Frauenfelder Woche

Frauenfeld

Theater: Die Dinge meiner Eltern

Casino


Schauspiel von und mit Gilla Cremer / Hamburger Kammerspiele

14.12.2017 19:30 - 21:30 Uhr

18.45 Uhr: Einführungsreferat von Dr. phil. Heinz Hafner im Hotel Blumenstein

Agnes steht im Haus ihrer verstorbenen Eltern. Hier ist sie aufgewachsen, hier haben Vater und Mutter 60 Jahre lang gewohnt – nun muss es geleert werden. Wo fängt man an? Im Keller oder auf dem vollgestopften Estrich? An jedem Gegenstand scheint noch so viel Leben zu hängen, ein vertrauter Geruch oder eine Geschichte. Behalten? Verschenken? Verkaufen? Wegwerfen? Erinnerungen an die Familie und die eigene Kindheit springen aus Schubladen und Schränken. Agnes stolpert über Briefe und Tagebücher, die nicht für sie bestimmt waren. «Was vom Leben übrig bleibt, kann alles weg», hatte ihr ein Entrümpelungs-Profi
geraten. Wenn das so einfach wäre!

Agnes ist eine von vier Schwestern, die nach dem Tod der Eltern vor der Aufgabe stehen, deren Haushalt aufzulösen. Drei der Schwestern müssen schnell wieder fort, zu ihren Familien, zu ihren Jobs, zurück bleibt Agnes – und mit ihr ein Haus voller Geschichten, in dem die Eltern 60 Jahre gelebt haben und die Kinder aufgewachsen und gross geworden sind. Ein Haus, in dem die Dinge zu sprechen beginnen. Am Ende hat der Tisch die Unterhaltung eingestellt, das Besteck schweigt. Die Dinge haben ihre Sprache verloren. Es sind einfach nur noch Dinge. Agnes hat den Haushalt ihrer Eltern aufgelöst. Vor der Haustür steht der vollgepackte Container des Entrümpelungsunternehmens. Was bleibt, sind Erinnerungen.

Auf der Bühne stehen Umzugskartons, aufeinander gestapelt in Form eines Hauses, und eine plüschige Stehlampe. Agnes hat sich einen Entrümpelungsratgeber besorgt, der ihr dabei helfen soll, den Haushalt systematisch aufzulösen. «Eine gute Liste macht alles einfacher», sagt sie und beginnt in einem furiosen Monolog zu verlesen, welche Gegenstände sich im Haus befinden. Vom Keller
bis zum Speicher. Von den Einmachgläsern – die ältesten stammen aus 1964 – bis zum steinernen Faustkeil, auf den der Vater
einst sein Loblied sang. Es sind exakt 17‘598 Dinge, die Agnes im Haus registriert, aber wie viele Dinge braucht der Mensch wirklich? «Zwei: den Faustkeil und das Smartphone.»

 

 

Daten und Zeiten

14.12.2017
19:30 Uhr

 

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