Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 15. März 2017

Andrina Hodel will möglichst hoch hinaus

Andrina Hodel vom LC Frauenfeld hat ihre Klasse in der Leichtathletik auch in dieser Hallen-Saison bereits wieder mehrfach bewiesen. Sie wurde verdient zur Frauenfelder Sportlerin des Jahres 2016 gekürt.

 

Andrina Hodel will möglichst hoch hinaus

 

Nach der Feier im Frauenfelder Rathaus strahlte Andrina Hodel (Reckenwil bei Homburg) über das ganze Gesicht und konnte die Wünsche der Fotografen fast nicht erfüllen: «Ich habe zu wenig Hände, um all die Geschenke zu halten». Das Mitglied des LC Frauenfeld wurde verdiente Nachfolgerin ihrer Clubkollegin Melissa Wohlwend (Hammer-werfen).
Sieben Leistungen wurden für diese Wahl nominiert. Von den insgesamt 1093 abgegebenen Stimmen erhielt Andrina Hodel deren 329 (30 Prozent). Rang zwei ging an den Eiskunstläufer Lukas Britschgi (22) und den dritten Podestplatz belegte der Motocross-fahrer Andi Baumgartner (18).
Andrina Hodel, sie wird am 2. Juni 17-jährig, hat auch im 2017 schon für Aufsehen gesorgt. Beim Meeting in Clermont-Ferrand (Fr) anfangs Februar überquerte sie im Stabhochsprung 3,91 Meter, was neuen Thurgauer Rekord bedeutete. Nur eine Woche später an den Hallen-Meisterschaften in St. Gallen gewann sie Gold im Stabhochsprung (3,80) und Silber über 60 Meter Hürden mit persönlicher Bestleistung in 8,72 Sekunden. Nachstehend beantwortet Andrina Hodel Fragen.
Hast du nach den vielen ausgezeichneten Leistungen im 2016 damit gerechnet, Frauenfelder Sportlerin des Jahres zu werden?
Eher nein. Es ist schwierig abzuschätzen, wie viele Stimmen für welche Kandidaten abgegeben werden. Ein bisschen Werbung habe ich schon gemacht.

Weisst du schon, was du mit dem erhaltenen Check über 1000 Franken machst?
Vorerst nichts. Vielleicht habe ich bald einmal eine gute Idee.

Wird man dir gerecht, wenn man von dir lediglich als Stabhochspringerin spricht?
Das ist schon meine Hauptdisziplin. Aber ich laufe auch gerne über die Hürden, oder mache Sprints.

Du hast in Frankreich von Weltrekordhalter Renaud Lavillenie (6,16) ein Paar spezielle Stabhochsprung-Schuhe geschenkt bekommen. Hast du sie schon probiert?
Nein, die bleiben vorerst ein Souvenir. Lavillenie hat dieses Modell während zwei Jahren selber entwickelt und es kommt erst 2018 auf den Markt.

Du bist diese Woche wo und in was für einem Lager?
Mit der Stabhochsprung-Gruppe aus Winterthur trainieren wir in Albufeira im Süden Portugals.

Hast du bei den Wettkämpfen ein Maskottchen dabei?
Nein, eigentlich nicht.

Wie oft trainierst du und wo?
Im Winter dreimal in Frauenfeld und einmal in Winterthur. Im Sommer ist es genau umgekehrt.

Wie fährst du von deinem Wohnort Reckenwil bei Homburg zum Training und wieder zurück?
Manchmal von der Fach-Mittelschule an der Kanti Frauenfeld direkt nach Winterthur und sonst mit dem Postauto nach Müllheim und von dort mit dem Zug. Nach dem Training komme ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch bis nach Hörhausen, dort muss mich jemand abholen. Manchmal ist das auch eine Fahrgemeinschaft.

Was hast du für Ziele?
Ich würde im Juli gerne an den U20 Europameisterschaften in Grosseto (It) teilnehmen. Dazu muss ich aber 3,95 Meter überspringen.

Habe ich etwas nicht gefragt, was für dich wichtig ist?
Wenn eine Sportlerin Erfolg hat, redet man nur von ihr. Wichtig ist mir auch das Drumherum. Vor allem die Familie, Freunde, der LC Frauenfeld als mein Verein, die Trainer, sie stehen immer im Hintergrund. Ohne ihre Unterstützung wäre ich nicht zu solchen Leistungen fähig. 

Ruedi Stettler