Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 30.01.2019

Böse Überraschungen

Kantonspolizei gibt Tipps zum Schutz vor Einbrüchen

Im Herbst und im Winter haben Einbrecher Hochsaison – dann mehren sich die sogenannten Dämmerungseinbrüche. Die Kantonspolizei Thurgau bietet ein Paket an Präventionsmassnahmen an, damit die Heimkehr aus den Sportferien nicht zum Albtraum wird.

 

 

Zwar sind Einbrecher das ganze Jahr und rund um die Uhr aktiv – allerdings gibts auch bei ihnen saisonale Schwankungen. So ist die Zeit, wenn es jeweils früher eindunkelt, beliebt für die Dämmerungseinbrüche. Einbrecher nutzen dabei den Schutz der Dunkelheit am frühen Abend, um in die Wohnungen von Personen einzusteigen, die nicht zu Hause sind.

Licht einschalten, Briefkasten leeren
Ein Indiz, dass niemand in der Wohnung ist, liefert ihnen dabei das nicht eingeschaltete Licht und allenfalls ein prall gefüllter Briefkasten, der wegen Ferien­abwesenheit nicht geleert wird. Wie Daniel Meili von der Medienstelle der Kantonspolizei auf Anfrage sagt, sollte der Eindruck einer unbenutzten Woh-nung unbedingt vermieden werden. «Bei einer längeren Abwesenheit soll beispielsweise ein Nachbar beauftragt werden, den Briefkasten regelmässig zu leeren und allenfalls auch in unregel-mässigen Abständen das Licht in der Wohnung ein- und auszuschalten», sagte Meili weiter. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, soll das sofort und rund um die Uhr der Notrufnummer 117 melden.

Auch Mehrfamilienhäuser betroffen
Entgegen weit verbreiteter Meinung wird übrigens nicht nur in Einfamilienhäuser eingebrochen, ein Teil der Einbrüche im Wohnbereich geschieht in Mehrfamilienhäusern. Hilfreich ist für die Täter dabei, dass die Haupteingangstür oft unverschlossen ist und man problemlos ins Treppenhaus gelangt. Dabei darf man sich nicht unbedingt auf die Unterstützung und Beobachtungsgabe der Mitbewohner verlassen, wie ein Geschädigter aus eigener Erfahrung weiss. Denn jene Mitbewohner an seinem früheren Wohnort, die tagtäglich hinter dem Vorhang stehend ausnahmslos alle registierten, die das Mehrfamilienhaus betraten und wieder verliessen, hatten exakt am betreffenden Tag nichts bemerkt. Und so konnten am besagten Nachmittag im Mehrfamilienhaus nicht weniger als vier Wohnungstüren aufgewuchtet und Wertgegenstände entwendet werden.

113 Einbrüche pro Tag
In der Schweiz hat man übrigens gute Gründe, sich vor Einbrechern zu fürchten: Jeden Tag schlagen sie durchschnittlich 113 Mal zu. Alle 13 Minuten einer. Nahezu jeder dritte Fall von Diebstahl steht in Zusammenhang mit einem Einbruch; es gibt mehr als zehn Mal mehr Einbrüche als Fälle von Trickdiebstahl – auch wenn diese in den Medien präsenter sind.

Die Kantonspolizei Thurgau betreibt einen grossen Aufwand, um gegen Einbrecher vorzugehen. Detaillerte Infos dazu gibts auf www.kapo.tg.ch/einbruch

Andreas Anderegg