Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 18.12.2019

Hohe Bauqualität, architektonisch und funktional sehr gelungen, günstige Baukosten

Spitalneubau:

Die Übergabe des neuen Bettenhauses vom Generalunternehmer Steiner AG an das Kantonsspital Frauenfeld steht kurz bevor. Erfreulich für das Spital: Der Neubau kostet 10% weniger als geplant. Der Umzug ins neue Haus mit 164 Patientenzimmern findet Ende Februar 2020 statt.

 

 

Nach fünf Jahren Projektzeit und 2,5 Jahren Bauzeit bekommt das Kantonsspital Frauenfeld sein neues Bettenhaus mit 164 Zimmern, davon 134 Doppel- und 30 Einzelzimmer. In den ersten Wochen des neuen Jahres wird das Bettenhaus möbliert und eingerichtet, der Umzug in den Neubau erfolgt Ende Februar / Anfang März 2020.

10% des Baukredits eingespart
Der Neubau wurde vom Kantonsspital Frauenfeld selbst geplant und komplett eigenständig finanziert, der Kanton Thurgau hat lediglich einen zurückzuzahlenden Kredit gegeben. Sehr erfreulich für das Spital: Der Baukredit von 278 Mio. Fr. musste nicht ausgeschöpft werden. Die Kosten liegen zum heutigen Zeitpunkt um 10% tiefer als budgetiert, rund 28 Mio. Fr. wurden also eingespart. «Wir sind stolz, dass wir den hochwertigen Neubau aus eigenen Kräften stemmen, und günstiger als geplant bauen konnten», sagt Marc Kohler, CEO Spital Thurgau AG. «Wir haben von Anfang an genau gewusst, was wir wollen und strukturelle Vereinfachungen gesucht – das zahlt sich nun im wahrsten Sinne des Wortes aus». Die Baukosten sind auch im Vergleich zu anderen Spitälern tief. In der Regel rechnet man beim Neubau eines Spitals mit Kosten von 1,0 – 1.42 Mio. Fr. pro Patientenbett, in Frauenfeld betragen die Kosten pro Bett 840 000 Fr.

Komfortable Patientenzimmer
Der günstige Bau geht aber ganz und gar nicht auf Kosten der Qualität. Im Bettenhaus und in den Operationssälen wurden hohe Standards umgesetzt. Sowohl die Einzel- als auch die Doppelzimmer sind grosszügig ausgelegt und freundlich gestaltet. Hochwertige Materialien, viel Holz und warme Farb­töne schaffen eine wohltuende Atmosphäre. «Die Patientenzimmer überzeugen uns alle – sie sind geräumig und einfach sehr schön!», erklärt Norbert Vetterli, Spitaldirektor des Kantonsspitals Frauenfeld. «Das war uns wichtig, denn viele Studien zeigen, dass Patienten schneller genesen, wenn sie sich im Spital wohlfühlen.» In die Planung der Zimmer wurde vor dem Bau viel Zeit investiert. «Wir bauten ein Modell eines Patientenzimmers im Massstab 1:1», erzählt Norbert Vetterli weiter. «So konnten wir die Zimmer detailliert planen, alle internen Abläufe im Detail erproben, ausführlich auf ihre Praxis­tauglichkeit testen und relevante Vereinfachungen eruieren.»

Das neue Spital gefällt
Viele Einwohner von Frauenfeld und Mitarbeitende haben den Fortschritt des Neubaus von aussen in den letzten Monaten eng verfolgt und sind einhellig sehr zufrieden mit dem neuen Gebäude: «Dem Spital ist ein architektonisch echt schöner Wurf geglückt, welcher sich auch noch gut und trotzdem markant in die Umgebung einpasst. Wir sind gespannt, wie es von innen aussieht und werden das am 18. Januar 2020, am Tag der offenen Tür, gerne ausführlich besichtigen» hört man in den letzten Wochen von vielen Anwohnerinnen und Patienten. Ein erster Vorab-Augenschein zeigt: es ist innen genauso gelungen wie von aussen.

CO2-neutrales Heizsystem
Beim Bau eines Spitals sind heutzutage aber nicht nur Kosten und Funktionalität wichtig, sondern auch ein möglichst geringer Energieverbrauch und der Umweltschutz. Auf diese Aspekte wurde beim neuen Bettenhaus des Kantonsspitals besonders geachtet. Der Bau entspricht dem Minergie-Standard P und wird hauptsächlich mit Erdsonden-Wärmepumpen geheizt und gekühlt: Im Sommer speichern die Erdsonden die Wärme, und im Winter wird diese als Energiequelle für die Wärmepumpen verwendet. Damit lassen sich 70% des Energiebedarfs für die Beheizung des Spitals decken. Pro Jahr werden dank diesem Konzept 120 000 Liter Heizöl eingespart. Umgekehrt erfolgt im Sommer auch die Kühlung klimafreundlich: An heissen Sommertagen lassen sich die Zimmer mit Kühlelementen, die in die Zimmerdecken eingebaut sind, wirksam und energiesparend abkühlen. Dabei wird ebenfalls mit den Erdsonden gearbeitet, da man im Winter das Erdreich mittels dem oben erwähnten Wärmebezug gezielt abgekühlt hat, sodass im Sommer Kälteenergie zur Verfügung steht. Ziel der neuen Energieerzeugung ist die CO2-neutrale Wärme- und Kälte­erzeugung.

Ein Bau für die Zukunft
Mit der Einweihung des neuen Spitals setzt das Kantonsspital Frauenfeld neue Massstäbe punkto Qualität, Kosten und Energieeffizienz. «Wir haben unsere Vision umgesetzt, in Frauenfeld und in Münsterlingen zwei Schwesternspitäler auf den neusten medizinischen und energietechnischen Stand zu bringen», sagt Marc Kohler. «Damit sind wir für die Herausforderungen der Zukunft sehr gut gerüstet und können unsere erfolgreiche und zukunftsorientierte Arbeit für die Thurgauer Bevölkerung hochwertig fortsetzen». (zvg)


Tag der offenen Tür für die Bevölke­rung: Samstag, 18. Januar 2020, von 9.00 bis 15.00 Uhr





Über die Spital Thurgau AG
Die Spital Thurgau AG versorgt die Bevölkerung des Kantons Thurgau und angrenzende Gebiete mit dem gesamten Spektrum an qualitativ hochwertigen ambulanten und stationären Leistungen der erweiterten Grundversorgung. Dies in zwei öffentlichen Zentrumsspitälern – Frauen­feld und Münsterlingen – mit zahlreichen ambulanten Zentren und jeweils einer Notfallstation mit integrierter Notfallpraxis. Zur Spital Thurgau AG gehören ausserdem die Psychiatrischen Dienste Thurgau, eine Rehaklinik sowie einem Pflegeheim. Die Spital Thurgau AG betreibt zudem drei ambulante Praxiszentren sowie total 3 Radiologieinstitute. Per 31. Dezember 2018 zählt die Spital Thurgau AG insgesamt 3902 Mitarbeitende (in Vollzeitstellen gerechnet), davon 543 Ärzte, und weist einen Umsatz von 547 Mio. aus. Der Patientenmix setzt sich aus 85.2% grundversicherten Patienten, 11.2% halbprivat und 3.6% privat Versicherten zusammen. Die Spital Thurgau AG gehört zur thurmed-Gruppe, in welcher weitere medizinische Dienstleistungen angeboten werden, v.a. in den Bereichen Radiologie, Pathologie und Pharmazie. (zvg)

 

 

Hohe Bauqualität, architektonisch und funktional  sehr gelungen, günstige Baukosten