Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 11. Juli 2017

Stadtrat und Bevölkerung gemeinsam dynamisch unterwegs

Der Stadtrat Frauenfeld zieht eine positive Bilanz zur Halbzeit der Legislatur 2015 bis 2019 - Politik und Bevölkerung sind gemeinsam auf Kurs. Etliche der insgesamt 27 Legislaturschwerpunkte konnten bereits umgesetzt werden oder befinden sich in der Umsetzungsphase.

 

 

Gemeinsam mit der Verwaltung, dem Gemeinderat und der Bevölkerung hat der Stadtrat in den vergangenen beiden Jahren kontinuierlich daran gearbeitet, die Attraktivität von Frauenfeld weiter zu erhöhen. Stadtpräsident Anders Stokholm (l.): «Selbst wenn die knappen Finanzen im Einzelnen nurmehr kleine Schritte ermöglichen, so stellen diese Schritte gesamthaft doch eine dynamische Entwicklung dar!» Dies belegen die zahlreichen Schwerpunkte, die zur Halbzeit der Legislatur 2015 bis 2019 bereits umgesetzt werden konnten oder die in der Umsetzung sind. Der Stadtpräsident brachte es am Dienstagmorgen im Rathaus auf den Punkt: «Das stetige Bevölkerungswachstum, die verbreitete Investitionsbereitschaft von Firmen und Einzelpersonen sowie die Zunahme der Steuererträge manifestieren die gute Verfassung. Frauenfeld ist als Wohn-, Arbeits- und Lebensort attraktiv», fasste er zusammen, als er gemeinsam mit (v.l.) Vizepräsidentin Christa Thorner, Stadtrat Urs Müller, Stadträtin Elsbeth Aepli Stettler und Stadtrat Ruedi Huber eine Bilanz zur Halbzeit in der Legislatur zog.

Akzente für attraktives Stadtzentrum setzen
Für Stadtpräsident Stokholm hat die Innenstadt an Attraktivität gewonnen, womit ein Mosaikstein gelegt ist: «Die Begegnungszone in der Zürcherstrasse ist erfolgreich eingeführt, die Umsetzungsplanung für jene in der Freie-Strasse läuft. Mit Anlässen wie Theateraufführungen, Winzerfest, Herbstfest, Wochenmarkt und Musikbox ist es gelungen, die Altstadt vermehrt ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.» Gleichzeitig gelte es aber auch, historische Bauten zu erhalten resp. aufzuwerten, denn sie sind Teil der Identität der Altstadt. Zudem wies der Stadtpräsident auf die Anstrengungen für den Erhalt des Historischen Museums in Frauenfeld hin.

Gute Rahmenbedingungen für Wirtschaft
Gut aufgestellt ist Frauenfeld auch in Bezug auf die Belastung von Privaten und Firmen durch Steuern und Abgaben – der tiefe Steuerfuss konnte gehalten werden. Stokholm: «Zurückhaltendes Budgetieren und sorgfältiger Einsatz der knappen Mittel haben zu ausgeglichenen Rechnungen geführt – entgegen den erwarteten Defiziten.» Als steuergünstiger Standort sowie dank den schlanken Abläufen für Firmen und Investoren verfüge Frauenfeld über beste Voraussetzungen, den hohen Stellenwert als Wirtschaftsstandort zu halten. Allerdings bleibe auch Frauenfeld nicht von Rückschlägen verschont, wie der Stellenabbau bei SIA/Bosch zeige.

Kooperation wird verstärkt
Wie Vizepräsidentin Christa Thorner zum Thema «Bedarfsgerechtes Angebot in der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung» sagte, nimmt jedes vierte Frauenfelder Kind ein KiBe-Angebot in Anspruch. In den Kinder-Tagesstätten werden 420 Frauenfelder Babys und Kleinkinder betreut, was den Bedarf aktuell deckt. Was das Tagesschulangebot betrifft, so wird dieses laufend ausgebaut. Als dritter Standort – neben den Schulanlagen Oberwiesen und Huben – erfreut sich das TAF Langdorf einer wachsenden Nachfrage. Im Schollenholz steht bis zur Sanierung der Schulanlage provisorisch ein TAF zur Verfügung. Für Kinder der Schulanlage Spanner wird ein Angebot geprüft, diese können mit nächstem Schuljahr das TAF Langdorf besuchen. Aktuell nutzen 283 Schulkinder ein TAF-Angebot.

