Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 11.03.2020

Frauenfeld will die Museen behalten

Die Frage nach dem Standort

Der Regierungsrat arbeitet derzeit an der Umsetzung der Museumsstrategie. Letzten Donnerstag zeigten Vertreter verschiedener Parteien, der Stadtverwaltung sowie der Schul- und Bürgergemeinde auf, dass Frauenfeld sich als Museumsstandort bewährt hat. Die Aussage war eindeutig: Man will die Museen in Frauenfeld haben.

 

 

Fünf der sechs kantonalen Museen befinden sich in der Region Frauenfeld. Das sechste ist Luftlinie nur gerade 17 Kilometer entfernt in Salenstein beheimatet. Und wenn es nach den Verantwortlichen der Stadt geht, sollen die Museen auch in und um die Kantonshauptstadt bleiben. «Der Museums-Cluster von Frauenfeld hat sich bewährt und verdient es, weiter gestärkt zu werden», sagte Stadtpräsident Anders Stokholm an der Medienkonferenz im Seminarraum des Staatsarchives am letzten Donnerstag. Diese Konzentration auf engem Raum würde auch der Museumsstrategie entsprechen, die der Regierungsrat im letzten Jahr vorgestellt habe. Der gemeinsame Auftritt, eine Professionalisierung der Museumsarbeit sowie die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Museen würden damit gefördert, ist Stokholm überzeugt.

Erreichbarkeit wichtig
«Die kantonalen Museen haben sich in den letzten Jahren am Standort Frauenfeld zu Publikumsmagneten gemausert», sagt Katharina Bünter, CVP Kantonsrätin. Dies sei auf spannende Ausstellungen zurückzuführen, aber auch auf die gute Erreichbarkeit der Kantonshauptstadt. Frauenfeld sei mit allen gängigen Verkehrsmitteln bequem erreichbar und im Verbund mit dem Staatsarchiv, der Kantonsbibliothek, der Kantonsverwaltung sowie den weiteren Museen würden auch die Wege zwischen diesen Einrichtungen kurz bleiben.

Neubau auf dem Oberen Mätteli
Als neuen Standort führen Stadt und Bürgergemeinde Frauenfeld das Obere Mätteli ins Feld. Hier könnte im Ostteil beim Schweizerhofkreisel ein Neubau entstehen, der ausreichend Platz und zahlreiche Möglichkeiten für eine optimale Raumgestaltung für Dauer- und Sonderausstellungen biete, sagte Christof Helbling, Leiter des Amtes für Hochbau und Stadtplanung. Titus Moser, Präsident der Bürgergemeinde Frauenfeld, ergänzt, dass die Bürgergemeinde als Grundstückeigentümerin für eine solche öffentliche Baute gerne Hand biete. Stadtrat Andreas Elliker, Leiter des Departementes für Bau und Verkehr, sieht die besonderen Vorteile dieses Standortes bei der hervorragenden Erreichbarkeit. «Der Bahnhof ist mit 200 Meter Fussdistanz bequem erreichbar». Auch für den motorisierten Individualverkehr (MIV) sei das Zentrum bestens erschlossen. Diverse öffentliche Parkhäuser in Fussdistanz böten genügend Parkplätze. Zudem solle ein weiteres unter dem Neubau entstehen. Nun ist zuerst aber Warten angesagt. Denn bis in diesem Frühling will eine kantonale Projektgruppe dem Regierungsrat einen konkreten Standortvorschlag in Sachen Museums-Cluster machen.

Michael Anderegg