Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 27.06.2018

Interview mit Sonja Wiesmann, Gemeindepräsidentin von Wigoltingen

Welche Projekte sind in Wigoltingen aktuell?

 

 

Baulich tut sich in unserer Gemeinde nach wie vor einiges. Teile des Strassennetzes konnten bereits saniert, Werk­leitungen und Kanalisationen erneuert werden. Zum Teil sind die Arbeiten noch im Gange. Der Platz vor dem Kirchgemeindehaus «Chileschür» wird bald fertig erstellt sein. Der Dorfplatz dient danach der Bevölkerung als Treffpunkt, etwa für Veranstaltungen.

Welches ist der heutige Stand zum Glasfasernetz in der Gemeinde?
Im Juni 2015 nahm die Swisscom betreffend Ausbaus des Glasfasernetzes in Wigoltingen mit der Gemeinde­behörde Kontakt auf. Nach mehreren intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen der Swisscom konnte erreicht werden, dass das Gemeindegebiet der Politischen Gemeinde Wigoltingen mit Glasfaser (FTTS) ausgebaut wird. Die Ausbauarbeiten der Swisscom sind unterdessen weitestgehend abgeschlossen. Für den Gemeinderat hat sich nun eine neue Situation ergeben. Es ist uns bewusst, dass wenn verbesserte Dienste durch die Swisscom angeboten werden, ein grosser Anteil der Bevölkerung diese auch nutzen wird.

Ihre Gemeinde engagiert sich für die soziale Integration. Die Gemeindeverwaltung Wigoltingen beschäftigt Mitarbeitende, die IV-berechtigt sind. Welche Möglichkeiten und Chancen bieten sich für Menschen mit Beeinträchtigungen im Austausch mit der Bevölkerung?
Ja, bei uns auf der Einwohnerkontrolle arbeitet eine Mitarbeiterin und im Bauamt ein Mitarbeiter mit körperlichen Beeinträchtigungen. Menschen, die sich in der «normalen» Gesellschaft oder im Arbeitsalltag bewegen, werden kaum konfrontiert mit Menschen mit Beeinträchtigung. Eine Sensibilisierung im Arbeitsalltag für Anliegen und Bedürfnisse dieser Menschen in Sonderinstitutionen findet darum kaum statt. Forschungen haben zudem gezeigt, dass Diversität in den Arbeitsgruppen unter gegebenen Rahmenbedingungen positive Auswirkungen haben.

Auswirkungen in welcher Form?
Vielfältigkeit im Team bringt mehr Innovation, reichhaltigere Perspektiven und eine Qualitätssteigerung bei den Ideen und man kann damit die Bedürfnisse der grossen demografischen Gruppe mit verschiedenen Beeinträchtigungen besser erfassen.
Und letztlich stehen Unternehmen wie die öffentliche Hand auch immer im Interesse der Öffentlichkeit, sie haben eine soziale Verantwortung, sich Mitarbeitenden mit Behinderung gegenüber fair und respektvoll zu verhalten. Leider spiegeln sich derzeit solche Überlegungen noch nicht in konkreten Massnahmen wieder. Aufgrund von Berührungsängsten und mangelndem Wissen der Arbeitgeber kommen die Bemühungen nicht oder zu wenig zum Tragen.

Welche Wünsche sind noch offen?
In Kürze wird wie erwähnt der Dorfplatz fertig gestellt: Ich wünsche mir, dass dieser auch entsprechend genutzt wird und allen Freude bereitet.

Herzlichen Dank für das Interview.
Manuela Olgiati