Soziale und berufliche Integration
Der Strukturwandel in der Wirtschaft stellt den Sozialstaat vor grosse Herausforderungen, sagte Christa Thorner weiter. Ohne aktiveres Entgegenkommen von Gewerbe und Industrie sowie unkomplizierten kantonalen Bewilligungsmodalitäten kann eine wachsende Anzahl von Personen ihre wirtschaftliche Existenz nicht mehr sicherstellen. Als positive Beispiele nannte sie die Frauenfelder Sozialfirma «Wetterbaum», mit der die Zusammenarbeit intensiviert werden konnte. Daneben wird aktuell mit der Stiftung Zukunft Thurgau und dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit ein vierstufiges Modellprogramm erarbeitet. Dieses beinhalte Arbeitseinsätze im ersten Arbeitsmarkt zur Eignungsabklärung mit Verlängerungs- und Anstellungsmöglichkeit. Entscheidend wird sein, ob die Arbeitgeber mitmachen.

Flexibilität in der Altersarbeit
Auch im Departement «Alter und Gesundheit» ist einiges im Gang. So wird gemäss Stadträtin Elsbeth Aepli Stettler das Angebot des Alterszentrums Park zunehmend flexibler. Zur Verbesserung der Nutzung der Doppelzimmer werden vermehrt Kurzaufenthalte angeboten, was offensichtlich einem Bedürfnis entspricht. Die Nachfrage nach Kurzzeitangeboten nahm deutlich zu. Die Vermittlung aller Belegungen übernimmt die neue, kostenneutrale Koordinationsstelle im AZP. Diese wurde geschaffen, weil kurzfristige Aufenthalte im Alterszentrum Park jeweils innert kürzester Zeit intensive Abklärungen erfordern.

Älterwerden zuhause im Quartier
Das Projekt «Älter werden im Quartier» AWIQ im Kurzdorf ist mit dem Etappenhalt am 19. Juni 2017 in die Betriebsphase übergegangen. Stadträtin Aepli: «Der Kurz-Dorf-Träff, der neu einmal pro Woche im VIVA am Schaffhauserplatz stattfindet, ist ein Selbstläufer geworden.» Zudem sind Nachbarschaftshilfe und Talentbörse aufgebaut. Erstmals hat die Fachstelle für Alters- und Generationenfragen im Oktober 2016 einen «Wegweiser» in Papierform erstellt, der das ganze Stadtgebiet umfasst. Im Weiteren wurde das Netzwerk altersfreundliches Frauenfeld geschaffen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Organisationen zu verbessern und Angebote zu koordinieren. Ein weiteres wichtiges Projekt ist «BOVIDEM – gute Lebensqualität mit Demenz». Dazu kündigte die Stadträtin für Mitte August eine ausführliche Information an.

Stadtverträgliche Mobilität im Brennpunkt
Unter dem Titel «Frauenfeld setzt auf stadtverträgliche Mobilität» wies Stadtrat Urs Müller auf das Bestreben hin, die Mobilität für alle Verkehrsteilnehmenden gleichermassen sicherzustellen. Dazu wurde das Konzept «Mobilität 2030» zusammen mit dem Kanton erarbeitet mit dem Ziel, die künftige Verkehrsabwicklung festzulegen. Erste Schritte aus diesem Konzept sind bereits umgesetzt, so die Umgestaltung der Bahnhofstrasse zwischen Altweg und der Einmündung Laubgasse. Ebenso realisiert ist die Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs an der Bahnhofstrasse im Bereich des Oberen Mättelis sowie an der Eisenwerkstrasse auf der Höhe des Unteren Mättelis. Zudem wurden zahlreiche Gefahrenstellen für den Langsamverkehr eliminiert und am Regionalen Radweg weiter gebaut. Parallel dazu werden zentrumsnahe Varianten für eine Stadtentlastung geprüft.

Entwicklung nach innen
Wie Bauvorsteher Urs Müller zur baulichen Entwicklung sagte, besitzt Frauenfeld ein enormes Potenzial innerhalb des Siedlungsgebiets. Aufgrund des kantonalen Richtplans hat die Stadt bis ins Jahr 2030 mit zusätzlich 6000 Raumnutzern zu rechnen. Analog zum Mobilitätskonzept wurde auf Grundlage des Richtplans Siedlung eine Siedlungsstrategie 2030 erstellt. Darin wird bekräftigt, dass das Wachstum hauptsächlich mit Innenverdichtung sowie Auf- resp. Umzonungen vor allem im Langdorf bewältigt werden soll. Bei der Arealentwicklung hat der Stadtrat mit dem städtebaulichen Ideenwettbewerb einen Schwerpunkt bei der Stadtkaserne gesetzt.

