Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 11.11.2020

Da fehlen mir die Worte

Viele mögen sich an ihre Schulzeit erinnern, als ihnen im Verkehrsunterricht beigebracht wurde, Strassen aus Sicherheitsgründen nur auf dem Fussgängerstreifen zu überqueren. Die gelben Markierungen wurden einst ja angebracht, um Korridore der Sicherheit zu schaffen. Über die Jahre hinweg wurden diese Übergänge in zunehmendem Masse auch noch mit Tafeln ergänzt, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

 

 

Mittlerweile gilt das aber nicht mehr. So lässt der Kanton in Stettfurt einen Fussgängerstreifen auf der Hauptstrasse im Zuge der Sanierung verschwinden – ebenso einen auf der vielbefahrenen Seestrasse in Berlingen zwischen einem Restaurant und dessen Parkplatz. Dies gegen den Willen der Gemeinde. Das alles, weil sie offensichtlich nicht mehr der Norm entsprechen! Ähnliches kündigte das kantonale Tiefbauamt im letzten November auch an einer Infoveranstaltung in lslikon an. Dort wurde das Entfernen der Fussgängerstreifen über die Hauptstrasse bei der Bäckerei Rigazzi und beim Restaurant Löwen angekündigt – weil sie nicht mehr dem Strassenverkehrsgesetz entsprechen würden. Immerhin werde der Fussgängerstreifen beim Löwen mit der Verlegung des Einlenkers der Gachnangerstrasse lediglich nach Westen versetzt. Ausserdem gelte auf dieser Hauptstrasse ja ohnehin nur Tempo 50, hiess es. Offenbar wird hier auf ein friedliches Miteinander von Fussgängern und motorisiertem Verkehr gesetzt – bravo! Aufgrund der vorgelegten Planung in lslikon wird es nach dem Strassenumbau im Abschnitt vom Übergang bei der Gachnangerstrasse bis zum Bahnhof keine Schutzeinrichtung für Fussgängerinnen und Fussgänger mehr geben! Dies werden nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner der anliegenden Alterssiedlung Sunnwies besorgt zur Kenntnis genommen haben. Sondern auch die Eltern von Schülerinnen und Schülern, deren Nachwuchs auf dem Schulweg die Hauptstrasse überqueren muss. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich ist dieses Verständnis von Sicherheit beängstigend. Es bleibt zu hoffen, dass das Bestreben der Gachnanger Gemeindebehörden für mindestens einen markierten Übergang im Abschnitt vom Bahnhof bis zum Einklenker Gachnangerstrasse von Erfolg gekrönt sein wird.


Andreas Anderegg