Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 04.03.2020

Zahnarzt-Einsatz in Afrika erfolgreich beendet

Ein Zahnarzt-Team aus Frauenfeld leistete einen aussergewöhnlichen Einsatz: Mitarbeitende der Zahnarztpraxis an der Murg haben in Togo zwei Wochen lang unentgeltliche Behandlungen angeboten. Am 22. Februar sind sie aus Afrika zurückgekehrt. Trotz herausfordern­den Bedingungen haben sie 300 Patientinnen und Patienten zu einem neuen Lächeln verholfen.

 

 

Die Ankunft Nachts im schwül-heissen Togo sei für einige schon ein ziemlicher Schock gewesen, erzählt Julia Höhn, Oralchirurgin und Zahnärztin in der Frauenfelder Zahnarztpraxis an der Murg. Sie ist eine der acht Zahnärzte und Dentalassistentinnen, die in Togo mittellose Menschen behandelten und dafür zwei Wochen ihrer Ferien investierten. Die mangelhafte Infrastruktur habe dem Team anfangs zu schaffen gemacht – im Hotel etwa gab es nicht immer fliessendes Wasser. Ausserdem war das Material, das in der Klinik bereitstehen sollte, teilweise nicht auffindbar, teilweise kaputt. Diese Startschwierigkeiten wettgemacht habe
jedoch der herzliche Empfang der
Menschen vor Ort, sagt Julia Höhn rückblickend.

Not macht erfinderisch
Auch in den beiden Kliniken, in denen das Zahnarzt-Team je eine Woche tätig war, entsprachen die Bedingungen nicht den gewohnten Standards. Immer wieder wurde die Arbeit durch Stromausfälle unterbrochen. Ebenso setzten die Temperaturen von 35 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit den Schweizerinnen und Schweizern zu. Julia Höhn sieht die Erfahrungen dennoch positiv: «Zu Hause hat man jedes Instrument griffbereit, alles funktioniert immer – in Togo mussten wir aus wenig viel machen und improvisieren. Das ist eine spannende Herausforderung und zeigt, dass eine gute medizinische Versorgung eben nicht selbstverständlich ist.»

Zähne ziehen im Akkord
320 Zahnentfernungen, 45 Füllungen und 50 andere Behandlungen: Das ist die stolze Bilanz nach dem zweiwöchigen Einsatz. Die Patientinnen und Patienten standen jeweils schon früh morgens ab 7 Uhr Schlange – zum Teil warteten sie den ganzen Tag, bis sie an der Reihe waren. «Trotz der langen Wartezeiten und der Sprachbarriere haben die Patientinnen und Patienten die Behandlungen gut mitgemacht», berichtet Julia Höhn.

Hilfe zur Selbsthilfe
Die togolesischen Ärzte verfolgten die Eingriffe jeweils interessiert mit. So konnte das Schweizer Team nicht nur den Betroffenen helfen, sondern ihr Know-how dem lokalen Personal weitergeben. Auch prophylaktisch engagierten sich die Zahnspezialisten, indem sie Schulklassen besuchten und ihnen Zahnbürsten schenkten. Die Frauenfelder Zahnärzte freuen sich, dass sie mit ihrem Einsatz einen kleinen Teil zur Linderung der Not beitragen konnten.

Miriam Waldvogel

 

 

Zahnarzt-Einsatz in Afrika erfolgreich beendet