Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 25.12.2018

Es ist schwierig, optimale Teams zu bilden

Silvia Heeb aus Wetzikon (TG) möchte dafür sorgen, dass im Thurgau noch mehr Mädchen Fussball spielen können.

 

 

Nachdem Silvia Heeb zur Verantwortlichem für den Thurgauer Frauen-Fussball gewählt wurde, meinte sie: «Der Ist-Zustand ist eigentlich klar. Jetzt müssen wir rasch schauen, dass es in der Breite viel mehr Mädchen in dieser Sportart gibt.»
Es hat zwar überall Girls, die gerne «tschutten» würden, aber für ein Team reicht es halt doch nicht. Das gilt etwa für die Clubs in Eschlikon, Berg, Sulgen, Wängi und Münsterlingen. Gibt es offene Fragen bezüglich Mädchen-Fussball, dann hat Silvia Heeb sofort eine Antwort bereit. Nachstehend beantwortet sie unsere Fragen.

Spielst Du selber Fussball?
Ich habe 1984 (15 jährig) beim FC Kirchberg bei den Aktiven begonnen. Zuletzt war ich bis 1991 beim FC Weinfelden-Bürglen. Danach habe ich mit der Trainerausbildung begonnen. Ich habe immer Junioren (es hatte jeweils auch Mädchen dabei) trainiert. Dann legte ich eine Familienpause ein. Meine 3 Kinder spielen ebenfalls Fussball (2 Jungs, 1 Mädchen). Mit der Ostschweizer Regionalauswahl Mädchen konnte ich die Trainertätigkeit wieder aufnehmen. Inzwischen habe ich das B+ und bin als Ausbildner der FE14 Team Thurgau tätig.

Was ist gegenüber früher anders, oder besser geworden?
Die Situation der Mädchen hat sich gegenüber früher stark verbessert. Einerseits dürfen Mädchen die gesamte Juniorenabteilung bei den Jungs bestreiten und die talentierten Mädchen werden auch in Footeco-Teams integriert. Es werden auch immer wieder Mädchen an der Sportschule Bürglen aufgenommen. Zudem hat der Schweizerische Fussball-Verband in Biel ein Ausbildungszentrum für Mädchen in der Oberstufe. Mir ist es wichtig, dass die Mädchen wissen, was sie für Möglichkeiten haben und ich möchte sie entsprechend begleiten.

Was möchtest Du an der jetzigen Situation ändern?
Im Thurgau gibt es gerade einmal 9 Aktiv-Teams und 8 Juniorinnen-Equipen. Das ist für die Vereine eine sehr schwierige Ausgangslage. Einerseits werden aktive Spielerinnen stark umworben, andererseits ist es schwierig, optimale Teams zu bilden, um an der Meisterschaft teilzunehmen. Da es sehr wenige Equipen gibt, müssen die Teams für ihre Spiele auch weit reisen.

Was ist gut und was ist schlecht im Kanton Thurgau?
Wir vom Thurgauer Fussball-Verband möchten die Vereine, die Spielerinnen und auch die Eltern unterstützen und beraten. Wir wünschen uns, das möglichst viele Mädchen die Freude am Fussball entdecken und dort spielen können, wo sie sich wohl fühlen (mit Jungs, mit gleichaltrigen Mädchen, mit anderen ehrgeizigen Mädchen).

War der erste Girls-Day in Aadorf ein Erfolg?
Der 1. Girls-Day im Thurgau war ein voller Erfolg. Es waren 40 Mädchen nach Aadorf gekommen. Sie wurden von 5 jungen, talentierten Thurgauer Spielerinnen betreut und trainiert. Anschliessend wurde ein Mini-Turnier durchgeführt. Neben vielen Eltern, sind auch die Verantwortlichen der Juniorinnen gekommen. So hat bereits ein erster Austausch im Sinne der Juniorinnen stattgefunden.

Gibt es einen zweiten solchen Anlass?
Wir planen im Februar/März einen weiteren Girls-Day in der Halle durchzuführen.

Interview: Ruedi Stettler




Mehr Mittel anbieten
Selbst in der Europäischen Fussball-Union (Uefa) will man vorwärts schauen. Präsident Aleksander Ceferin meldete: «Frauen-Fussball besitzt ein unbegrenztes Potenzial. Darum wollen wir auf dem ganzen Kontinent mehr Mittel einsetzen.» Nun erhält jedes der 55 Uefa-Mitglieder-Länder ab 2020 statt 100 00 Franken jährlich, neu 150 000 Franken. (rs)