Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 24.10.2018

Erfolgsgeschichte für den 2 Stunden Lauf

Urs Poltéra, Sekundarlehrer in der SA Auen und OK-Mitglied des 2 Stunden Laufs, hat vergangenen Juni im Rahmen seines Bildungssemesters die letzte grosse Gemeinschaft der San (Buschmänner) Südafrikas in Platfontein besuchen können, die in der Nähe der berühmten Diamantenstadt Kimberley liegt. Der Frauenfelder 2 Stunden Lauf 2014 hat diese San-Gemeinschaft finanziell darin unterstützt, ein Computerzentrum einzurichten und 14 jungen San eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

 

 

Das Frauenfelder Engagement hat unterdessen Früchte getragen und einige positive Entwicklungen in Gang gesetzt. Sogar der schweizerische Botschafter in Südafrika hat das Projekt besucht und der regierende ANC nimmt wegen der Unterstützung aus Frauenfeld die vergessene indigene Gemeinschaft nun endlich ernst und ist bereit, in ihre Entwicklung zu investieren.

Computerkurse besucht
So haben schon mehrere hundert San Englisch- und Computerkurse im neuen und sehr gut unterhaltenen Computerzentrum besucht, welche die jungen San bereit für den südafrikanischen Arbeitsmarkt machen sollen.
Zudem haben Vertreter der Regierungspartei ANC Rommel Roberts, unserem Projektverantwortlichen vor Ort, anlässlich der Eröffnung des Computerzentrums 2015 zugesichert, die Finanzierung des Baus einer Gäste-Lodge (Hotelbetrieb mit ca. 50 Betten und Saal) zu übernehmen, um den San die Entwicklung eines sanften Kultur-Tourismus zu ermöglichen.
Urs Poltéra hat sich bei seinem Besuch bei den San überzeugen können, dass der ANC den Worten Taten folgen liess: Die neue Gäste-Lodge ist knapp vor ihrer Fertigstellung und bietet zukünftigen Besuchern der San-Gemeinschaft einen angenehmen Aufenthaltsort in der wunderschönen Landschaft der Karoo. Interessierten Touristen soll künftig die jahrtausendealte San-Kultur mit ihrer faszinierenden und weltweit einzigartigen Klicksprache, ihren ursprüngli­chen Jagdtechniken mit Pfeil und kleinem Bogen, ihrer eindrücklichen Töpfer- und Malkunst und ihrem grossen Wissen über Heilpflanzen und Natur­zusammenhänge näher gebracht werden.
Der Aufbau dieses touristischen Angebots bietet der San-Gemeinschaft die grosse Chance, ein neues Selbstbewusstsein und auch einen berechtigten Stolz auf ihre uralte Kultur zu entwickeln, der ihnen nach Jahrzehnten der Verfolgung und Ausgrenzung in Südafrika beinahe abhanden gekommen ist. Zudem werden dadurch einige wichtige Arbeitsplätze geschaffen.

Ermutigende Erfahrung
Für die San ist das Interesse aus der Schweiz an ihrer Kultur und ihrem Schicksal eine ermutigende Erfahrung. Sie haben dadurch neue Hoffnung geschöpft und sind daran ihre Passivität, welche durch ihre vielen negativen Erfahrungen mit den weissen «Eroberern» verbunden waren, zu überwinden und sich für eine bessere Zukunft zu rüsten.
Die San haben sich im Verlaufe des Besuchs bei Urs Poltéra für die Unterstützung aus Frauenfeld herzlich bedankt und sie sind glücklich, dass die Schweiz sie nicht vergessen hat.

Urs Poltéra

 

 

Erfolgsgeschichte für den 2 Stunden Lauf