Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 05.02.2020

Frauenfelder Zahnärzte engagieren sich in Afrika

Ein Zahnarzt-Team aus Frauenfeld wagt einen ungewöhnlichen Einsatz: Am 8. Februar reisen sechs Mitarbeitende der Zahnarztpraxis an der Murg für zwei Wochen nach Togo. Dort behandeln sie unentgeltlich mittellose Patienten.

 

 

Mit den eigenen Möglichkeiten Gutes tun: Das ist die Motivation der vier Zahnärzte und vier Assistentinnen, die am 8. Februar nach Togo aufbrechen. Sie investieren zwei Ferienwochen, um in verschiedenen togolesischen Kliniken kostenlos Patienten zu behandeln, die sich den Zahnarztbesuch nicht leis-ten können. Sechs von ihnen arbeiten in der Zahnarztpraxis an der Murg in Frauenfeld, unter ihnen die Zahnärztin und Oralchirurgin Julia Höhn.

Zum ersten Mal beim Zahnarzt
Julia Höhn freut sich auf die spannende Erfahrung. «Manche Kinder und Erwachsene, die wir behandeln, werden wohl erstmals einen Zahnarzt sehen», erzählt sie. «Uns geht es darum, mit unseren Fertigkeiten einen Beitrag zu leisten und die Herausforderung der Arbeit unter weniger privilegierten Bedingungen zu erleben.»
Organisiert wird der Aufenthalt vom Verein Zahnärzte ohne Grenzen (DWLF), der sich für Zahnversorgung in benachteiligten Ländern einsetzt. Ein Projektmanager von DWLF empfängt das Schweizer Team vor Ort und begleitet es während ihres Aufenthalts.

Zwei Alternativen
Die Patientinnen und Patienten, die in die Klinik kommen, leiden vor allem an Karies und Abszessen – dabei gibt es jeweils nur zwei Therapiemöglichkeiten: den Zahn füllen oder entfernen. Speziellere Behandlungen wie Prothesen kann das Schweizer Team aus Ressourcengründen nicht bieten.
Extra für den Zahnarztbesuch kommen die Patientinnen und Patienten von weit her in die Stadt. Im Vorfeld erhalten sie einen Behandlungstag zugeteilt, an dem sie sich um 9 Uhr in der Klinik einfinden müssen. Dann heisst es warten, bis sie an der Reihe sind.

Erklärungen notwendig
Da viele Patientinnen und Patienten kein Französisch oder Englisch sprechen, steht ein Übersetzer zur Verfügung. Besonders den Menschen, die zum ersten Mal einen Zahnarzt besuchen, müsse man die Vorgänge genau erklären, meint Julia Höhn. So verlieren sie die Angst, und die Zahnärzte werden bestimmt mit einem strahlenden Lächeln belohnt.
In der Ausgabe vom 4. März wird die Frauenfelder Woche berichten, wie es dem Team in Afrika ergangen ist.

Miriam Waldvogel

 

 

Frauenfelder Zahnärzte engagieren sich in Afrika