Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 20.05.2020

Aufgepasst!

Die Schweiz und auch der Thurgau und Frauenfeld sind in einer komfortablen Lage. Derweil der Corona-Virus bei 4,8 Mio. bestätigten Infektionen weltweit mittlerweile über 318 000 Todesopfer gefordert hat, blieben wir weitgehend verschont von solch beklemmenden Zahlen. So wurden in der Schweiz die vergleichsweise geringe Zahl von 30 000 bestätigten Infektionen und 1600 Todesfällen registiert, im Thurgau sind es 376 bestätigte Infektionen und 17 Todesfälle. Gleichzeitig ist die Lage rund um die Schweiz herum teilweise dramatisch. In Italien sind 32 000 Menschen an diesem Virus gestorben, in Frankreich sind es 28 000 und in Deutschland über 8000 Menschen – Menschen wie Sie und ich!

 

 

Dass die Schweiz mit der globalen Entwicklung nicht mithalten kann, ist für einmal also erfreulich. Allerdings ist das kein Selbstläufer, vielmehr wurde bei uns in der Schweiz eine zuvor für unwahrscheinlich gehaltene Disziplin an den Tag gelegt. Das Befolgen der Einschränkungen, die mit dem Lockdown Mitte März verbunden waren respektive sind, hat einen massgebenden Beitrag zur «komfortablen Lage» beigetragen – sofern man diese Redewendung im Zusammenhang mit einem Virus gebrauchen darf, der tödlich sein kann. Aus diesem Blickwinkel ist es geradezu eine absurde Szene, wenn sich bei uns Demonstranten zu einem Protestmarsch gegen die Schutzmassnahmen vor dem Corona-Virus formieren. Dies erinnert denn auch eher an eine Schafherde, die ihrem Herdentier blindlings folgt. Ich für meine Wenigkeit werde hingegen weiterhin Abstand halten und das rate ich Ihnen allen auch – verbunden mit einem herzlichen «Bleiben Sie gesund»!

Andreas Anderegg