Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 06.07.2022

2022 – ein reifer und guter Jahrgang

Stimmungsvolle Maturafeier an der Kantonsschule Frauenfeld

Nach einem vierjährigen Reifungsprozess an der sonnigen Lage der Kantonsschule Frauenfeld war es am Freitagabend soweit: Die Absolventinnen und Absolventen des Gymnasiums erhielten ihre staatliche Reifebescheinigung, das Maturazeugnis überreicht.

 

 

«Turning Point» – der Titel des musikalischen Auftakts könnte kaum passender zu diesem Anlass sein. Mit Schwung und gleichzeitig einer Prise melodischer Wehmut eröffnete das Kanti Orchestra unter der Leitung von Katja Hess, Sven-David Harry und Martin Weber den feierlichen Anlass. Nebst den Maturi und Maturae, den Lehrpersonen, den Angehörigen und den Freunden und Bekannten durfte Rektorin Chantal Roth auch Regierungspräsidentin Cornelia Komposch in der Aula der Kantonsschule Frauenfeld begrüssen. Die Rektorin wies in ihrer Ansprache auf den reich gefüllten Bildungsrucksack hin. Sie ermunterte die Absolventinnen und Absolventen, das hinterfragend-kritische Denken und ihren verantwortungsvollen Umgang mit Wissen im Zeitalter der Digitalität weiter zu pflegen und zu entwickeln. Ein Beispiel dafür folgte sogleich: Absolventin Mirjam Näpflin musste nach der reflexartigen, aber erfolglosen Youtube-Suche «wie schreibt man eine Maturarede» die Grenzen der digitalen Möglichkeiten erfahren und sich selbst etwas einfallen lassen. Zum Glück: Mit vielen Anekdoten aus vier Jahren Gymizeit nahm sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine unterhaltsame, kurzweilige Zeitreise vom ersten Schultag an der Kanti bis zur aktuellen Reife – letzteres mit einem Augenzwinkern.

Findet mich das Glück
«Findet mich das Glück?» Dieser Satz zog sich als roter Faden durch die Ausführungen von Festredner Hansjörg Brem, Chef des Amtes für Archäologie Thurgau. Er stellte gleich zu Beginn fest, dass die Absolventinnen und Absolventen in den letzten Jahren mit Umbrüchen und Unsicherheiten historischen Ausmasses konfrontiert wurden: «Sie haben schon viel erlebt, waren und sind mittendrin». Um die Kernfrage zu umkreisen, streifte der Redner wortgewandt und mit viel Schalk die nicht ganz ernst gemeinten Vor- und Nachteile zahlreicher Studienrichtungen und -Institutionen. Die Antwort auf die Frage, welche Studienwahl die Wahrscheinlichkeit nun erhöhen könnte, dass einen das Glück findet, musste aber bis zum Schluss offen bleiben. Sicher ist: Archäologie könnte auch dazugehören. Unabhängig von der Studienwahl werde die Arbeitswelt im In- und Ausland die seltene Cuvée, den geburtenschwachen Jahrgang, mit offenen Armen empfangen. Und das Glück, so Brem, finde einen vor allem dann, wenn wir mit anderen zusammen seien und das tun, was wir gut oder gerne machten. «Dann schleicht sich das Glück von hinten an Sie ran». 

Andreas Graf, Prorektor


95 angetreten – 95 bestanden
Während der letzten drei Wochen legten die Maturandinnen und Maturanden schriftliche und mündliche Prüfungen in den vier Grundlagenfächern Deutsch, Französisch, Mathematik und Englisch und im gewählten Schwerpunktfach ab. Alle der 95 angetretenen Maturandinnen und Maturanden durften von Rektorin Chantal Roth das Maturazeugnis entgegennehmen. Für die besten Notendurchschnitte in den Maturazeugnissen wurden Nicola Stäheli (Frauenfeld, Notendurchschnitt 5,85) und Silvan Zünd (Aadorf, Notendurchschnitt 5,77) mit dem Jimmy-Bauer-Preis, das heisst einer Urkunde sowie 600 Franken ausgezeichnet. Dass die Kantonsschule Frauenfeld nicht nur Höchstleistungen im Zeugnis, sondern auch andere reife Leistungen honoriert, zeigte sich an der Überreichung des Jimmy-Bauer-Sonderpreises: Anja Kündig (Ettenhausen) wurde für ihr ausserordentliches Engagement und ihre Führungsqualitäten im Dienst der Schulgemeinschaft geehrt.

(ag)