Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 25.07.2018

Kroatien müsste der Schweiz Vorbild sein

Als Fernseh-Sportkommentator hat der Frauenfelder Daniel Kern die Fussball-Weltmeisterschaft in Russland hautnah miterlebt.

 

 

Daniel Kern ist während dieser Weltmeisterschaft viel gereist von einem Stadion zum anderen. Irgendwann dazwischen hat er Ende Juni seinen 49. Geburtstag gefeiert. Wieder zu Hause, hat er sich noch Zeit genommen, um während den Ferien unsere Fragen zu beantworten.

Was sagst Du zum Weltmeister?
Wer am Ende den Titel holt, hat den Pokal auch verdient. Gleichwohl hat Frankreich selten grossartig oder überragend aufgespielt. Die Mannschaft ist aber auf allen Positionen top besetzt und hat während des Turniers praktisch keine Schwächen gezeigt.

Welcher Spieler war der Auffälligste?
Einen Einzelnen zu nennen ist schwierig. Ich lege mich auf drei fest. Neymar mit seinen unnötigen «Schwalben», Mbappé mit seiner Schnelligkeit und Modric mit seinen technischen Fähigkeiten.

Was bleibt Dir besonders positiv haften?
Die ausgezeichnete Organisation vor Ort. Ein wirklich dickes Kompliment an die Russen.

Gibt es etwas Negatives?
Wie immer stellt sich nach dem Turnier die Frage, braucht es wirklich so viele neue Stadien? Der Aufwand für einen WM-Veranstalter ist schon gigantisch. Das war allerdings schon in Südafrika und in Brasilien so.

Die Schweizer wollten mehr als die Achtelfinals. Überschätzen sie sich ganz einfach?
Das glaube ich nicht. Achtelfinals sind keine Selbstverständlichkeit, aber wenn alles zusammenpasst, das Wettkampfglück dem Team hold ist und die Mannschaft auch im Kopf bereit ist, dann ist tatsächlich mehr möglich. Kroatien als ebenfalls kleines Land müsste dem Schweizer Team Vorbild sein!

Interview: Ruedi Stettler




Zubis WM-Triumph
An der WM war auch der ehemalige Schweizer Nationalgoalie Pascal Zuberbühler (47) dabei. Der Frauenfelder ist von der Fifa als Verantwortlicher für die gesamte Goalie-Ausbildung zuständig. Zubi ist immer noch der einzige Torhüter der bisherigen WM-Geschichte, der ohne Gegentor blieb. Allerdings bedeutete 2006 der Achtelfinal in Deutschland gegen die Ukraine nach einem 0:0 und Elfmeterschiessen Endstation. Und dies, obwohl Zuberbühler den ersten Penalty von Superstar Andrej Schewtschenko abwehrte, aber alle Schweizer Schützen kläglich versagten. (rs)