Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 07.07.2021

Ohne Schiedsrichter gibt es keine Spiele

Es ist eigentlich ein Thema, das beinahe regelmässig wieder auftaucht. Den Fussball-Vereinen fehlen immer wieder die Schiedsrichter. Das bekommt momentan auch der FC Frauenfeld zu spüren.

 

 

Einer der das Schiedsrichter-Wesen bestens kennt, ist der ehemalige Torhüter der ersten Mannschaft, Markus Frischknecht. Als Schiedsrichter ist er immer noch für den FC Frauenfeld als Coach, früher hiess das Inspizient, der Unparteiischen tätig. Der heute 57-Jährige ist momentan etwas beunruhigt: «Der Bedarf an zusätzlichen Schiedsrichtern für den FCF ist derzeit so gross wie noch nie in den letzten Jahren».

Zum Grundkurs anmelden
Warum ist das so? «Im Moment sind fünf Schiedsrichter für den FCF qualifiziert (ohne Mini-SR für D-Junioren). Einer hat einen Clubübertritt bekannt gegeben und wird nächstes Jahr aus unserem Kontingent wegfallen. Den müssen wir unbedingt ersetzen». Selber kann Frischknecht wegen Hüftproblemen nicht mehr auflaufen. Der FCF hat sechs Aktiv-Mannschaften (inklusive Frauen, Senioren und Veteranen) und sechs Junioren-Teams, welche einen «richtigen» Unparteiischen (ab C-Junioren) erfordern. Im Grundsatz muss pro zwei Mannschaften ein Ref gestellt werden. Also ist der sofortige Bedarf sicher, jemand muss den Grundkurs diesen August besuchen». Ein bisschen Zuversicht schwingt trotz allem aus der Stimme von Frischknecht: «Auf Dauer benötigen wir permanent sieben bis acht Refs für den FCF. Somit haben wir etwas Reserve, wenn mal ein Kollege die 15 Einsätze pro Kalenderjahr (Unfall, Krankheit, Militär) nicht erreicht. Pro Kalenderjahr müssen 15 Wettspiele (ohne Freundschafts-Partien) geleitet werden, damit es für den Verein zählt». Wer mehr Infos braucht, findet sie unter fcf.ch/schiedsrichter

Die Vorgaben des Verbandes
Die vom Ostschweizerischen Verband angegebenen Voraussetzungen, um einen Schiedsrichter-Kurs zu absolvieren, lauten: Mindestalter 15 Jahre (Stichtag Eintrittstest). Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind zwingend erforderlich. Der Anwärter muss dem in Mundart geführten Kurs problemlos folgen können. Die Verfügbarkeit für Spielleitungen an Samstagen muss gewährleistet sein. Der Zugang zum Internet und eine E-Mail-Adresse ebenfalls. Und das Bestehen des Zulassungstests.

Verschiedene Funktionen
Frischknecht ist langjähriges FCF-Mitglied: «Nebst meiner aktiven Fussball-Begeisterung habe ich andere Aufgaben und Tätigkeiten im Verein übernommen. Sei das Kinderfussball-Trainer, eine Tätigkeit im Vorstand der Senioren und eben auch Schiri». Seit Ende der 80er Jahre ist er schon 33 Jahre ohne Unterbruch als Schiedsrichter für den FCF beim Ostschweizerischen Verband eingetragen: «1988 habe ich im legendären Krontal (heute Paul-Grüninger-Stadion) in St. Gallen den Grundkurs besucht». Das ist bereits ein ganzes Weilchen her. Darum kennt Markus Frischknecht die Sorgen des Club bestens, wenn genau jene Männer fehlen, nach deren Pfeife 22 Akteure auf dem Feld tanzen und ihrer Leidenschaft frönen möchten.

Ruedi Stettler


Bei Rorschach-Goldach 0:2 verloren
Im Duell der 2.-Liga-Aufsteiger gewann das ungeschlagene Rorschach-Goldach gegen Frauenfeld verdient. Die St. Galler sichern sich mit dem 2:0 (0:0) den Titel als Ostschweizer Regionalmeister. Nach neun Meisterschaftssiegen en suite, liess Rorschach-Goldach auch gegen Frauenfeld keine Fragen offen. Das Team von Trainer Olaf Sager startete gegen die ersatzgeschwächten Gäste (Kälin, Maag, Stalder und Ammann fehlten) mit viel Offensivdrang. Nach 20 Minuten sahen die Zuschauer die besten Moment des FCF. Vor allem Alex Schlauri konnte sich auf dem linken Flügel immer wieder mit schönen Flanken in Szene setzen. Nach dem Tee konnte das Heimteam sogar zulegen. Das fällige 1:0 fiel in der 65. Minute, aber die Entscheidung kam erst in der 89. Minute. Rorschach-Goldach hat sich damit die Teilnahme zur 1. Schweizer Cup-Hauptrunde verdient.
(dk)