Frauenfeld geht im Bereich Energie voran
Im Bereich Energie ist Frauenfeld gut unterwegs – wie Stadtrat Ruedi Huber sagte. Neben der sicheren und preisgünstigen Versorgung wies er auf die beiden Solarstromanlagen hin, die dank des städtischen Energiefonds erstellt werden konnten und an denen sich zahlreiche Kundinnen und Kunden finanziell beteiligt haben. Die Nachfrage für eine Beteiligung war jeweils grösser als das Angebot. Parallel dazu wurde das Frauenfelder Stromnetz zu einem grossen Teil so ausgebaut, damit auch Stromschwankungen von grossen Solaranlagen erfolgreich «gemanagt» werden können.

Energieeffizient bei Sport- und Freizeitanlagen
Ein nachhaltiger Umgang mit der Energie erfolgt auch im Bereich der Sport- und Freizeitanlagen. So ist bei der Erneuerung des Hallenbads eine höhere Energie-Effizienz ein wichtiges Ziel. Nachdem bei diesem Projekt eine Machbarkeitsstudie mit vier Varianten ausgearbeitet wurde, folgt nun ein Architekturwettbewerb. Aus energiepolitischer Sicht zu erwähnen sind daneben die laufenden Arbeiten zur Beheizung von Turnfabrik, Schwinghalle und Zivilschutzbasis Hummelstrasse mittels Abwärme der Kunsteisbahn. Mittelfristig soll auch die Schulanlage Auen von dieser Abwärme profitieren. Aber nicht nur der nachhaltige Umgang mit Energie ist bei den Sport- und Freizeitanlagen im Fokus, sondern auch die Sicherheit zugunsten der Nutzerinnen und Nutzer. svf



Nachgefragt:
Stadtrat Frauenfeld: 50% der Legislaturziele umgesetzt

Mit den Legislaturschwerpunkten 2015-2019 hat der Stadtrat festgelegt, welche Projekte und Arbeiten in der laufenden Vierjahresperiode mit Priorität angepackt werden sollen. Zur Halbzeit der Legislatur zog er Zwischenbilanz.

«Wo es Sonne über Frauenfeld gibt, gibt es auch Schatten», sagte Stadtpräsident Anders Stokholm an der Medienorientierung zur Halbzeit der Legislatur in Bezug auf den Stellenabbau bei SIA/Bosch und die Ablehnung des AFIP durch das Frauenfelder Stimmvolk. Bezüglich Innenstadt wies er auf die Konkurrenzsituation insgesamt, wie Onlinehandel und nahes Ausland hin, sowie die bestehenden Leerstände, die der Stadt Sorgen bereiten würden.

Eingearbeiteter Stadtpräsident
Er werde oft gefragt, ob er sich bereits ins Amt eingearbeitet habe. Er antworte dann, doch schon, so nach zwei Jahren… Damit nahm Stokholm auch Bezug darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren einiges erreicht wurde, trotz der knappen Finanzen. Es gehe mit kleinen Schritten voran, so der Stadtpräsident weiter.

2019: Personelle Veränderungen im Stadtrat?
Auf die Frage, ob der Stadtrat sich zur Halbzeit Gedanken gemacht habe, wie es personell weitergehe, antwortete der Stadtpräsident, er sei ja erst neu dazugekommen und werde sicher noch bleiben. Stadträtin Elsbeth Aepli Stettler erklärte, dass sie sich eine weitere Legislatur vorstellen könne. Viele Projekte würden darauf warten, in Angriff genommen zu werden. Sie sei jetzt seit 14 Jahren im Amt und es werde ihr nicht langweilig. Mit der neuen Amtsleitung sei die Departementsübergabe aber glücklicherweise erleichtert worden.

Pensionierung und Gegenwind
Vizepräsidentin Christa Thorner antwortete, es liege in der Natur der Sache, dass sie nicht für eine weitere Legis-latur kandidieren werde. Und fügte lachend hinzu, sie sei nicht der Papst und nicht Sepp Blatter, die keine Pensionierung kennen würden. Stadtrat Urs
Müller sagte kurz und knapp als Departementsvorsteher für Bau und Verkehr «stehe man im Wind», mit einem Hinweis auf die aktuelle Baustelle vor dem Rathaus. «Verleidet» sei es ihm aber noch nicht, so Müller weiter.

Einen von zwei Jobs abgeben
2019 werde er 63 Jahre alt sein, sagte Stadtrat Ruedi Huber, der beruflich im BBZ Arenenberg den Bereich Bildung leitet und stv. Direktor ist. Auf die
Frage, ob er nochmals für eine weitere Legislatur kandidieren werde, sagte Huber, er wisse es noch nicht. Eine der beiden Aufgaben, Stadtrat und Leiter Bereich Bildung Arenenberg/stv. Direktor, möchte er zukünftig aber gerne abgeben. (fs)