Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 02.10.2019

Stadtrat will Frauenfeld weiter vorwärtsbringen

Stadtrat informiert über «Legislaturschwerpunkte 2019 bis 2023»

Die positive Entwicklung von Frauenfeld weiter fördern und den Status als Kantonshauptstadt stärken – dieses Ziel hat der Stadtrat der Erarbeitung der «Legislaturschwerpunkte 2019 bis 2023» zugrunde gelegt. Die Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse im Stadtrat bei den letzten Wahlen hat keine Bedeutung.

 

 

«Wir haben eine gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Ziel, unsere Stadt weiter vorwärtszubringen», fasste Stadtpräsident Anders Stokholm am Dienstagmorgen im Rathaus zusammen. Bei der ersten Medienorientierung des Gesamtstadtrats in neuer Zusammensetzung seit Beginn der Legislatur am 1. Juni war die Harmonie denn auch spürbar.

Departementsübergreifend
In den «Legislaturschwerpunkten 2019 bis 2023» hat der Stadtrat erstmals auch departementsübergreifende Massnahmen definiert, sagte der Stadtpräsident weiter. Frauenfeld soll sich systematisch entwickeln können, wozu eine Strategie für eine aktive Bodenpolitik und die Entwicklung und Pflege des städtischen Liegenschaften-Portfolios festgelegt wurde. Gleichzeitig will der Stadtrat das Augenmerk auf preiswerten Wohnraum legen und in möglichst allen Quartieren eine gesunde Durchmischung der Bevölkerung erreichen. Frauenfeld soll sich gesamthaft positiv entwickeln, was in einem Gesamtbild für Stadt- und Agglomerationsentwicklung festgehalten wird. Zudem gelte es, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Sicherheit und Wachstum
Im Departement für Finanzen, Stadtentwicklung und Zentrales von Anders Stokholm ist die Sicherheit ein Schwerpunkt. Die Bevölkerung in Frauenfeld fühlt sich zwar schon heute sicher, mittels eines Sicherheitskonzeptes soll das noch verstärkt werden, «damit Frauenfeld ein sicherer und attraktiver Wohn-, Lebens- und Arbeitsort bleibt». Gleichzeitig gelte es, möglichst attraktive Rahmenbedingungen für die Unternehmungen vor Ort zu schaffen und weitere Firmen ansiedeln. Zudem soll das kulturelle Leben in der Stadt weiter gefördert werden.

Ehrenamtlichkeit anerkennen
Vizepräsidentin Elsbeth Aepli Stettler will in ihrem Departement für Alter und Gesundheit die Unterstützung von Freiwilligen und Angehörigen forcieren. Die vielen ehrenamtlich tätigen Personen leisten wertvolle Arbeit. «Deshalb ist es uns ein Anliegen, nicht nur all diesen Menschen unsere Wertschätzung zu zeigen, sondern auch die Vereine und Institutionen bei der Koordination und Rekrutierung zu unterstützen», betont die Departementsvorsteherin. Ausserdem will sich die Stadt für Frauenfelder Einwohnerinnen und Einwohner einsetzen, die aufgrund unbezahlter Krankenkassenprämien auf der kantonalen schwarzen Liste stehen und nur noch Notfallbehandlungen beziehen können – «die Anzahl dieser Personen muss klar reduziert werden, mit dem Fokus auf Kinder». Weiter will sie mit ihrem Team für eine zukunftsorientierte Ausrichtung des Alterszentrums Park sorgen.

Berufliche und soziale Integration
Im Departement für Gesellschaft und Soziales von Stadträtin Barbara Dätwyler Weber liegen die Schwerpunkte bei der beruflichen und sozialen Integration: «Die Stadt erarbeitet verbindliche Strategiepapiere für Kinder im Vorschul­alter, Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene sowie Erwachsene bis zum Pensionsalter». Die daraus resultierenden Massnahmen würden beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten und deren individuelle Selbstständigkeit zu fördern. Wichtigstes Ziel dieses Schwerpunktes sei es, Armut und Ausgrenzung zu verhindern. «Frauenfeld ist eine aktive, solidarische Gemeinschaft», unterstrich die Stadträtin. Dies zeige sich auch in der In- und Auslandhilfe der Stadt. Für diese werden die Vergabekriterien und Prozessabläufe überarbeitet und zugänglich gemacht.
Begegnungsräume schaffen
Stadtrat Andreas Elliker hat im Departement für Bau und Verkehr das Ziel formuliert, die Quartiere als Begegnungsräume zu stärken und sie mit möglichst direkten Fuss- und Velowegen zu vernetzen. «Wir setzen weiterhin auf eine stadtverträgliche Mobilität», sagte er weiter. Der Verkehr müsse verflüssigt und die Fahrplanstabilität des öffentlichen Verkehrs erhöht werden. Gleichzeitig setze sich der Stadtrat für Freiraumqualität und Biodiversität ein. Diese sollen auch im Dialog mit den umliegenden Gemeinden über die Stadtgrenzen hinweg gefördert werden. Frauenfeld soll eine abwechslungsreiche und lebenswerte Stadt, mit attraktiven Naherholungsgebieten und intaktem Lebensraum für Mensch und Tier bleiben.

Angebote optimieren und ausbauen
Fabrizio Hugentobler als Vorsteher des Departementes für Werke, Freizeitanlagen und Sport bezeichnete Frauenfeld als Sportanlagen-Zentrum mit grosser Ausstrahlung nach innen und aussen. Damit dies so bleibt, sollen alle Anlagen in einem Konzept erfasst in Zusammenarbeit mit Nutzergruppen angepasst werden. Besonders am Herzen liegt ihm die Zukunft des Hallenbades. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung der Sportvereine durch die Stadt. Bei den Werkbetrieben steht die laufende Optimierung der Angebote und Dienstleistungen im Vordergund sowie die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Energie. So werden Erzeugungsmöglichkeiten von erneuerbarer Energie evaluiert sowie ein Wärme-Kälte-Konzept erarbeitet.

Andreas Anderegg




Kräfteverschiebung ohne Folgen

Die Verschiebung der Kräfteverhältnisse bei den Stadtratswahlen in diesem Jahr – der Sitz der linksgrünen Gruppierung Chrampfe & Hirne ging an die FDP – hat keinen Einfluss auf die Arbeit des Stadtrats, wie am Dienstag bei der Medienorientierung betont wurde. Stadträtin Barbara Dätwyler Weber von der SP, die nun zusammen mit vier bürgerlichen Vertetungen (2 FDP, 1 SVP, 1 CVP) die Exekutive bildet, hob dazu das gemeinsame Ziel hervor, die Stadt weiter vorwärtszubringen. Stadtpräsident Anders Stokholm wies seinerseits auf ein wichtiges «à jour halten» der CH/GP/GLP-Fraktion hin, die nun nicht mehr im Stadtrat vertreten ist. (aa)