen
Gastroszene. Schliesslich wechseln im Gastrobereich die Gastgeberinnen und Gastgeber das Lokal mittlerweile bekanntlich oft häufiger als die Stammgäste. Brigitte Schüpbach hat die kleine, aber feine Bar am Kreuzplatz in den über zwei Jahrzehnten mit regelmässigen Konzerten und weiteren Aktivitäten zu einem beliebten Treffpunkt gemacht. Dabei weist am historischen Gebäudekomplex zwischen Zürcherstrasse und Altweg von aussen wenig auf das attraktive Innenleben hin.

Jodlerfest 1999 ist unvergessen
Brigitte Schüpbach muss für die Antwort auf die Frage, was diese 25 Jahre für sie bedeuten, nicht lange überlegen: «Ich liebe die Vis-Bar über alles und habe es nie bereut, die Bar damals im Jahr 1997 von Gisela Ertl übernommen zu haben. Ich hatte von Anfang an tolle Gäste und das ist grossartig – das waren 25 wundervolle Jahre.» Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr die vielen Festanlässe, wobei das Jodlerfest im Jahr 1999 der absolute Höhepunkt war: «Wir stellten damals ein Festzelt auf den Parkplatz und der Festumzug zog direkt an unserem Festplatz an der Zürcherstrasse vorbei – der Aufmarsch damals war riesig und die Stimmung mit dem Brauchtum ebenso», blickt Brigitte Schüpbach zurück.
Für viele ist die Bar am Kreuzplatz zudem ein Geheimtipp, organisiert die Gastgeberin doch regelmässig musikalische Anlässe aller Art, wobei mitunter DJ Turi mit seinen Oldies voll den Geschmack der Gäste trifft. Und welches sind die Schattenseiten? Auch hier muss sie nicht lange überlegen: «Das sind die vielen Stammgäste, die weggestorben sind. Mit vielen meiner Gäste pflege ich einen engen persönlichen Kontakt und es schmerzt jedes Mal, wenn uns jemand für immer verlässt», sagt sie und Bedauern wird in ihren Worten hörbar.

Auf die Zielgerade
Mit Erreichen des 64. Altersjahrs im Januar biegt Brigitte Schüpbach auf die Zielgerade im Berufsleben ein, denn im Sommer tritt sie in den Ruhestand. Dann kommt auch die Gelegenheit, um mehr Zeit mit ihrem Ehemann Walter zu verbringen, der sie seit 25 Jahren mit Rat und Tat unterstützt – «er ist bereits pensioniert und hat das verdient». Auch gibt es bereits Pläne für die Zeit danach: «Wir wollen gemeinsam die Schweiz bereisen. Zudem freue ich mich, mehr Zeit zu haben für mein grosses Hobby, den Garten.»
Brigitte Schüpbach ist mit Frauenfeld verbunden, seit sie mit 17 Jahren von ihrem Wohnort Bütschwil hierhin gekommen war und im damaligen Café Schlossberg zu arbeiten begann. «Und ich bin hier geblieben, denn hier fühle ich mich wohl», sagt sie und ihre Augen strahlen mit der Sonne um die Wette, die an diesem Nachmittag draussen für einen schönen Herbsttag sorgt.

Andreas Anderegg