Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 13.05.2020

Neustart mit Abstand

Zweiter Schritt der Lockerungsmassnahmen nach dem Lockdown

Das Gastgewerbe in Stadt und Region Frauenfeld packt die Herausforderungen an, die mit den Lockerungsmassnahmen nach dem Lockdown wegen des Corona-Virus verbunden sind. Dies zeigt ein Besuch bei Gastrobetrieben. Auch das Autogewerbe packt die Chance, wie das Beispiel der Auto Lang AG zeigt.

 

 

Der zweite Schritt der Lockerungsmassnahmen nach dem Lockdown von Mitte März hat grosse Ausstrahlungskraft, kehrte dadurch am letzten Montag, 11. Mai, doch das Leben in den öffentlichen Raum zurück. So darf nun der gesamte Detailhandel wieder offen haben, ebenso die Garagen – und auch die obligatorischen Schulen haben ihren Betrieb wieder aufgenommen. Gleiches trifft auf die Gastronomie zu, womit der Stammtisch als wichtige Plattform des Austauschs in unseren Breitengraden sein Comeback feiert. Allerdings ist die schrittweise Rückkehr zur Normalität mit Auflagen verbunden, um das Ansteckungsrisiko weiterhin zu minimieren. Auch ist im Gastgewerbe eines zum Vornherein fix: Mit Abstand am besten fährt man mit einer frühzeitigen Tischreservation. Die Frauenfelder Woche hat in mehreren Betrieben nachgefragt, wie der Start nach dem Lockdown gelungen ist.

Kommen und gehen im «Frohsinn»
Im «Frohsinn» im Kurzdorf herrscht zuerst einmal viel Freude über das Ende des Lockdowns. Rahel Fleischli, die gemeinsam mit Jérôme Kölliker den beliebten Treffpunkt führt, zieht eine erste Bilanz nach der Wiedereröffnung: «Zwar braucht es nun gewisse Schutzmassnahmen wie Abstand einhalten – und das auch am Stammtisch – sowie regelmässiges Desinfizieren der Hände, doch verstehen unsere Gäste diese Massnahmen und machen mit.» Zwecks Abstand halten und dem Schutz vor der Verbreitung des Corona-Virus, sind auch einige Tische gesperrt, was aber ebenfalls mit Verständnis aufgenommen wird. Was im «Frohsinn» jetzt vermehrt zum Tragen kommt, sind Reservationen. «Auf diese Weise legen auch die Stammgäste ihren Aufenthalt bei uns zeitlich fest, wodurch alle die Gelegenheit erhalten, kommen zu können. Das klappt aber recht gut», sagt Rahel Fleischli dazu.

«Kafi Liäblingsplatz» leicht reduziert
Ebenfalls seine Türen wieder geöffnet hat das «Kafi Liäblingsplatz» an der Rheinstrasse 51 am Schaffhauserplatz. Die Verantwortlichen haben keine besonderen Erwartungen, «es mussten schnelle Entscheidungen getroffen werden und wir wollten es versuchen. Einschätzungen, wie es laufen wird, sind derzeit schwierig», sagt Dominik Salathé, einer der Betreiber des Kafi. «Wir wollen für unsere Kunden da sein. Wir haben gemerkt, dass wir vermisst wurden», sagt Salathé weiter. Das Kafi ist sieben Tage die Woche geöffnet, allerdings wurden die Öffnungszeiten ein wenig reduziert. Man will über die Runden kommen. Das sei durch das reduzierte Platzangebot, das wegen den Hygienevorgaben noch etwas geringer wurde, eine Herausforderung. Daher ist man auch im «Kafi Liäblingsplatz» um Reservationen via Telefon oder Mail froh.

Guter Start in der «Harmonie»
Wirtin Lisbeth Wüthrich vom Gasthaus Harmonie in Thundorf freute sich sehr über die Wiedereröffnung: «Es ist schon am ersten Tag am Montag wieder sehr gut gelaufen. Alle unsere treuen Stammkunden sind wieder gekommen und sowohl die Mittagessen wie auch die Abendessen fanden grossen Anklang.» Keine Sorgen bereiten der Gastgeberin in der «Harmonie» das Einhalten der Schutzmassnahmen – vorab das Social Distancing mit Einhalten des Abstands: «Wir weiten unseren Service dann jeweils einfach kurzerhand auch auf das Stübli aus. Das funktioniert ausgezeichnet.»

Vollgas bei Auto Lang AG
Auch das Autogewerbe packt die Herausforderungen an, wie das Beispiel der Auto Lang AG an der Langfeldstrasse 76 zeigt. Verkaufsleiter Serge Rosser ist erleichtert, dass die Showrooms «endlich wieder» geöffnet werden konnten. Denn sie sind der Schlüssel für das Verkaufsgeschäft. Von den rund 60 Mitarbeitenden der Auto Lang AG, die auch einen Standort in Kreuzlingen hat, waren 10 seit dem Lockdown Mitte März im Home Office gewesen – vorab das Verkaufsteam – oder in den Ferien (Mitarbeitende aus Werkstatt und Technik). Gleichzeitig gab es nur wenige Probefahrten. Und wenn es solche gab, so waren diese mit einem stattlichen Aufwand verbunden (Desinfizieren des Fahrzeugs vor und nach der Probefahrt, Tragen von Schutzmasken). «Wir sind echt froh, dass wir nun wieder Vollgas geben können», sagt Serge Rosser weiter. Dies insbesondere auch wegen den Verkaufszahlen, die gegenüber der gleichen Zeitspanne um 60 bis 70 Prozent eingebrochen sind. Die Auto Lang AG ist Vertreterin von Mercedes-Benz und smart sowie zusätzlich Konzessionärin für Peugeot und Citroën.

Andreas Anderegg/Michael Anderegg




Gastro Thurgau informiert
Wie Gastro Thurgau auf ihrer Website schreibt, dürfen pro Tisch maximal vier Personen sitzen – ausgenommen von dieser Regel sind Eltern mit ihren Kindern. Zudem gibt es eine Sitzplatzpflicht – alle Gäste müssen also sitzen. Zwischen den Tischen ist ein Abstand von zwei Metern einzuhalten oder es müssen trennende Elemente vorhanden sein. Grundsätzlich müssen die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden und jeder Betrieb braucht ein Schutzkonzept. (aa)