Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 27.03.2019

Strategie für kantonale Museen

Der Kanton Thurgau stärkt mit einer Museumsstrategie die Stellung der sechs kantonalen Museen als wichtige Erlebnis- und Bildungsorte und schafft bedarfsgerechte, zeitgemässe Museumsinfrastrukturen. Künftig sollen die Museen vermehrt gemeinsam auftreten und inhaltliche und organisatorische Synergien nutzen. Als eine der ersten Massnahmen wird deshalb im kommenden Jahr das gemeinsame Ausstellungsprojekt «Thur­gauer Köpfe» umgesetzt. Bezüglich Erweiterung und Sanierung des Kunst­museums werden vertragliche Voraussetzungen zwischen dem Kanton und der Stiftung Kartause Ittingen geschaffen sowie die baulichen Möglichkeiten nochmals von Grund auf geprüft. Der provisorische Planungshalt beim Historischen Museum wird aufgehoben.

 

 

Wachsende Erwartungen des Publikums, Kampf um Aufmerksamkeit oder auch die Digitalisierung – das sind drei der zahlreichen Herausforderungen für die sechs kantonalen Museen. Deshalb wollen das Historische Museum, das Kunst- und Ittinger Museum, das Naturmuseum, das Napoleonmuseum und das Museum für Archäologie die Zusammenarbeit intensivieren, die Synergien konsequenter nutzen und unter der neuen Dachmarke «Museen Thurgau» auch gemeinsam auftreten. Dieser Leitidee folgt die «Museumsstrategie Kanton Thurgau», die von Regierungsrätin Monika Knill, Chefin des Departementes für Erziehung und Kultur, und dem Kulturamt an einer Medienkonferenz vorgestellt wurde.
Unter der Leitung des Kulturamtes wurden drei Berichte zur Grundfrage erarbeitet, wie die Herausforderungen der Museen auf dem Weg in die Zukunft angegangen werden sollen. Um die Ziele der Museumsstrategie zu erreichen, wurde neu das «Board Museen Thurgau» ins Leben gerufen. Mitglieder des Boards sind die Direktorin und die Direktoren der kantonalen Museen. Das Gremium hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Umsetzung der Museumsstrategie auseinandergesetzt und wird in einem ersten gemeinsamen Schritt das Ausstellungsprojekt «Thurgau Köpfe» entwickeln. Das Projekt wird 2020 in allen kantonalen Museen umgesetzt und soll die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken anregen, was der Thurgau war, ist oder allenfalls auch sein könnte. Künftig soll alle zwei bis drei Jahre eine gemeinsame Ausstellung stattfinden. Für die Jahre 2019 bis 2022 sind zudem weitere gemeinsame Projekte geplant. So soll das Angebot «Museum für Kinder» einen neuen Auftritt erhalten. Die verstärkte Zusammenarbeit wird sich in weiteren bilateralen oder trilateralen Projekten zeigen.
Erweiterung des Kunstmuseums Während die Museumsstrategie alle kantonalen Museen betrifft, hat sich eine Projektorganisation spezifisch mit der Zukunft des Kunstmuseums befasst. Nachdem das erste Erweiterungsprojekt von 2013 in der Kartause Ittingen verworfen werden musste, sollten die baulichen, denkmalpflegerischen und betrieblichen Möglichkeiten eines Erweiterungsbaus nochmals grundsätzlich geprüft werden. Ein unter Leitung des Kantonsbaumeisters erarbeiteter Bericht empfiehlt, in einem ersten Schritt die Grundlagen für die Neuausrichtung der Trägerschaft und der Finanzierung zu schaffen. Im Vordergrund steht die Errichtung eines unselbständigen Baurechts für die nach 1977 erstellten Gebäude; die Investitionen in die Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums werden damit gesichert. Die Rolle der Bauherrschaft und die Finanzierung übernimmt der Kanton im Einvernehmen mit der Stiftung Kartause Ittingen. Der Regierungsrat hat nun eine Planungskommission eingesetzt mit dem Auftrag, einen Studienauftrag für die Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums vorzubereiten und mit einem hochqualifizierten Teilnehmerfeld und Be­urteilungsgremium durchzuführen. Die entsprechenden Ergebnisse sollen in der zweiten Jahreshälfte 2020 vorliegen. Fest steht für den Regierungsrat, dass der Standort Ittingen gegeben ist.

Planungshalt aufgehoben
Der jetzige Standort des Historischen Museums Thurgau im Schloss Frauenfeld bietet kaum Potential für eine Ausstellungserweiterung mit Schwerpunkt neuere Thurgauer Geschichte (19. und 20. Jahrhundert). In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Möglichkeiten für die Erweiterung und für einen neuen Standort des Historischen Museums geprüft. Im März 2017 verfügte der Regierungsrat einen temporären Planungshalt für die Standortevaluation des künftigen Historischen Museums. Der Regierungsrat hat diesen nun aufgehoben und eine Projektgruppe unter der Leitung des Generalsekretärs DEK damit beauftragt, bis im Frühling 2020 mögliche Standorte für das künftige Historische Museum gestützt auf das entsprechende Anforderungsprofil und die Vorarbeiten zu prüfen und eine Standortempfehlung abzugeben. (ID)

 

 

Strategie für kantonale Museen

 

 

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