Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 03.04.2019

glp, CH, Grüne legen zu

Gemeinderatswahlen bringen Verschiebung nach links

Bei den Gemeinderatswahlen konnten die Grünliberale Partei (um 2 Sitze), Chrampfe & Hirne und die Grünen (beide je 1) auf Kosten von SVP, FDP und EVP zulegen. Mit acht Mandaten wird die linksgrün orientierte Gruppierung CH zweitstärkste Kraft im Stadtparlament. Die Stimmbeteiligung lag bei 34,4 Prozent.

 

 

Gesamthaft wechselten vier Mandate die Eigentümerschaft – drei im Rahmen der Kampfwahlen, eines wegen des Verzichts der Gruppierung MproF (Menschen für Frauenfeld) auf die Teilnahme an den Wahlen. Im Gegensatz zum Stadtrat, wo per 1. Juni der Anteil der bürgerlichen Vertretungen von drei auf vier zunimmt – bei einer Vertretung aus dem linksgrünen Politspektrum – gibt es im Parlament mit den Sitzgewinnen von CH und Grüne nun eine Verschiebung gegen die Mitte. Denn CH, Grüne und SP werden neu 15 Sitze haben, die klassischen bürgerlichen Parteien SVP, FDP und EDU zusammen 16 – die restlichen 9 Mandate teilen sich die Parteien der Mitte – CVP, Grünliberale und EVP.

glp-Vertreter ist glücklich
Andreas Schelling von der Grünliberalen Partei war nach Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse im Rathaus glücklich: «Mit den beiden zusätzlichen Mandaten konnten wir unsere Sitzzahl verdreifachen, damit wurden unsere Erwartungen übertroffen», sagte er freudestrahlend. Er sprach vom «grünliberalen Frühling», der in Frauenfeld Einzug gehalten habe. Die glp politisiere weder links noch rechts, sondern sei stets der Sache verpflichtet, sagte er weiter.

CH zweitstärkste Kraft
Auch Präsident Charles Landert von Chrampfe & Hirne war die Freude ins Gesicht geschrieben. Seine Gruppierung CH, die im Jahre 1983 den Einzug ins Stadtparlament geschafft hatte, wird 36 Jahre später nun gar die zweitstärkste Kraft im Gemeinderat. Dieser Wahlerfolg dürfte nicht zuletzt den Schmerz um den Verlust des einzigen Stadtratsmandats des zurücktretenden Urs Müller etwas mildern.
Ebenfalls einen Sitz zulegen konnten die Grünen (neu 3), wogegen SVP, FDP und EVP je ein Mandat einbüssten. Für Marcel Flury von der SVP ist das nicht tragisch: «Vor vier Jahren hatten wir den zehnten Sitz dank eines Restmandats errungen, diesmal reichte es eben nicht. Angesichts der Grosswetterlage dürfen wir aber zufrieden sein, bleiben wir mit neun Sitzen doch die stärkste Partei im Gemeinderat».
FDP-Präsident Roman Pulfer äusserte sein Bedauern über den Verlust eines Sitzes (neu 6). Dies könnte allenfalls eine Reaktion gewesen sein auf den Gewinn eines zweiten Stadtratsmandats die FDP (trotz eines Wähleranteils von lediglich rund 15 Prozent wird der Freisinn ab 1. Juni zwei der fünf Stadtratsmandate innehaben).

Mutationen
Mit Beginn der neuen Legislatur werden zahlreiche neue Persönlichkeiten im Gemeinderat mitwirken: So Daniel Geeler (SVP), Priska Brenner-Braun (GP), Stefan Leuthold und Lorenz Weber (glp) sowie Annina Villiger Wirth (CH). Annina Viliger Wirth war übrigens bereits im Jahr 2007 in den Gemeinderat gewählt worden. Wegen des Unvereinbarkeitsartikels und der gleichzeitigen Wahl ihres Schwagers Andreas Wirth, der für die SVP mit der höchsten Stimmenzahl aller 40 Gewählten bestätigt wurde, verzichtete sie damals aber.
Im Weiteren verpassten am Wochenende drei Amtsträger die Wiederwahl: Andrea Ferraro (FDP), Thomas Gemperle (SVP) und Michael Hodel (EVP). Sie alle sind allerdings die besten Nichtgewählten auf ihrer Liste, weshalb sie bei einer Ersatzwahl in der «Pole Position» sind.
Wegen der zwischenzeitlich erfolgten Wahl in den Stadtrat von Andreas Elliker (SVP) und Barbara Dätwyler Weber (SP) stehen zwei Ersatzwahlen in den Gemeinderat unmittelbar an. Als erstem Nichtgewählten auf der Liste der SVP steht das Nachrücken eben dem Bisherigen Thomas Gemperle zu, bei der SP ist es Alfred Bloch.

Andreas Anderegg

 

 

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