Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 29.01.2020

Nicht alles ist Wurst

Inzwischen sollten auch die ausdauerndsten Bechtelis-Jüngerinnen und -Jünger wieder aus dem Delirium erwacht sein. Anders als man vielleicht vermuten mag, dreht sich der Bechtelistag jedoch nicht nur um alkoholhaltige Flüssigkeiten. Der Bechtelistag ist auch kulinarisch ein Frauenfelder Original.

 

 

Am bekanntesten sind natürlich die Salzissen, das Thurgauer Pendant zur Olma-Bratwurst. Der Ursprung der Salzisse hängt untrennbar mit dem Bechtelistag zusammen. Seitdem das Bürgermahl der Konstablergesellschaft im Jahr 1811 zum ersten Mal im Rathaussaal stattgefunden hat, besteht es aus Brot und Wurst – in den Chroniken schon damals Salzisse genannt.
Es geht nicht nur um die Wurst am Bechtelistag. Beim Confiseur Hirt im Rhyhof gibt es jedes Jahr die feinen Chellewybli. Auch das Mandelgebäck hat seine Ursprünge im 19. Jahrhundert: Vor etwa 150 Jahren begannen die Frauen, sich am Bechtelistag als Chellewybli zu verkleiden und den Männern mit ihren Kellen nachzurennen. Confiseur Hirt schwingt heute selber die Kelle und bäckt das Mandelgebäck ganz nach Tradition.
Je später der Abend, desto deftiger das Essen. Nachts um zwei Uhr gibts traditionell Spiegeleier mit Speck, früher zunächst im Goldenen Kreuz, dann im Goldenen Becher und dieses Jahr im La Terrasse. 360 Spiegeleier und 13 Kilogramm Speck wurden dabei bis 6 Uhr morgens gebraten – heiss und fettig war die Frauenfelder Nacht der Nächte schon immer.
Welche Bechtelis-Spezialitäten kennen Sie ausserdem noch? Welche sollte es geben? Schreiben Sie uns Ihre Ideen an redaktion@frauenfelderwoche.ch.

Miriam Waldvogel